Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Elena Conti erhält Louis-Jeantet Preis - Forschung zu RNA-Qualitätskontrolle ausgezeichnet

22.01.2014
Ähnlich einem Aktenvernichter zum Zerkleinern von unerwünschten oder potenziell gefährlichen Dokumenten, verwenden Zellen molekulare Maschinen, die unbrauchbare oder defekte Makromoleküle abbauen.

Elena Conti, Direktorin am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried entschlüsselte in atomarer Auflösung, wie defekte RNA erkannt und beseitigt wird. Für ihre Forschungsarbeiten zur zellulären Qualitätskontrolle wurde die Biochemikerin und Strukturbiologin jetzt mit dem Louis-Jeantet Preis für Medizin 2014 geehrt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 700.000 Schweizer Franken (ca. 570.000 Euro) verbunden und wird von der Louis-Jeantet Stiftung am 9. April 2014 in Genf verliehen.

RNAs bilden eine große Familie von Makromolekülen, die in allen Zellen vorhanden und an vielfältigen Prozessen beteiligt sind. Dazu zählt zum Beispiel das Übersetzen genomischer Informationen in Proteine. Wenn bei der Herstellung von RNA-Molekülen Fehler auftreten oder RNAs sich unkontrolliert anhäufen, kann dies die Zelle und damit den gesamten Organismus schädigen. Der Abbau von defekten oder nicht mehr benötigten RNAs ist ein sehr wichtiger Prozess für den Stoffwechsel unserer Zellen. Die Abteilung „Zelluläre Strukturbiologie“ um Elena Conti hat Strukturen und Mechanismen der molekularen Maschinen aufgeklärt, die entscheidend für diesen Prozess sind. Ihr Team konnte zeigen, wie der Exon-Junction-Komplex fest an RNA bindet und so als Markierung für fehlerhafte mRNA dient. Außerdem entschlüsselten die Max-Planck-Wissenschaftler, wie eine komplexe molekulare Maschine, das Exosom, RNAs in kleinere Stücke zerkleinert. Diese Arbeit machte deutlich, dass viele Grundprinzipien dieser Mechanismen in unterschiedlichen Lebensformen vorkommen.

„Das Preisgeld werde ich verwenden, um unsere Forschungen an den Mechanismen der RNA-Qualitätskontrolle und des RNA-Abbaus weiterzuführen und insbesondere um tiefere Einblicke in die Struktur und Regulation des Exosoms zu erhalten“, sagt Elena Conti.

Der Louis-Jeantet-Preis für Medizin zeichnet jedes Jahr Spitzenforscher aus, die ihre Tätigkeit in einem der Mitgliedstaaten des Europarates ausüben. Der Preis gehört zu den bestdotierten Auszeichnungen Europas und fördert die wissenschaftliche Exzellenz. 2014 wurde ebenfalls der Franzose Denis Le Bihan ausgezeichnet. Der Arzt und Physiker erhält den Preis für die Ausarbeitung einer neuen Bildgebungsmethode, welche die Diagnose und Behandlung von Schlaganfällen deutlich verbessert hat.

Weitere Informationen:

http://www.biochem.mpg.de/conti
- Webseite der Forschungsabteilung "Zelluläre Strukturbiologie" (Elena Conti)
http://www.biochem.mpg.de/3788875/070_Conti_Louis_Jeantet
- vollständige Pressemitteilung

Anja Konschak | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.biochem.mpg.de/conti

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie