Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DGPPN-Forschungspreise 2013: vier Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet

29.11.2013
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) zeichnet in diesem Jahr in Verbindung mit der Stiftung für Seelische Gesundheit vier herausragende Nachwuchswissenschaftler aus.

Prämiert werden Forschungsprojekte im Bereich der Versorgung, Epidemiologie, Neurobiologie und der ärztlichen Psychotherapie. Die Preise sind mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Die Preisverleihungen finden in dieser Woche im Rahmen des DGPPN Kongresses in Berlin statt.

Zur Förderung von Wissenschaft und Karriere im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie schreibt die DGPPN in jedem Jahr zahlreiche Preise aus. Dabei setzt sie einen besonderen Schwerpunkt auf die Nachwuchsförderung.

Mit dem DGPPN-Forschungsförderpreis für Versorgungsforschung und Epidemiologie bei psychischen Störungen 2013 werden zwei Preisträgerinnen ausgezeichnet: PD Dr. rer. hum biol. Dipl.-Psych. Katharina Luttenberger, Psychiatrische und Psychotherapeutische Klinik des Universitätsklinikums Erlangen, und Dr. med. Heike Wersching, MSc, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Der Forschungsschwerpunkt von Dr. Luttenberger liegt in der Diagnostik und Therapie von Menschen mit Demenz. Dabei stehen besonders die Erforschung von nicht-medikamentösen ressourcenerhaltenden Therapien und die Instumentenverbesserung, -entwicklung und -weiterentwicklung im Mittelpunkt. Mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird Dr. Luttenberger ihren Forschungsaufenthalt bei den Profs. Ferris, Mittelman und Reisberg am Alzheimer´s Disease Center, NYU Medical Center, USA, finanzieren.

Dr. Wersching erforscht die Ursachen und Einflussfaktoren vorzeitiger Alterungsprozesse im Gehirn und auf zellulärer Ebene. Ein Schwerpunkt stellt dabei die Charakterisierung von (mikro-) strukturellen Gehirnveränderungen in der zerebralen Magnetresonanztomografie sowie die Analyse von Zellalterungsprozessen bei Patienten mit depressiven Erkrankungen dar. Das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro wird Dr. Wersching für einen Forschungsaufenthalt am Fachbereich Epidemiologie an der Erasmus Universität in Rotterdam, Niederlande, zur Weiterbildung der Methodenkompetenz zur Analyse und Interpretation der komplexen Zusammenhänge biologischer, verhaltensbasierter und therapeutischer Aspekte in der Beziehung von Depression, Kognition und Alterung nutzen.

Den DGPPN-Preis für neurobiologische Forschung in der Psychiatrie, den die Fachgesellschaft in diesem Jahr zum ersten Mal verleiht, geht an PD Dr. med. Alkomiet Hasan, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Frage, wie sich Erregbarkeitsmuster im Verlauf der Schizophrenie verändern und wie dies die Plastizität des Gehirns beeinflusst.

Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro wird konkret dazu eingesetzt, im Rahmen eines viermonatigen Forschungsaufenthaltes bei Professor Dr. John Rothwell am Sobell Department of Motor Neuroscience and Movement Disorders am Institute of Neurology (Queen Square Hospital London, England) Daten für das Forschungsprojekt "Multimodale physiologische Untersuchung von Determinanten kortikaler Plastizität" zu erheben. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wird Dr. Hasan die gesammelten Befunde sowie erlernte Techniken für die gezielte Entwicklung von Stimulationsparadigmen für psychische Erkrankungen nutzen.

Der mit 5.000 Euro dotierte DGPPN-Forschungspreis für Ärztliche Psychotherapie 2013 erhält apl. Prof. Dr. med. Christian Schmahl, Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim. Die DGPPN würdigt seine zukunftsweisende klinische und experimentelle Forschung im Bereich der Psychotherapie. Die Studien von Prof. Schmahl überzeugen insbesondere durch die Integration von Neurobiologie und Psychotherapie zur Verbesserung von Therapieoptionen bei Patienten mit Störungen der Emotionsregulation: zum Beispiel die Aufklärung der neurobiologischen Mechanismen von Dissoziation als wichtige Moderatorvariable psychotherapeutischer Prozesse, Prä-post-Studien zu neurofunktionellen Veränderungen durch Psychotherapie, Multi-Center-Studie zur Veränderbarkeit von dissoziativer und intrusiver Psychopathologie und deren neurofunktionellen Korrelaten durch DBT und Cognitive Processing Therapy bei Patientinnen mit posttraumatischer Belastungsstörung nach sexuellem Missbrauch.

Hintergrund
Mit dem DGPPN-Forschungsförderpreis für Versorgungsforschung und Epidemiologie bei psychischen Störungen wird das Gewicht, die Attraktivität und die Kompetenzentwicklung der Versorgungsforschung und Epidemiologie im Fachgebiet Psychiatrie und Psychotherapie gestärkt werden. Der Preis soll für einen Forschungsaufenthalt im Ausland in einer einschlägigen wissenschaftlichen Einrichtung des Auslandes mit ausgewiesener Exzellenz genutzt werden. Antragsberechtigt sind junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (z. B. Mediziner, Gesundheitswissenschaftler, Psychologen), die nicht älter als 35 Jahre sind.

Mit dem DGPPN-Preis für neurobiologische Forschung in der Psychiatrie wird die neurobiologische Psychiatrieforschung als zukunftsweisend anerkannt und gefördert. Junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachbereichen, die bereits erste Erfahrungen mit Bildgebungsmethoden im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie gesammelt haben, werden in ihren Forschungsvorhaben unterstützt und durch einen mehrmonatigen Auslandsaufenthalt in einem Labor höchster Exzellenz gefördert.

Der DGPPN-Forschungspreis für Ärztliche Psychotherapie würdigt seit 2004 engagierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Nachwuchsforscherinnen und -forscher für ihre Leistungen in grundlagenbezogener oder experimenteller Psychotherapieforschung. Damit soll der zunehmenden Bedeutung der Psychotherapie in der Behandlung psychischer Erkrankungen Rechnung getragen werden.

Kontakt
DGPPN-Pressestelle
Reinhardtstraße 27 B, 10117 Berlin
Tel.: 030.2404 772-11
E-Mail: pressestelle@dgppn.de

Jürg Beutler | idw
Weitere Informationen:
http://www.dgppn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Proteine Zellmembranen verformen

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor Oliver Daumke vom MDC erforscht. Er und sein Team haben nun aufgeklärt, wie sich diese Proteine auf der Oberfläche von Zellen zusammenlagern und dadurch deren Außenhaut verformen.

Zellen schnüren regelmäßig kleine Bläschen von ihrer Außenhaut ab und nehmen sie in ihr Inneres auf. Daran sind die EHD-Proteine beteiligt, die Professor...

Im Focus: Safe glide at total engine failure with ELA-inside

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded after a glide flight with an Airbus A320 in ditching on the Hudson River. All 155 people on board were saved.

On January 15, 2009, Chesley B. Sullenberger was celebrated world-wide: after the two engines had failed due to bird strike, he and his flight crew succeeded...

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neurobiologie - Vorausschauend teilen

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Energieeffiziente Reinigung von Industrieabgasen

27.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Proteine Zellmembranen verformen

27.02.2017 | Biowissenschaften Chemie