Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG-Millionenförderung für Gießener Psychologen Prof. Dr. Karl Gegenfurtner

28.07.2009
1,25 Millionen Euro im Rahmen des neuen Reinhart Koselleck-Programms - Wahrnehmung von Materialeigenschaften erstmals im Fokus der Forschung

Als erster Wissenschaftler der Universität Gießen wird der Psychologe Prof. Dr. Karl Gegenfurtner im Rahmen des neuen Reinhart Koselleck-Programms der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) gefördert.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren wird der Leiter der Abteilung Allgemeine Psychologie mit Hilfe von Fördermitteln in Höhe von 1,25 Millionen Euro die Wahrnehmung von Materialeigenschaften untersuchen - ein bislang noch unerforschter Bereich. Das DFG-Programm ist besonders innovativen, aber auch risikoreichen Projektideen exzellenter Einzelwissenschaftler vorbehalten.

In der Vergangenheit stand vor allem die Wahrnehmung einzelner Objekteigenschaften wie Farbe oder Helligkeit im Zentrum des Interesses der Wahrnehmungspsychologie. Wie Menschen die Eigenschaften der Materialien (hart oder weich, rau oder glatt), aus denen die Objekte bestehen, auf Grund rein visueller Reize erkennen oder klassifizieren können, liegt bislang noch weitgehend im Dunkeln. Auch das Zusammenspiel von visueller Wahrnehmung und Ertasten des Objekts soll erforscht werden. Mittels bildgebender Verfahren will Prof. Gegenfurtner aufklären, welche Bereiche des Gehirns für die Materialwahrnehmung besonders wichtig sind und wie die emotionalen Reaktionen, die Materialien auslösen können, an die Wahrnehmung gekoppelt sind.

Karl Gegenfurtner hat an der Universität Regensburg Psychologie studiert. Im Anschluss hielt er sich sieben Jahre in New York auf, wo er in Experimenteller Psychologie promovierte und als Post-Doktorand am Center for Neural Science und am Howard Hughes Medical Institute der New York University tätig war. 1993 kehrte er nach Deutschland zurück an das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Im Jahr 2000 wurde er zunächst auf eine Professor für Biologische Psychologie nach Magdeburg berufen, bis er 2001 den Ruf nach Gießen annahm. Der Experimentalpsychologe hat bisher maßgeblich zur Erforschung der Verarbeitung von Farbinformation im Gehirn und der Steuerung visuell geführter Bewegungen beigetragen.

Die Reinhart Koselleck-Projekte der DFG ermöglichen ausgewiesenen Wissenschaftlern die Durchführung von Forschungsprojekten, die weder im Rahmen der Arbeit an ihrer jeweiligen Institution noch in den anderen Förderverfahren der DFG realisiert werden können. Zusätzlich zu ihren innovativen Ideen müssen die antragstellenden Wissenschaftler auch mit ihrem bisherigen wissenschaftlichen Lebenslauf überzeugen und so den nötigen Vertrauensvorschuss rechtfertigen. Namensgeber des neuen Fördermoduls ist der im Jahr 2006 verstorbene Reinhart Koselleck, einer der bedeutendsten deutschen Historiker des 20. Jahrhunderts, der in Deutschland zu den Begründern der modernen Sozialgeschichte gehörte.

Kontakt:
Prof. Dr. Karl Gegenfurtner, Abteilung für Allgemeine Psychologie
Otto-Behaghel-Straße 10F, 35394 Gießen
Telefon: 0641 99-26100
E-Mail: karl.r.gegenfurtner@psychol.uni-giessen.de

Lisa Dittrich | idw
Weitere Informationen:
http://www.allpsych.uni-giessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie