Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ERC Starting Grant für Kognitionsbiologin Friederike Range

04.09.2012
Friederike Range, Kognitionsforscherin am Messerli Forschungsinstitut an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wurde 2012 einer der begehrten ERC Starting Grants zuerkannt. Mit dieser Finanzierung von der EU will Range das Kooperationsverhalten von Hunden und Wölfen untereinander und mit dem Menschen erforschen.

Ein weiterer ERC Grant geht an die Veterinärmedizinische Universität Wien (Vetmeduni Vienna): Friederike Range, Kognitionsbiologin am Messerli Forschungsinstitut an der Vetmeduni Vienna, wurde einer der prestigeträchtigen Starting Grants des European Research Council (ERC) zuerkannt. Die damit bewilligten knapp 1,3 Millionen Euro Forschungsbudget wird Range in den kommenden fünf Jahren dazu verwenden, die Verhaltensmechanismen zu untersuchen, mit denen Hunde und Wölfe untereinander, aber auch mit dem Menschen zusammenarbeiten.

Zu engen Bindungen fähig

Wölfe sind hochsoziale Tiere, die untereinander ausgeprägte Beziehungen aufbauen. So arbeiten einzelne Tiere beispielsweise beim Jagen, bei der Verteidigung von Territorien oder bei der Aufzucht der Jungen zusammen. Hunde wiederum gehen enge Bindungen mit dem Menschen ein und kooperieren bereitwillig mit uns. Dennoch weiß man bisher noch sehr wenig über die Mechanismen, die diese Verhaltensweisen bei Hunden und Wölfen steuern. Auch ist noch kaum bekannt, was sich in dieser Hinsicht während der Domestikation verändert hat.

Gerechtigkeitssinn und Mitgefühl

Hunde beispielsweise zeigen eine Reihe von überraschenden, erst jüngst erforschte Formen von Verhalten: „Sie scheinen über eine Art Gerechtigkeitssinn zu verfügen, der sich zeigt, wenn sie ungleiche Behandlung vermeiden. Zudem zeigen sie in dafür speziell ausgelegten Experimenten eine einfache Form von Mitgefühl“, fasst Range den aktuellen Forschungsstand zusammen. Beide Eigenschaften sehen Forscher als wichtig dafür an, dass die Tiere Bindungen zum Menschen eingehen können.

Verhaltensmechanismen entschlüsseln

Range über Ihre Forschungspläne: „In den kommenden fünf Jahren können wir nun dank der Fördermittel des ERC mit den gemeinsam aufgezogenen und gehaltenen Wölfen und Hunden des Wolf Science Center ein neues Modellsystem für Verhaltensstudien etablieren. Mit Hilfe dieser Tiere wollen wir die ersten umfassenden Untersuchungen zu emotional eingebetteten kognitiven Mechanismen machen, die das Kooperationsverhalten zu steuern scheinen.“ Range erwartet, mit ihrer Arbeit auch zum Verständnis der Mechanismen der Kooperation bei Primaten und auch beim Menschen beitragen zu können.
Über ERC Starting Grants
In Europa finden junge Forschende derzeit nur ungenügende Möglichkeiten, eine unabhängige wissenschaftliche Karriere aufzubauen. Die ERC Starting Grants sollen exzellente Forscherinnen und Forscher unterstützen, die im Begriff sind, ihre eigene Arbeitsgruppe aufzubauen. Die Grants sollen ihnen ermöglichen, in Europa ihre eigenständigen Forschungsinteressen zu verfolgen.

http://erc.europa.eu/starting-grants/

Über das Messerli Forschungsinstitut
Das Messerli Forschungsinstitut wurde durch die Unterstützung der schweizerischen Messerli-Stiftung unter Federführung der Veterinärmedizinischen Universität Wien und in Kooperation mit der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien gegründet. Die Forschungsergebnisse des Instituts sollen dazu beitragen, den Umgang mit Tieren auf einer wissenschaftlichen Basis stetig zu verbessern. Damit übernimmt das Messerli Forschungsinstitut den wichtigen gesellschaftlichen Auftrag, Menschen in ihrer Verantwortung gegenüber Tieren zu unterstützen und mit Ergebnissen aus seiner Forschung weiterzubilden.

http://www.vetmeduni.ac.at/messerli

Über das Wolf Science Center
Das Wolfsforschungszentrum (WSC) wurde 2008 von Dr. Virányi, Dr. Range und Prof. Dr. Kotrschal als wissenschaftlicher Verein gegründet und wird von den drei Gründern betrieben. Hauptziel des WSC ist Grundlagenforschung zu einem besseren Verständnis der Evolution von Kooperation, der geistigen Leistungen, der Tier-Mensch Beziehung und der Domestikation zu erlangen. Das WSC arbeitet eng mit der Universität Wien und der Veterinärmedizinischen Universität Wien zusammen. Es wird durch Privatpersonen und Wirtschaftsbetriebe, sowie Beiträge der beiden Universitäten und des Landes Niederösterreich unterstütz.
http://www.wolfscience.at

Rückfragehinweis
Dr. Friederike Range (derzeit in Babykarenz)
Messerli Forschungsinstitut
Veterinärmedizinische Universität Wien
M +43 664 60257-6252
E friederike.range@vetmeduni.ac.at
Aussender
Mag. Klaus Wassermann
Public Relations/Wissenschaftskommunikation
Veterinärmedizinische Universität Wien
T +43 1 25077-1153
E klaus.wassermann@vetmeduni.ac.at

Klaus Wassermann | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetmeduni.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie