Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DNA-Diagnostik aus der Tablettenverpackung

12.11.2010
Freiburger Forscher bekommen FAM-Förderpreis

„Mikro-Blister“ heißt die Innovation dreier Wissenschaftler des Instituts für Mikrosystemtechnik (IMTEK) der Universität Freiburg. Sie entwickeln neue diagnostische Testverfahren, unter anderem für die schnelle Typisierung infektiöser Erreger.

Dazu haben sie eine günstige Technologie entwickelt, die bei der Verpackung von Tabletten in der Pharmaindustrie eingesetzt wird: Aus der bekannten „Blister“-Technologie wurde so die „Mikro-Blister“-Technologie. Sie könnte in Zukunft dazu führen, dass Patienten mit einer bakteriellen Infektion innerhalb von 45 Minuten das für sie am besten wirksame Antibiotikum verabreicht werden kann – direkt beim Arzt, ohne den langen und teuren Umweg über ein zentrales Labor.

Am 11. November 2010 wurde den Wissenschaftlern Dr. Maximilian Focke, PostDoc am IMTEK-Lehrstuhl Anwendungsentwicklung, Dr. Claas Müller, akademischer Direktor des IMTEK-Lehrstuhls Prozesstechnologie, und Dr. Felix von Stetten, Bereichsleiter Lab-on-a-Chip am Institut für Mikrotechnik und Informationstechnik der Hahn-Schickard-Gesellschaft e.V., der FAM-Förderpreis des Vereins Forum Angewandte Mikrosystemtechnik (FAM) verliehen. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert.

Mit den Blisterverpackungen lassen sich Tabletten und Reagenzien in Milliardenstückzahlen verpacken. Blister sind dünne, dreidimensional geformte Folien, die ihren Inhalt mit einer Dampfsperre vor Feuchtigkeit schützen. Die verschiedenen Reagenzien sind in den „Mikro-Blistern“ durch Mikrokanäle miteinander verbunden. Dadurch werden die Reagenzien automatisch freigesetzt und miteinander zur Reaktion gebracht. Komplexe Analyseprozeduren können so automatisiert in Folien ablaufen, die von außen wie eine Tablettenverpackung aussehen. Die Technologie der IMTEK-Forscher wurde bereits für unterschiedliche Anwendungen erfolgreich getestet – von der automatischen Extraktion von DNA aus biologischen Proben bis hin zur schnellen Genotypisierung bakterieller Erreger.

Besonders überzeugt hat die Jury, dass das neue Forschungsfeld über das Machbarkeitsstadium hinausgeführt wurde. „Der Ansatz findet einen schnell wachsenden Markt in der medizinischen In-vitro-Diagnostik, da die Systeme schon jetzt für viele klinisch relevante Szenarien eine Rundum-Lösung bieten“, sagt der FAM-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Bay.

Das Forum Angewandte Mikrosystemtechnik fördert die Praxisorientierung der Ingenieurausbildung an der Universität Freiburg und treibt den Austausch zwischen dem IMTEK mit der Industrie, der Öffentlichen Hand sowie mit der Gesellschaft voran. Es vergibt jährlich den FAM-Förderpreis für herausragende wissenschaftliche Leistungen oder Entwicklungs- und Innovationsleistungen auf dem Gebiet der Mikrosystemtechnik.

Kontakt:
Katrin Grötzinger
Kommunikation & Marketing
Institut für Mikrosystemtechnik – IMTEK
Tel.: 0761/203-7252
E-Mail: groetzinger@imtek.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.imtek.de/fam
http://www.loac-hsg-imit.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie