Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG zeichnet geowissenschaftlichen Nachwuchs aus

29.08.2013
Bernd Rendel-Preise 2013 für originelle Forschungsbeiträge vor der Promotion

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) verleiht 2013 zum zwölften Mal den Bernd Rendel-Preis an diplomierte Nachwuchsforscherinnen und -forscher, die bereits vor ihrer Promotion wichtige und originelle Beiträge zur geowissenschaftlichen Grundlagenforschung geleistet haben. Die vier in diesem Jahr Ausgezeichneten erhalten je 500 Euro für wissenschaftliche Zwecke. Die Preisgelder stammen aus den vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft verwalteten Erträgen der Bernd Rendel-Stiftung.

Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden aus zwanzig Vorschlägen und Eigenbewerbungen durch das Geowissenschaftliche Fachforum ausgewählt. Die Auszeichnung soll ihnen auch die Teilnahme an wissenschaftlichen Kongressen und Tagungen ermöglichen. Die Preise werden am 16. September 2013 im Rahmen der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft und der Geologischen Vereinigung in Tübingen verliehen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger 2013 sind:

Matthias Alberti (30), Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Matthias Albertis besonderes Forschungsinteresse gilt Sedimentgesteinen aus dem Becken von Kachchh in Westindien. In seinen Arbeiten stellt Alberti die erdgeschichtliche und klimatische Entwicklung dieser Region anhand von Gesteinsschichten im Mittel- und Oberjuragrenzbereich dar. Zudem weist er saisonale Schwankungen der Wassertemperaturen im Becken von Kachchh nach. Insbesondere die von ihm rekonstruierten marinen Temperaturverläufe sind weit über den regionalen Bezug hinaus von Bedeutung: Sie legen den Schluss nahe, dass in der untersuchten Zeitspanne keine Abkühlung stattfand. Bislang war in der Forschung rege diskutiert worden, ob es zu jener Zeit eine kontinentale Eisbedeckung gegeben hatte. Im Rahmen eines aktuellen Forschungsprojekts untersucht Alberti die tieferen Schelfablagerungen am Nordrand des indischen Kratons.

Mathis Bloßfeld (28), Deutsches Geodätisches Forschungsinstitut München

Die Satellitengeodäsie, also die Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche mithilfe von Satelliten, ist das Forschungsgebiet von Mathis Bloßfeld. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den Eigenschwingungen der Erde, die der junge Geowissenschaftler bereits zwischen 2009 und 2012 im Rahmen der DFG-Forschergruppe „Erdrotation und globale dynamische Prozesse“ untersuchte. Ein anderer Schwerpunkt ist das Satellite Laser Ranging (SLR), das aufgrund seiner Sensitivität sowohl für geometrische als auch physikalische Parameter eines geodätischen Referenzsystems bereits jetzt eine wichtige Rolle spielt und im Kontext des sogenannten Global Geodetic Observing System (GGOS) noch an Bedeutung gewinnen dürfte.

Yannick Bussweiler (27), Department of Earth and Atmospheric Sciences (EAS) der University of Alberta in Edmonton, Kanada

Mit geochemischen Methoden analysiert Yannick Bussweiler, wie sich Diamanten bilden. Sein besonderes Interesse gilt dabei dem Fördergestein Kimberlit. Mit einer von ihm selbst entwickelten Laser-Technik prüft der Nachwuchsforscher die Geochemie der Schmelzzusammensetzungen von Kimberliten und den darin vorkommenden Mineralien, den sogenannten Olivinen. Wichtigstes Ergebnis: Von den Olivinen stammt ein viel höherer Anteil als bisher angenommen aus der primären Schmelze. Mit mehr als 50 Prozent Karbonatmineralien bewegt sich die Schmelzzusammensetzung in Richtung Karbonatit. Mit dieser Erkenntnis leistet Bussweiler einen bedeutsamen Beitrag zu einem hochaktuellen Forschungsgebiet innerhalb der Steinkunde.

Laura Klüpfel (27), Institute of Biogeochemistry and Pollutant Dynamics (IBP), ETH Zürich

Laura Klüpfel forscht im Bereich der Biogeo- und Umweltchemie. Aktuell analysiert sie Redox-Eigenschaften verschiedener Umweltphasen und deren Bedeutung in biogeochemischen Kreisläufen. Die junge Wissenschaftlerin konzentriert sich dabei auf die Betrachtung von organischen Festphasen, die aufgrund ihrer Komplexität und dem Fehlen geeigneter Analysenmethoden bisher nur unzureichend untersucht wurden. Klüpfels Forschungen zeigen, dass natürliche organische Substanzen aus Böden, Sedimenten und Mooren unter anoxischen, also sauerstofffreien Bedingungen Elektronen aus anaerober mikrobieller Atmung aufnehmen und bei anschließender Wiederbelüftung an Sauerstoff abgeben. Darüber hinaus kann Klüpfel erstmals nachweisen, dass dieser Elektronentransferprozess reversibel ist. Dies hat weitreichende Konsequenzen für Kohlenstoffdynamiken und Treibhausgasemissionen aus temporär sauerstofffreien Mooren und Seen.

Weiterführende Informationen

Medienkontakt:
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, Presse@dfg.de
Fachliche Ansprechpartnerin in der DFG-Geschäftsstelle:
Dr. Birgit Scheibner-Münker, Gruppe Physik, Mathematik, Geowissenschaften, Tel. +49 228 885-2328, Birgit.Scheibner-Muenker@dfg.de

Weitere Informationen zum Bernd Rendel-Preis unter www.dfg.de/rendel-preis

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/rendel-preis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops