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Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert interdisziplinäre Blut-Stammzellforschung in Dresden

07.07.2014

Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) fördert eine Forschungskooperation unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Waskow und Dr. Kathrin Arndt vom Institut für Immunologie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus, Technische Universität Dresden.

Zusammen mit Prof. Dr. Francis Stewart und Dr. Andrea Kranz vom Biotechnologischen Zentrum der TU Dresden (BIOTEC) werden hier für die Blutbildung wichtige epigenetische Mechanismen untersucht. Ziel der wissenschaftlichen Kooperation ist die Erforschung molekularer Mechanismen und regulatorischer Netzwerke, die die Aktivität von Blutstammzellen koordinieren.


Prof. Claudia Waskow

Foto: Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Stephan Wiegand

Dabei sollen epigenetische Veränderungen in Blutstammzellen und deren Auswirkungen auf die Blutbildung in der Maus näher untersucht werden. Im besonderen Fokus liegen Untersuchungen über die Funktion eines Genprodukts das die DNA an bestimmten Stellen markiert und andere Gene zugänglich macht. Die EKFS finanziert das Forschungsprojekt über drei Jahre mit 300.000 Euro. Die Forschungsförderung der EKFS wird vergeben an herausragende wissenschaftliche Projekte, die von besonderem medizinischem Interesse sind.

Die Dresdner Wissenschaftler zielen mit ihrer Forschung auf ein besseres Verständnis epigenetisch regulierter Netzwerke in blutbildenden Stammzellen ab. Mit diesen Informationen sollen neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Erkrankungen des blutbildenden Systems möglich werden. Unabdingbare Voraussetzung für dieses Projekt ist die enge Zusammenarbeit zwischen zwei herausragenden Dresdner Laboren im Bereich der hämatopoetischen (Prof. Waskow) und epigenetischen (Prof. Stewart) Grundlagenforschung.

Blutstammzellen können sich durch Zellteilung selbst erneuern, aber auch kontinuierlich reife Blutzellen bilden. Beide Funktionen sind von grundlegender Bedeutung für das Überleben eines Organismus. Dieses enorme Potential wird seit Jahrzehnten therapeutisch genutzt, um unheilbare Erkrankungen des Blutsystems mit Hilfe von Stammzelltransplantationen zu behandeln.

„Die Koordination zwischen Selbsterhaltung und Reifung bildet die Grundlage für die lebenslange Aufrechterhaltung der Funktionen blutbildender Stammzellen“, erklärt Claudia Waskow, die soeben die Professur für Tiermodelle der Hämatopoiese an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus antrat. Zuvor war sie seit 2008 Gruppenleiterin „Regeneration in Hematopoiesis“ am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden – Exzellenzcluster an der TU Dresden (CRTD).

Reguliert wird die Entscheidung zwischen Selbsterneuerung und Reifung der blutbildenden Stammzellen durch die Aktivierung spezifischer genetischer Programme. Diese werden – basierend auf epigenetisch regulierten Mechanismen – koordiniert aktiviert. Epigenetische Mechanismen regulieren die Aktivität ganzer Gengruppen durch unterschiedliche Verpackungszustände der genetischen Information. Dadurch sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten nur bestimmte Gene zugänglich und somit verfügbar.

Nicht zugängliche Gene befinden sich in dicht verpackten DNA Strängen, während zugängliche Gene sich auf sehr locker vorliegenden DNA Strängen befinden. Die Zugänglichkeit der Gene wird durch die Aktivität definierter Proteine festgelegt, die epigenetische Veränderungen durchführen.

Kontakt:
Technische Universität Dresden
Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Regeneration and Animal Models in Hematopoiesis
Institut für Immunologie
Prof. Dr. Claudia Waskow
Tel.: +49(0)351 458 6448
E-Mail: claudia.waskow@tu-dresden.de
Internet: http://tu-dresden.de/Members/claudia.waskow

Über die Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt außerdem medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung rund 1.200 Projekte mit einem Gesamtvolumen von ca. 180 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

Kontakt
Dr. Susanne Schultz-Hector
Else Kröner-Fresenius-Stiftung
Postfach 1852
61352 Bad Homburg
Tel.: (06172) 897510
E-Mail: kontakt@ekfs.de

Konrad Kästner | idw - Informationsdienst Wissenschaft

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