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ERC-Grant für Spitzenforscher des Klinikums rechts der Isar

27.11.2012
Europäischer Forschungsrat (ERC) fördert zukunftsweisendes Forschungsprojekt

Prof. Jürgen Ruland, der Direktor des Instituts für Klinische Chemie am Klinikum rechts der Isar der TU München, wurde mit dem höchstdotierten Wissenschaftspreis der EU ausgezeichnet.

Er erhält für fünf Jahre Fördergelder des Europäischen Forschungsrates (European Research Council - ERC) in Höhe von insgesamt 2,5 Millionen Euro. Mit den Advanced Grants unterstützt der ERC Spitzenforscher bei der Durchführung von Forschungsvorhaben. Mit den Fördermitteln will Prof. Ruland die Rolle von Entzündungen für die Entstehung von Krebs und anderen Erkrankungen weiter aufklären.

Auch Prof. Arthur Konnerth vom Institut für Neurowissenschaften der TU München wurde für ein hochdotiertes ERC Advanced Grant ausgewählt.
Forschungsergebnisse der letzten Jahre haben gezeigt, dass chronische Entzündungen den Organismus schädigen und das Risiko für Krebs und andere Erkrankungen deutlich steigern können. Welche Mechanismen dabei im angeborenen Immunsystem greifen, wollen die Wissenschaftler um Prof. Ruland genauer untersuchen.

Im angeborenen Immunsystem gibt es Zellen, die Gefahren durch Pilze, Bakterien, Viren oder für sterile Schädigungen erkennen. Dazu benutzen diese Zellen so genannte Pattern Recognition Receptors (PRR). Diese Rezeptoren aktivieren anschließend Signalkaskaden in der Zelle, um Entzündungsreaktionen auszulösen. In der Vergangenheit konnten die Forscher um Prof. Ruland bereits einen molekularen Komplex identifizieren, der aus den Proteinen CARD9, BCL10 und MALT1 (CBM-Komplex) aufgebaut wird und für die Signalübertragung zuständig ist. Die so weitergeleiteten Impulse schalten bestimmte Signalwege im angeborenen Immunsystem an, sobald Pilze, Bakterien, Viren oder sterile Zellschäden identifiziert werden.

Bisher ist es weitgehend unklar, wie der CARD9-BCL10-MALT1-Komplex auf molekularer Ebene reguliert wird und wie die CBM-Antworten in Signale umgewandelt werden. Die Wissenschaftler um Prof. Ruland wollen nun einen umfassenden Ansatz mit genetischen, biochemischen und präklinischen Untersuchungen verfolgen, um die Rolle des CBM-Komplexes im angeborenen Immunsystem zu analysieren. Weiterhin untersuchen sie, wie der Signalkomplex entzündliche Erkrankungen und dadurch die Entstehung von Krebs beeinflusst. Ziel ist ein besseres Verständnis der Regulierung der angeborenen Immunität, um neue Wege für die Diagnostik und Therapie immunvermittelter Erkrankungen aufzuzeigen.

Der Preisträger
Prof. Jürgen Ruland (46) ist seit 2012 Direktor des Instituts für Klinische Chemie am Klinikum rechts der Isar in München. Davor leitete er das Institut für Molekulare Immunologie. Seit 2002 war er als ärztlicher und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der III. Medizinischen Klinik tätig. In fünf von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichen (SFB) war bzw. ist er Teilprojektleiter. Für seine Verdienste in der Krebsforschung und Immunologie wurde Ruland bereits vielfach ausgezeichnet: 1997 erhielt er ein Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2001 den Young Masters Award der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Im Jahr 2003 wurde er durch das Max-Eder-Programm der Deutschen Krebshilfe gefördert. 2006 bekam er den Arthur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. 2010 erhielt er den Paul-Martini-Preis und den Wilhelm-Warner-Preis für Krebsforschung.

ERC Advanced Grants: Unterstützung für Spitzenforscher
Die Forschungsgelder des European Research Council (ERC) sind sehr begehrt. Mehrere Tausend Anträge gehen jedes Jahr ein. Mit ERC Advanced Grants sollen Wissenschaftler gefördert werden, die sich bereits als unabhängige und selbstständige Spitzenforscher etabliert haben. Mit dieser Unterstützung können sie wegbereitende risikoreiche Forschungsvorhaben durchführen. Die einzigen Kriterien zur Vergabe der Fördermittel sind die wissenschaftliche Exzellenz des Antragstellers und des geplanten Projektes. Insgesamt stellt die EU in ihrem siebten Rahmenprogramm dafür 7,5 Milliarden Euro verteilt auf fünf Jahre zur Verfügung.

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de

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