Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ERC fördert Verbundprojekt der Technischen Universität Dortmund und der Universität Heidelberg

21.08.2012
Mit einer Förderung des Europäischen Forschungsrates (ERC) ist das an der TU Dortmund und der Universität Heidelberg angesiedelte Verbundprojekt MOBOCON gestartet.
Ziel der fünfjährigen Forschungsarbeiten ist es, innovative Ansätze für die Steuerung chemischer und biochemischer Produktionsanlagen für den breiten industriellen Einsatz tauglich zu machen. Mit Hilfe komplexer Modelle und mathematischer Optimierungsverfahren soll ein energieeffizienter, ressourcenschonender, sicherer und wirtschaftlicher Betrieb verfahrenstechnischer Prozesse dauerhaft auch bei Veränderungen in der Anlage oder in den eingesetzten Rohstoffen realisiert werden.

Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln eines ERC Advanced Grant für Spitzenforscherinnen und -forscher in Europa, den Prof. Sebastian Engell von der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund und Prof. Hans Georg Bock vom Interdisziplinären Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR) der Universität Heidelberg gemeinsam erfolgreich beantragt haben. Insgesamt stehen für das Projekt Fördermittel in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Wie die beiden Wissenschaftler betonen, liegt das Innovationspotential ihres Projekts mit dem Titel „Model-based optimizing control – from a vision to industrial reality“ (MOBOCON) in der Anwendung innovativer Methoden der Regelungstechnik und des Wissenschaftlichen Rechnens auf komplexe verfahrenstechnische Prozesse wie zum Beispiel Anlagen zur Produktion hochwertiger Kunststoffe oder Bioraffinerien. „Dabei wollen wir das Potenzial von neuen chemischen und biochemischen Prozessen durch den Einsatz mathematischer Modelle und intelligenter Berechnungsmethoden nutzbar machen“, sagt Prof. Bock, der am IWR die Arbeitsgruppe Simulation und Optimierung leitet. Um diesen Ansatz von der Forschung in die industrielle Anwendung überführen zu können, müssen Zuverlässigkeit und Robustheit der Optimierungsalgorithmen gesteigert und Methoden zur Überwachung der komplexen Steuerungsverfahren entwickelt werden. Ein weiteres Forschungsthema sind neue Konzepte für die Interaktion zwischen Anlagenfahrerinnen und -fahrern und rechnerbasierter Steuerung, um die Akzeptanz der Methodik zu erhöhen und das Wissen der Anlagenfahrer in die Optimierung einzubeziehen. Die Ergebnisse des mit einem ERC Advanced Investigator Grant geförderten Forschungsprojekts werden im Betrieb einer Pilotanlage an der TU Dortmund eingesetzt und ausgetestet. Dabei werden auch komplexe Szenarien untersucht, etwa das Anfahren und Abschalten der Anlage.

„An den neuen Methoden ist besonders attraktiv, dass sie auf fast alle Prozesse anwendbar sind, bei denen Stoffe reagieren oder umgewandelt werden. Seien es nun Chemikalien, Kunststoffe, Metalle, Glas, Nahrungsmittel oder Getränke“, so Prof. Engell, Inhaber des Lehrstuhls für Systemdynamik und Prozessführung in der Fakultät Bio- und Chemieingenieurwesen der TU Dortmund. Den Dortmunder Wissenschaftler und seinen Heidelberger Kollegen Hans Georg Bock verbindet bereits eine langjährige Zusammenarbeit in mehreren von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekten, in denen auch die Grundlagen für das ERC Project MOBOCON gelegt wurden. Die Arbeiten an dem neuen Projekt haben bereits begonnen.

Der Europäische Forschungsrat (ERC) fördert Spitzenwissenschaftler, um grundlagenorientierte Forschung und visionäre Projekte voranzutreiben sowie neue interdisziplinäre Wissensgebiete zu erschließen. Zu den Förderlinien gehört der ERC Advanced Investigator Grant, der an herausragende Forscherinnen und Forscher aufgrund ihrer bisherigen Leistungen und innovativer Projektideen vergeben wird.

Kontakt:

Prof. Sebastian Engell
Technische Universität Dortmund
Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen
Lehrstuhl für Systemdynamik und Prozessführung
Telefon: (0231) 755–5127
E-Mail: erc_prof.engell@bci.tu-dortmund.de
Prof. Hans Georg Bock
Universität Heidelberg
Interdisziplinäres Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen
Telefon: (06221) 54-8237
E-Mail: scicom@iwr.uni-heidelberg.de

Angelika Mikus | idw
Weitere Informationen:
http://www.mobocon.eu/
http://www.tu-dortmund.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise