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ERC Grant mit 1,9 Millionen Euro für Volker Mehrmann

05.01.2011
Mathematiker der TU Berlin bekommt angesehene Förderung vom European Research Council

Prof. Dr. Volker Mehrmann, Mathematiker der TU Berlin und Sprecher des DFG-Forschungszentrums MATHEON, wird mit einem Advanced Grant des European Research Council (ERC) ausgezeichnet. Damit stehen ihm in den kommenden fünf Jahren insgesamt 1,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Förderung soll bereits etablierte Spitzenforscher unterstützen und ist der höchste EU-Wissenschaftspreis. Der ERC fördert ausschließlich innovative und wegweisende Vorhaben der Grundlagenforschung, die gute Chancen haben, in Zukunft die Wissenschaft über die Grenzen der verschiedenen Disziplinen hinaus zu prägen. Bereits Ende 2009 wurden der Mathematiker Prof. Günter M. Ziegler, Ph. D., und Prof. Dr. Oliver Paschereit vom Fachgebiet Experimentelle Strömungsmechanik der TU Berlin für den begehrten ERC Grant ausgewählt. Prof. Dr. Janina Maultzsch (Physik), Prof. Dr. Olga Holtz (Mathematik), Prof. Dr. Peter K. Friz (Mathematik) sowie Prof. Dr. Marc Alexa (Informatik) von der TU Berlin bekamen im Jahr 2010 den ERC Starting Grant für ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftlerinnen beziehungsweise Nachwuchswissenschaftler.

Volker Mehrmann will einen neuen Ansatz zur integrierten Modellierung, Simulation und Regelung von dynamischen Systemen entwickeln. Solche Systeme bilden die Modellgrundlage unter anderem in der elektronischen Schaltungssimulation, der Mehrkörperdynamik und in der chemischen Verfahrenstechnik, aber auch in vielen anderen Anwendungsfeldern. Die automatisierte Modellierung solcher Systeme führt zu enormen mathematischen Schwierigkeiten bei der Simulation und insbesondere bei der modellbasierten Regelung und Optimierung. Diese ist jedoch eine zentrale Voraussetzung für die Vermeidung von teuren realen Experimenten oder dem Bau von Prototypen. Je mehr unterschiedliche physikalische Systeme verkoppelt werden, desto größer werden die Schwierigkeiten, das dynamische Verhalten angemessen zu simulieren oder zu beeinflussen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine systematische modularisierte Re-Modellierung notwendig. Wichtig ist dabei eine fehlerkontrollierte Modellreduktion und die Kontrolle beziehungsweise Unterdrückung der Fehlerübertragung zwischen den Komponenten.

„Ich gratuliere Volker Mehrmann im Namen der Universität zu dem angesehenen Grant. Die TU Berlin kann damit auf insgesamt sieben angesehene Förderungen durch den ERC verweisen. Das zeigt unsere Stärke im europäischen Wettbewerb um Drittmittel, vor allem auch, weil der ERC ausschließlich Spitzenleistungen und zukunftsweisende Ideen fördert“, so Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach, Präsident der TU Berlin.

Zur Person

Volker Mehrmann wurde 1955 in Detmold geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der Universität Bielefeld, wo er auch promovierte und sich 1988 habilitierte. In dieser Zeit war er ein Jahr Gastprofessor am mathematischen Institut der University of Wisconsin. Von 1988 bis 1989 war er Gastwissenschaftler am IBM Scientific Center Heidelberg. 1990 bis 1992 arbeitete Volker Mehrmann als Gastprofessor am Institut für Geometrie und Praktische Mathematik der RWTH Aachen, ehe er 1993 Professor an der Fakultät Mathematik der TU Chemnitz wurde. Seit 2000 ist er Professor am Institut für Mathematik der Technischen Universität Berlin und leitet die Forschungsgruppe „Numerische Mathematik“. Prof. Dr. Volker Mehrmann gehört seit der Gründung des DFG-Forschungszentrum MATHEON dessen Vorstand an und ist seit Sommer 2008 der Sprecher des renommierten Zentrums, das alle mathematischen Institute der Berliner Universitäten und zwei außeruniversitäre Forschungseinrichtungen zusammenführt.

Prof. Dr. Volker Mehrmann, Institut für Mathematik der TU Berlin,
Tel.: 030/314 - 21 264, E-Mail: mehrmann@math.tu-berlin.de,
Internet: www.math.tu-berlin.de/~mehrmann/, www.matheon.de

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-berlin.de/?id=95236

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