Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGZfP-Anwenderpreis 2013 für Mitarbeiter des Fraunhofer IZFP Saarbrücken

02.07.2013
In Würdigung und Anerkennung hervorragender Leistungen auf dem Gebiet der Zerstörungsfreien Prüfung verlieh die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e. V. auf ihrer diesjährigen Jahrestagung in Dresden den Anwenderpreis 2013 für die Arbeiten zum Thema »Computertomographie-Automat SeedInspector zur automatischen Bewertung von Saatgut« an Dr. Felix Porsch (Fraunhofer IZFP/EZRT, Saarbrücken), Andreas Gelz (Q Net Engineering GmbH, Saarbrücken) sowie Dipl.-Inf. Markus Rehak (Fraunhofer IIS/EZRT, Fürth).

Per Knopfdruck sehen, ob ein Samenkorn den Anforderungen der Saatguthersteller entspricht, ob dieses leer ist oder bis zur ertragsreichen Ernte führen kann - in der Vergangenheit war dies nur mit Hilfe zweidimensionaler Röntgendurchstrahlung möglich.

Dieser Herausforderung haben sich die Wissenschaftler am Fraunhofer IZFP, EZRT und IIS gestellt und ein CT-System zum Einsatz in der Qualitätssicherung bei der Produktion von Zuckerrübensaatgut entwickelt, das robotergestützte Serienuntersuchungen mit automatisiertem Probenwechsel und automatisierter Volumenbildverarbeitung ermöglicht.

Zur einfachen Handhabung und Probenpräparation wird eine Stichprobe von ca. 400 Samen in ein Plastikdöschen eingefüllt. Der ID-Code der Probe wird eingescannt und in einer Datenbank hinterlegt. Bis zu 60 solcher Proben werden auf ein spezielles Probentablett gestellt. Nach Positionieren des Tabletts in das CT-System werden die Döschen auf dem Tablett mittels Computertomographie und Bildauswertung automatisch untersucht und bewertet.

Zur Bewertung separiert die Bildverarbeitung die Samenkörner und segmentiert sie in die Bestandteile. Das Ergebnis ist eine Liste mit etwa 20 Messwerten für jedes einzelne Samenkorn. Die CT-Aufnahme und Auswertung einer Probe ist in wenigen Minuten abgeschlossen. Der automatische Probenwechsler ermöglicht die Untersuchung der 60 Proben eines Tabletts innerhalb von 7 Stunden. Zur Qualitätssicherung werden regelmäßig Referenzproben eingesetzt. Die Auswertung und Beurteilung der Referenzmessungen erfolgt automatisch anhand von Qualitätsregelkarten.

Das Computertomographiesystem »SeedInspector« ermöglicht im Vergleich zur visuellen Inspektion eine verbesserte Beurteilung der Verarbeitungsschritte; es liefert statistische Werte und Messwerte über Volumen und Abmessungen der einzelnen Samenbestandteile der untersuchten Stichprobe. In der Produktion ermöglicht das automatische System die genaue Analyse und Optimierung jedes Prozessschrittes auch bei kleiner Losgröße.

Inzwischen ist der CT-Automat »SeedInspector« bei drei verschiedenen Saatgutherstellern in Betrieb. Durch den Einsatz dieses Systems konnte der Sichtungsprozess automatisiert und optimiert sowie die Qualität des Saatgutes deutlich gesteigert werden.
Der Anwendungsbereich des CT-Automaten ist nicht auf die Bewertung von Saatgut beschränkt. Weitere Einsatzgebiete sind u. a. die Ermittlung von Korn- und Porengrößenverteilungen, Materialcharakterisierung (Gemenge, Gefüge, Dichteverteilung), Maßhaltigkeitsüberprüfung an großen Mengen kleiner Teile, Integritäts-und Vollständigkeitsprüfungen u. v. a. Das System ermöglicht die vollautomatische Bewertung einer großen Anzahl von Proben in kurzer Zeit.

Allgemeine Informationen zum Fraunhofer IZFP
Als Forschungsinstitut und Partner für Industrieunternehmen befasst sich das Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP mit den physikalischen Methoden der zerstörungsfreien Prüfung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erarbeiten Verfahren zur Materialcharak-terisierung, analysieren Produktionsprozesse und -abläufe, bewerten betriebliche Risiken und entwickeln marktgerechte Prüfgeräte und Systeme. Die qualitätsgesicherte industrielle Anwendung dieser Arbeiten wird durch die Validierung im nach DIN EN ISO / IEC 17025 akkreditierten Prüf- und Applikationszentrum unterstützt. Dessen Prüflabor verfügt über die Kompetenz, Entwicklungsergebnisse des Instituts für die Anwendung zu qualifizieren und zu validieren.

Die Akkreditierung erstreckt sich nicht nur auf die Durchfüh¬rung von Prüfungen mit genormten Verfahren. Vielmehr dür¬fen nach besagter Validierung neue, eigenständig entwickelte Verfahren eingesetzt und bekannte Verfahren weiterentwickelt werden, ohne dass es einer vorherigen Zustimmung des Akkreditierers bedarf. Besonderes Augenmerk liegt darauf, regionale klein- und mittelständische Unternehmen besser zu erreichen und ihnen qualitätsgesicherte, individuelle Problem¬lösungen anzubieten.

Vor allem die Verbesserung der Produktqualität bei gleichzeitiger Senkung von Qualitäts- und Produktionskosten steht – unter Sicherheits- und Verfügbarkeitsaspekten – im Fokus der anwendungsorientierten, industrietauglichen Weiterentwicklungen des Fraunhofer IZFP. Ein weiterer Schwerpunkt liegt mit der zerstörungsfreien Bauwerksprüfung vor: Structural Health Monitoring und Zustandserfassung von Infrastrukturbauwerken, Straßen, Brücken und sonstigen Bauwerken aus Stahl- und Spannbeton gewinnen immer größere Bedeutung.

Sabine Burbes | Fraunhofer-Institut
Weitere Informationen:
http://www.izfp.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Muskelaufbau im Computer: Internationales Team will Entstehung von Myofibrillen enträtseln
13.06.2018 | Technische Universität Dresden

nachricht Die Suche nach einer aktiven und stabilen Oberfläche
13.06.2018 | Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: AchemAsia 2019 in Shanghai

Die AchemAsia geht in ihr viertes Jahrzehnt und bricht auf zu neuen Ufern: Das International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production findet vom 21. bis 23. Mai 2019 in Shanghai, China statt. Gleichzeitig erhält die Veranstaltung ein aktuelles Profil: Die elfte Ausgabe fokussiert auf Themen, die für Chinas Prozessindustrie besonders relevant sind, und legt den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und Innovation.

1989 wurde die AchemAsia als Spin-Off der ACHEMA ins Leben gerufen, um die Bedürfnisse der sich damals noch entwickelnden Iindustrie in China zu erfüllen. Seit...

Im Focus: AchemAsia 2019 will take place in Shanghai

Moving into its fourth decade, AchemAsia is setting out for new horizons: The International Expo and Innovation Forum for Sustainable Chemical Production will take place from 21-23 May 2019 in Shanghai, China. With an updated event profile, the eleventh edition focusses on topics that are especially relevant for the Chinese process industry, putting a strong emphasis on sustainability and innovation.

Founded in 1989 as a spin-off of ACHEMA to cater to the needs of China’s then developing industry, AchemAsia has since grown into a platform where the latest...

Im Focus: Li-Fi erstmals für das industrielle Internet der Dinge getestet

Mit einer Abschlusspräsentation im BMW Werk München wurde das BMBF-geförderte Projekt OWICELLS erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde eine Li-Fi Kommunikation zu einem mobilen Roboter in einer 5x5m² Fertigungszelle demonstriert, der produktionsübliche Vorgänge durchführt (Teile schweißen, umlegen und prüfen). Die robuste, optische Drahtlosübertragung beruht auf räumlicher Diversität, d.h. Daten werden von mehreren LEDs und mehreren Photodioden gleichzeitig gesendet und empfangen. Das System kann Daten mit mehr als 100 Mbit/s und fünf Millisekunden Latenz übertragen.

Moderne Produktionstechniken in der Automobilindustrie müssen flexibler werden, um sich an individuelle Kundenwünsche anpassen zu können. Forscher untersuchen...

Im Focus: First real-time test of Li-Fi utilization for the industrial Internet of Things

The BMBF-funded OWICELLS project was successfully completed with a final presentation at the BMW plant in Munich. The presentation demonstrated a Li-Fi communication with a mobile robot, while the robot carried out usual production processes (welding, moving and testing parts) in a 5x5m² production cell. The robust, optical wireless transmission is based on spatial diversity; in other words, data is sent and received simultaneously by several LEDs and several photodiodes. The system can transmit data at more than 100 Mbit/s and five milliseconds latency.

Modern production technologies in the automobile industry must become more flexible in order to fulfil individual customer requirements.

Im Focus: ALMA entdeckt Trio von Baby-Planeten rund um neugeborenen Stern

Neuartige Technik, um die jüngsten Planeten in unserer Galaxis zu finden

Zwei unabhängige Astronomenteams haben mit ALMA überzeugende Belege dafür gefunden, dass sich drei junge Planeten im Orbit um den Säuglingsstern HD 163296...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz – Schafft der Mensch seine Arbeit ab?

15.06.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Asteroidenforschung in Garching

13.06.2018 | Veranstaltungen

Meteoriteneinschläge und Spektralfarben: HITS bei Explore Science 2018

11.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

EMAG auf der AMB: Hochproduktive Lösungen für die vernetzte Automotive-Produktion

15.06.2018 | Messenachrichten

AchemAsia 2019 in Shanghai

15.06.2018 | Messenachrichten

Dem Fettfinger zu Leibe rücken: Neuer Nanolack soll Antifingerprint-Oberflächen schaffen

15.06.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics