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Ehrung für zwei große Erfinder

03.12.2012
Manfred Fuchs und Hermann Scholl erhalten den Werner-von-Siemens-Ring

(Gemeinsame Presseinformation und Einladung der Robert Bosch GmbH, der OHB AG, der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring und der PTB)

Ohne diese beiden Männer sähe unsere heutige Technikwelt ein Stück anders aus: Der eine ist einer der wichtigsten deutschen Raumfahrt-Pioniere, der andere war Wegbereiter für ABS und ESP®. Für ihre beeindruckende Lebensleistung erhalten Prof. Dott. Ing. h. c. Manfred Fuchs, der Chef des deutschen Raumfahrtunternehmens OHB AG, und Prof. Dr.-Ing. Hermann Scholl, der langjährige Chef der Robert Bosch GmbH, am 13. Dezember den Werner-von-Siemens-Ring. Die Preisverleihung findet von 14:30 Uhr an in den Räumen der Robert Bosch Stiftung, Repräsentanz Berlin, statt. Medienvertreter sind herzlich eingeladen.

Der Werner-von-Siemens-Ring gilt als einer der wichtigsten deutschen Preise im Bereich Technik und Ingenieurwissenschaften. Die gleichnamige Stiftung vergibt die Auszeichnung alle drei Jahre an Personen, die durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert haben. Erhalten haben den Ring in der Vergangenheit beispielsweise Konrad Zuse, der Erfinder des Computers, Carl von Linde, der Erfinder der Luftverflüssigung, sowie der Raumfahrtpionier Wernher von Braun. Und in der Raumfahrt ist auch einer der beiden diesjährigen Preisträger zuhause:

Manfred Fuchs:
Er schuf RUBIN, SAFIR und FALKE. Hinter den klangvollen Namen verbergen sich zwei Kleinsatelliten und ein Raumgleiter, die Fuchs mit seiner Firma OHB, einem deutschen Raumfahrtunternehmen, entwickelte. Sie dienten der Erdbeobachtung, für Kommunikationsexperimente sowie als Aerodynamik-Modell für den späteren Versuchsträger HERMES und machten seine Firma groß. Sie wuchs von zwei Dutzend auf heute über 2400 Mitarbeiter, mit Standorten in Bremen, München, Augsburg und im europäischen Umland. Legendär wurde das STATEX-Experiment, bei dem Fuchs 1999 in Zusammenarbeit mit der Universität Hohenheim 160 Kaulquappen des südafrikanischen Krallenfrosches für zehn Tage in den Weltraum fliegen ließ, wo sie Grundlagenexperimenten zur frühen Hirn- und Ohrentwicklung dienten. Aktuell produziert die Firma OHB 22 Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo und ist auch am zweiten großen europäischen Satellitenforschungsprogramm, der dritten Generation eines europäischen Wettersatellitensystems, beteiligt. Bevor er zum Firmengründer wurde, hatte Fuchs sich bereits als Pionier einen Namen gemacht: vom jüngsten Privatpiloten Italiens stieg der in Südtirol geborene Manfred Fuchs zum Visionär und Vordenker deutscher und europäischer Raumfahrtprojekte auf. Während seiner Zeit bei der Firma ERNO Raumfahrttechnik GmbH in Bremen war er entscheidend an dem europäischen bemannten Raumfahrtlabor Spacelab beteiligt. Neben dem grundsätzlichen Konzept geht vor allem eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Forschungsprojekten im Spacelab, etwa zur Mikrogravitation, auf ihn zurück. Den Werner-von-Siemens-Ring bekommt er für sein Lebenswerk, „in Anerkennung seines Beitrages zur erfolgreichen Weiterentwicklung der Anwendungssatellitentechnik, mit der Deutschland weiter an vorderster Front auf diesem Gebiet in Europa steht“, wie es in der Urkunde heißt.

Hermann Scholl:
Er brachte den Autos gewissermaßen das Denken bei. Bereits Anfang der 1960er Jahre erkannte der promovierte Elektroingenieur Hermann Scholl, schon damals Mitarbeiter der Robert Bosch GmbH, dass der Einsatz von Elektronik nicht nur in der Computer- und Kommunikationstechnologie, sondern auch in Automobilen sinnvoll ist. Er war an der Entwicklung der elektronisch gesteuerten Benzineinspritzung Jetronic, die 1967 auf den Markt kam, maßgeblich beteiligt. Und er führte diesen Weg konsequent fort. Während er schnell in der Firma aufstieg, setzte Scholl auf die Weiterentwicklung der Automobilelektronik, ohne die ein Auto heute nicht so leistungsfähig und komfortabel und dabei sparsam und emissionsarm wäre. Schon 1978 brachte das Unternehmen unter seiner Verantwortung das weltweit erste zuverlässige und in Großserie produzierte ABS für Personenwagen auf den Markt, ein Jahr später das weltweit erste mikroprozessorgesteuerte System zur Benzineinspritzung und Zündung, die Motronic. Am 1. Juli 1993 übernahm Hermann Scholl den Vorsitz der Geschäftsführung. Bosch wurde unter Scholls Führung zum Weltmarktführer auf den Gebieten elektronische Motorsteuerung und Bremsregelsysteme, und die Zahl der Beschäftigten stieg in den zehn Jahren seines Vorsitzes von 165 000 auf über 230 000. Im Jahr 2000 wurde Scholl zusätzlich Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Robert Bosch Industrietreuhand KG. Nach zehn Jahren als Vorsitzender der Geschäftsführung übernahm er im Jahr 2003 den Vorsitz des Aufsichtsrates der Robert Bosch GmbH. Im Juni 2012 schied er aus dem Unternehmen aus und ist seither Ehrenvorsitzender der Bosch-Gruppe. „Hermann Scholl gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten, die wissenschaftliche Qualifikation mit großer Führungsbegabung verbinden. Er hat die Automobiltechnik sehr gefördert und die Verkehrssicherheit erhöht“, betont Prof. Dr. Joachim Ullrich, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring und Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB).
(es/ptb)

Ablauf der Preisverleihung am 13. Dezember 2012
in der Robert Bosch Stiftung, Repräsentanz Berlin, Französische Straße 32, 10117 Berlin:

14:30 - Beginn der Festveranstaltung (United Swingtett)
14:40 - Begrüßung (Prof. Dr. Joachim Ullrich, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring)
14:50 - Ansprache (Dr. Sven Halldorn, Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie)
15:00 - Laudatio auf den Preisträger Prof. Dott. Manfred Fuchs (Dipl. Ing. Hans Hoffmann, Mitglied des Stiftungsrates)
15:20 - Laudatio auf den Preisträger Prof. Dr. Hermann Scholl (Prof. Dr. Berthold Leibinger, Mitglied des Stiftungsrates, Ringträger 2005)
15:40 - United Swingtett
15:50 - Ringübergabe (Prof. Dr. Joachim Ullrich, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring)
16:05 - Begrüßung der Ringträger (Bernard Meyer, Mitglied des Stiftungsrates, Ringträger 2008)
16:20 - Prof. Dott. Manfred Fuchs berichtet aus seiner Arbeit
16:35 - Prof. Dr. Hermann Scholl berichtet aus seiner Arbeit
16:50 - United Swingtett
17:00 - Verabschiedung und Eröffnung des Stehempfanges (Prof. Dr. Joachim Ullrich, Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung Werner-von-Siemens-Ring)
17:00 - Stehempfang im Obergeschoss der Robert Bosch Stiftung, Repräsentanz Berlin,mit Präsentation der Exponate der beiden Firmen
ca. 18:00 - Ende der Festveranstaltung

Exponate der beiden Firmen:
Die Robert Bosch GmbH zeigt neben Produktmustern von ABS und ESP® einen Film zum Systemaufbau und der Funktionsweise des ESP®. Die Firma OHB präsentiert das Modell eines Kleinsatelliten.

Stiftung Werner-von-Siemens-Ring:
Anlässlich des 100. Geburtstages von Werner von Siemens am 13. Dezember 1916 wurde in Berlin die „Siemens-Ring-Stiftung“ mit der Hauptaufgabe gegründet, „lebende Personen ohne Ansehen des Amtes, der Stellung oder des Ranges auszuzeichnen, wenn sie durch ihre Leistung die technischen Wissenschaften gefördert oder als Vertreter der Wissenschaft durch ihre Forschung der Technik neue Wege erschlossen haben“. Später wurde sie in „Stiftung Werner-von-Siemens-Ring“ umbenannt. Der „Werner-von-Siemens-Ring – Ehrenring für Verdienste um Naturwissenschaft und Technik“ gilt als eine der höchsten deutschen Auszeichnungen auf diesem Gebiet und wird an hochverdiente Naturforscher und Gestalter der Technik verliehen. Vergeben wird der Ring durch einen Stiftungsrat, dem neben den noch lebenden Ringträgern die Vorsitzenden oder Vertreter technisch-wissenschaftlicher Verbände sowie der Wirtschaft, die Vorsitzenden der großen Wissenschaftsorganisationen, zwei Professoren der Natur- oder Ingenieurwissenschaften sowie ein Mitglied der Familie von Siemens angehören. Den Vorsitz nimmt satzungsgemäß der Präsident der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt wahr. Schirmherr der Stiftung ist der Bundespräsident.

Weitere Informationen:
Stiftung Werner-von-Siemens-Ring,
c/o Deutscher Verband Technisch-Wissenschaftlicher Vereine (DVT)
Dr. Sebastian Lange, Geschäftsführer
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Telefon: (030) 310078-155, Fax: (030) 310078-225
wvsr@dvt-net.de, http://www.siemens-ring.de

Erika Schow | PTB
Weitere Informationen:
http://www.siemens-ring.de

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