Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entwicklungssprung dank Open-Source-Software erwartet

11.05.2010
Exzellenzforscher gewinnen humanoiden Forschungs-Roboter nach weltweiter Ausschreibung

Wer würde nicht gerne noch etwas länger schlafen, während ein Roboter den Frühstückstisch deckt? Einen menschengroßen Roboter mit Gelenken, Armen und Sensoren zu bauen ist das eine. Einem Roboter beizubringen, wie ein Frühstückstisch gedeckt wird, ist das andere. Fortschritte in der Erforschung dieser kognitiven Fähigkeiten erhoffen sich die Forscher des Exzellenzclusters CoTeSys durch Kooperation mit zehn anderen international renommierten Forschungszentren.

Dank der heutigen Zusage eines amerikanischen Herstellers von humanoiden Service-Robotern wird die Forschung im Münchner Exzellenzcluster „CoTeSys – Cognition for Technical Systems“ einen Sprung nach vorne machen. Denn nun steht den Forschern von CoTeSys ein sehr gelenkiger und filigraner Roboter zur Verfügung, dem sie kognitive Fähigkeiten im Haushalt beibringen werden. Dieser auf OpenSource basierende Roboter namens PR2 wird den Forschern kostenlos überlassen.

Willow Garage, eine Firma im kalifornischen Silicon Valley, die sich dem Bau von Robotern und der Entwicklung einer „Open-Source“- Programmiersprache für Roboter verschrieben hat, kündigte an, dass elf führende Forschungseinrichtungen weltweit, darunter der Exzellenzcluster CoTeSys, einen PR2 erhalten. Um einen der elf mechanisch und elektronisch ausgeklügelten humanoiden Roboter zu erhalten, musste sich CoTeSys bewerben. Die Konkurrenz war sehr groß, 78 Anträge wurden eingereicht. Die Forscher von CoTeSys – allen voran Prof. Michael Beetz, Leiter der Forschungsgruppe, die den erfolgreichen Antrag eingereicht hatte – stehen damit in einer Linie mit Universitäten wie dem MIT, Stanford und Tokio, die ebenfalls ausgewählt wurden.

Alle elf Gewinner werden ihre eigenen Forschungsprojekte mit dem PR2 durchführen, aber Erfahrungen und vor allem Software für die Steuerung des Roboters austauschen und optimieren. Mit der Vergabe von PR2 an Einrichtungen der Spitzenforschung startet Willow Garage sein auf zwei Jahre ausgelegtes Beta-Programm. Mit dieser Initiative der Privatwirtschaft soll wissenschaftlicher Fortschritt beschleunigt werden und – getreu der OpenSource-Philosophie – der gesamten Robotik- Gemeinschaft und auch der Robotik-Industrie zugute kommen.

„Durch die OpenSource-Grundlage können wir die Forschung im Bereich Service-Robotik schneller vorantreiben, da weltweit erstklassige Forschungseinrichtungen ebenfalls mit dem PR2 arbeiten werden. Wir werden uns intensiv austauschen und dadurch in den nächsten zwei Jahren gewaltige Fortschritte erzielen. Unser RP2 soll beispielsweise lernen, einen Tisch eigenständig zu decken und alle notwendigen Utensilien zu erkennen und zu benutzen“, erklärt Prof. Beetz, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz.

Im Münchner Exzellenzcluster CoTeSys, der von der Technischen Universität München (TUM) koordiniert wird, arbeiten über 100 Wissenschaftler an der Übertragung kognitiven Verhaltens auf technische Systeme. Zwar wurden gerade in den Bereichen Sensorik und Erkennung der Umgebung große Fortschritte gemacht, „aber wirklich knifflig wird es“, so Prof. Michael Beetz, „wenn technische Systeme ihre eigenen Fähigkeiten kennen lernen sollen, wenn sie reflektieren und wissen sollen, was sie tun. Dies erfordert nicht nur genaue Daten über die Umgebung und den eigenen technischen Zustand, sondern auch ein hohes Maß an Abstraktions- und Lernfähigkeit. Ohne reale Technik lässt sich das nicht erforschen und demonstrieren“, so der Wissenschaftler. Am besten – und das ist eines der großen Ziele von CoTeSys – kann das an der Entwicklung kognitiver Roboter dargestellt werden.

Für Rückfragen:
Dr. Uwe Haass
Geschäftsführer CoTeSys
CCRL – CoTeSys Central Robotics Laboratory Technische Universität München Barer Straße 21, 80290 München Tel. +49 89 289 25 723, Fax +49 89 289 25 724

E-Mail: gst@cotesys.org

Ursula Eschbach | TU München
Weitere Informationen:
http://www.cotesys.org
http://ias.cs.tum.edu

Weitere Berichte zu: CoTeSys Entwicklungssprung Open-Source-Software PR2 Roboter Silicon Valley

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise