Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dr. Halvar Schmidt erhält HBM Award: Komplexe Klebstrukturen des Fahrzeugbaus auslegen

19.05.2014

Darmstadt ist seit langem bekannt als Zentrum der Betriebsfestigkeitsforschung. Prüf- und Messgeräte, Berechnungsmethoden und Design-Philosophien wurden hier entwickelt. Mit seiner Dissertation über die „Schwingfestigkeitsanalyse struktureller Klebverbindungen unter Belastung mit variablen Amplituden“ hat Halvar Schmidt, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, dieser Historie ein preiswürdiges Beispiel hinzugefügt. Für seine wissenschaftliche Arbeit zeichnet ihn das Unternehmen HBM, Messtechnik-Spezialist aus Darmstadt, anlässlich des vierten „Symposium on Structural Durability in Darmstadt“ SoSDiD am 14. Mai 2014 mit dem HBM-Award aus.

Der Anfang des Jahres promovierte Wissenschaftler stelle der Industrie ein experimentell verifiziertes Bemessungsverfahren zur Verfügung, mit dem komplexe Klebstrukturen des Fahrzeugbaus auch unter Realisierung signifikanter Leichtbauvorteile ausgelegt werden können, heißt es in der Begründung.


Dr. Karl-Heinz Haase (li.), Product and Application Manager Optical Technology & Asset Monitoring bei HBM überreichte den HBM-Award an Dr. Halvar Schmidt (li.), Wissenschaftler im Fraunhofer LBF.

Claus Borgenheimer, Fraunhofer LBF

Das Unternehmen Hottinger Baldwin Messtechnik GmbH kooperiert mit dem Fraunhofer LBF und der Technischen Universität Darmstadt. Alle drei Jahre wird im Rahmen des SoSDiD der HBM Award zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses an diesen Instituten verliehen. So sollen innovative Ideen aus der Wissenschaft gefördert und schneller in die Praxis umgesetzt werden.

Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Betriebsfestigkeit erfordern von den Wissenschaftlern eine enge Zusammenarbeit etwa bei der präzisen Ermittlung von Lebensdauern oder der Weiterentwicklung von Bewertungsmethoden.
Der moderne Karosseriebau bemüht sich heute, Kosten und Gewicht zu reduzieren. Vermehrt kommen hierbei neue Werkstoffe wie höchstfeste Stähle und die Multimaterialbauweise zum Einsatz. Entscheidend sind hierbei geeignete Fügeverbindungen, da diese oftmals die Schwachstelle der Konstruktion darstellen. Immer häufiger setzt der Karosseriebau Klebverbindungen ein, weil sich damit Festigkeiten steigern und das Verhalten unter Crash­Belastungen verbessern lassen. Zudem bietet sich die Möglichkeit, nicht oder nur schwer schweißbare Komponenten zuverlässig zu verbinden.

In der Konstruktionsphase gewinnt daher die Auslegung struktureller Klebverbindungen stetig an Bedeutung. Schmidt hat in seiner Arbeit die Schwingfestigkeitseigenschaften struktureller Klebverbindungen unter Belastungen mit variablen Amplituden sowohl experimentell als auch rechnerisch detailliert analysiert. Er entwickelte dabei eine neuartige bauteilähnliche Probenform, die sich im Labormaßstab einsetzen lässt und die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf reale Bauteile gewährleistet.

ln der rechnerischen Analyse konzentrierte sich Schmidt auf die Untersuchung linearer bzw. linear-elastischer Konzepte mit möglichst geringem Modellierungs- und Berechnungsaufwand und überprüfte deren Anwendbarkeit und Bewertungsgüte bei der rechnerischen Lebensdaueranalyse struktureller Klebverbindungen.

Weitere Informationen:

http://www.sosdid.de
http://www.hbm.com

Anke Zeidler-Finsel | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.lbf.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik