Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus 2010 vergeben

29.11.2010
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) vergibt in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit bereits zum zweiten Mal den mit 10.0000 Euro dotierten DGPPN-Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus. Der Fernsehjournalist Dr. Patrick Hünerfeld sowie das Autoren-Team Julien Félix, Sébastien Mesquida und Yann Le Gléau wurden am Freitag, den 26. November 2010, im Rahmen des diesjährigen DGPPN-Kongresses mit dem Preis ausgezeichnet.

Der mit 7.000 Euro preisgekrönte Beitrag „[betrifft] Schrittmacher fürs Gehirn“ von Dr. Patrick Hünerfeld, der am 25. November 2009 im Fernsehproramm des SWR gesendet wurde, zeigt in sehr eindringlicher Weise das Schicksal von Thomas, einem jungen Mann, der am Tourette-Syndrom leidet.

Bizarre Ticks, die ihn oftmals im Minutentakt quälen, machen ihm ein normales Leben vollkommen unmöglich. Weder Medikamente noch Psychotherapie haben ihm bislang geholfen. Seine letzte Hoffnung ist nun eine neue experimentelle Therapie: Er will sich einen Hirnschrittmacher einsetzen lassen und damit seine Krankheit besiegen. Der knapp 45 Minuten lange Film dokumentiert, wie der Journalist Hünerfeld und sein Team Thomas über viele Monate begleitet haben – vor, während und nach seiner Operation. Hünerfeld zeigt dabei, wie ein Team von Psychiatern und Neurochirurgen an der Universitätsklinik Köln versucht, dem Patienten mittels der so genannten Tiefenhirnstimulation zu helfen.

Die Zuschauer lernen dabei nicht nur dieses neue Therapieverfahren kennen, das mittlerweile bei unterschiedlichen psychiatrischen Erkrankungen experimentell eingesetzt wird. Sie lernen vor allem Thomas kennen, den sie empathisch durch den Film begleiten können. Die Zuschauer erleben dabei eindrucksvoll, wie sehr Thomas nicht nur unter seiner Krankheit zu leiden hat, sondern auch unter der Stigmatisierung, die damit verbunden ist.

Ebenso überzeugte die Jury der Beitrag „Bali: Vom Dämon besessen“ des Autoren-Teams Julien Félix, Sébastien Mesquida und Yann Le Gléau. Die mit einem Preisgeld von 3.000 Euro ausgezeichnete Reportage, die am 13. Februar 2010 beim deutsch-französischen Sender ARTE gezeigt wurde, bringt dem Zuschauer ein Stück Lebenswirklichkeit im Touristenparadies Bali ganz abseits der Strände und Hotels näher: Wer dort seine psychische Gesundheit verliert, der kann kaum auf Hilfe zählen. Im schlimmsten Fall schließen ihn seine Angehörigen sogar in Ketten, klammern seine Füße in einem Holzblock oder sperren ihn in einen Käfig. Die Not der psychisch kranken Menschen, ihrer Angehörigen und der einsame Kampf einer Psychiaterin diesen Menschen zu helfen, steht im Mittelpunkt dieses 20-minütigen Beitrags. Die Reporter stoßen mitten im Dschungel auf dramatische Schicksale und drehen ergreifende Bilder und Szenen des Elends. Dennoch gelingt es ihnen, jeden Eindruck von Voyeurismus und Sensationsmache zu vermeiden. Sie nähern sich den schrecklichen Schicksalen auf sensible und rücksichtsvolle Weise, versuchen zu verstehen, wie es dazu hat kommen können und ersparen sich jede Verurteilung eventuell Schuldiger. Sie zeigen uns alle Seite des menschlichen Dramas.

Mit dem Medienpreis für Wissenschaftsjournalismus würdigen DGPPN und Stiftung für seelische Gesundheit engagierte Journalistinnen und Journalisten im Bereich Wissenschaftsberichterstattung der Print- bzw. Elektronikmedien für hervorragende Leistungen. Die Jury, zu der u.a. Dr. Harro Albrecht, Die Zeit (Hamburg), Judith Baensch, RTL-aktuell (Köln), Ulrike Eichin, ZDF (Mainz), Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung (Frankfurt/Main), Jochen Niehaus, Focus (München) sowie Volker Weinl, Bild am Sonntag (Berlin), gehörten, hat die preiswürdigen Beiträge aus rund 60 Einsendungen ausgewählt. Voraussetzung für die Bewerbung, zu der auch ausdrücklich junge Autorinnen und Autoren aufgefordert waren, sollten Beiträge sein, die zur Popularisierung wissenschaftlicher Sachverhalte aus den Bereichen Psychiatrie, Psychotherapie sowie seelische Gesundheit beitragen. Der Preis wird von der DGPPN in Verbindung mit der Stiftung für seelische Gesundheit verliehen. Die Zielsetzung der Stiftung gilt der Förderung der seelischen Gesundheit der Bevölkerung und die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die Stiftung ist Mitglied im Stifterverband der Deutschen Wissenschaft

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Frank Schneider
Präsident DGPPN
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30
52074 Aachen
Tel.: 0241-80 89633
Fax: 0241-80 82401
E-Mail: fschneider@ukaachen.de
Dr. Thomas Nesseler
Hauptgeschäftsführer und Pressesprecher DGPPN
Reinhardtstraße 14
10117 Berlin
Tel.: 030-2404 772 0
Fax: 030-2404 772 29
E-Mail: t.nesseler@dgppn.de

Dr. Thomas Nesseler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de/dgppn-kongress/presse.html

Weitere Berichte zu: DGPPN DGPPN-Medienpreis Hünerfeld Psychiatrie Psychotherapie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Projekt: Bilder leistungsstark und energieeffizient verarbeiten
24.01.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht „Allen Unkenrufen zum Trotz“ Neues Projekt sorgt für Schutz der Gelbbauchunken in Bayern
24.01.2017 | Bundesamt für Naturschutz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie