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ERC Consolidator Grants für exzellente Forschungsarbeit

07.02.2014
Der European Research Council ERC (Europäischer Forschungsrat) vergibt sogenannte ERC Consolidator Grants an zwei junge Nachwuchsforscher aus Tübingen.

Die begehrten Preise gehen an Dr. Felicity Jones, Forschungsgruppenleiterin am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft, und Dr. Remco Sprangers, Arbeitsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie. Sie erhalten für ihre Forschungsarbeit insgesamt zwei Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die ERC Grants gelten allgemein als die begehrtesten Preise in der europäischen Forschungslandschaft. Mit den Consolidator Grants unterstützt der Europäische Forschungsrat jedes Jahr Nachwuchswissenschaftler beliebiger Nationalität, die herausragende Forschungsarbeit leisten, es aber laut dem ERC in Europa schwer haben, sich zu unabhängigen Spitzenforschern zu entwickeln. Ihre Doktorarbeiten müssen bereits mindestens sieben Jahre zurückliegen.

Dr. Felicity Jones
Die aus Australien stammende Wissenschaftlerin erhält ihren ERC Consolidator Grant für ihre Forschung zur Frage, wie die Rekombination von Genen und Chromosomen evolutionäre Anpassungsprozesse beeinflusst. Sie und ihre Mitarbeiter forschen derzeit mit dreistacheligen Stichlingen, einer Fischart, die auch in unseren heimischen Gewässern lebt. Sie untersuchen an diesem Modell Mechanismen der genetischen Anpassung und Artenbildung, ,denn bisher weiß man wenig über die Faktoren, die diese Prozesse bestimmen und welchen Einfluss sie auf die Fitness, das Überleben und die Anpassung dieser Fische an ihre Umgebung haben können. Die meiotische Rekombination, so der Fachbegriff, ist hierbei ein fundamentaler biologischer Prozess, der dafür verantwortlich ist, welche Gene von den Eltern auf den Nachwuchs übergehen. „Wir arbeiten mit vielen Tipps und Tricks, die wir aus den Abteilungen des MPIs für Entwicklungsbiologie und des FMLs erhalten. Das macht diese beiden Einrichtungen zu einem wahren Hotspot für Genetik und Evolution in Tübingen,“ bekräftigt Jones. Das Preisgeld von zwei Millionen Euro fließt in den kommenden fünf Jahren in den Ausbau der Technologie für hochmoderne Genomforschung. Auch weitere Doktoranden- und Postdoktoranden-Stellen sollen damit geschaffen werden.
Dr. Remco Sprangers
Der wissenschaftliche Projektleiter am MPI für Entwicklungsbiologie widmet sich in seiner Forschungsarbeit der Zersetzung von mRNA, auch Boten-RNA (Ribonukleinsäure) genannt. Sprangers und sein Team wollen präzise beschreiben, wie genau die molekularen Prozesse beim Zerfall der mRNA ablaufen. Dafür wird auch NMR-Spektroskopie eingesetzt, um zu verstehen, wie sich Enzyme, die den mRNA-Zerfall steuern, in einem Netzwerk aus Interaktionen verhalten. „Die Komplexität und Detailtiefe, die wir erreichen möchten, gibt es bislang noch für keinen zellulären Signalweg,“ erklärt Sprangers. Der gebürtige Niederländer legt in den kommenden fünf Jahren ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung neuer Methoden, die helfen sollen, weitere und noch komplexere Zellfunktionen zu untersuchen.

Im Friedrich-Miescher-Laboratorium (FML) für Biologische Arbeitsgruppen der Max-Planck-Gesellschaft arbeiten nun mit Felicity Jones schon drei Arbeitsgruppen, die durch ERC Grants finanziell unterstützt werden. Das FML beherbergt derzeit insgesamt fünf Arbeitsgruppen.

Über uns:
Das FML wurde 1969 von der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses gegründet. Es bietet herausragenden jungen Forschern die Möglichkeit, über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine Arbeitsgruppe aufzubauen, eigene Forschungsideen zu verwirklichen und damit eine unabhängige Karriere zu starten. Zurzeit arbeiten mit fünf Nachwuchsgruppen über 50 Mitarbeiter am FML. Das FML arbeitet eng mit den ansässigen Max-Planck-Instituten für Entwicklungsbiologie und biologische Kybernetik auf dem Max-Planck-Campus zusammen.

Das Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie betreibt Grundlagenforschung auf den Gebieten der Biochemie, Molekularbiologie, Genetik sowie Zell- und Evolutionsbiologie. Es beschäftigt rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und hat seinen Sitz auf dem Max-Planck-Campus in Tübingen. Das MPI für Entwicklungsbiologie ist eines der 80 Institute und Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Der Max-Planck-Campus Tübingen beherbergt die Max-Planck-Institute für Entwicklungsbiologie, biologische Kybernetik und Intelligente Systeme/Standort Tübingen sowie das Friedrich-Miescher-Laboratorium. Insgesamt arbeiten und forschen rund 700 Personen auf dem Campus. Seine Institute sind Teil der 80 Forschungseinrichtungen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Weitere Informationen:

http://www.eb.tuebingen.mpg.de/de/forschung/arbeitsgruppen/remco-sprangers.html
http://www.fml.tuebingen.mpg.de/jones-group.html

Nadja Winter | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://eb.mpg.de

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