Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Senftenberger Chemiker der BTU

29.04.2014

DFG fördert Senftenberger Chemiker der BTU im Schwerpunktprogramm „Materialsynthese nahe Raumtemperatur“

Die Forschungsarbeiten zur Charakterisierung der Bildungsprozesse anorganischer Materialien in Ionischen Flüssigkeiten unter Leitung von Prof. Dr. Peer Schmidt, Professur für Anorganische Chemie an der BTU Cottbus–Senftenberg (Fakultät für Naturwissenschaften), werden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Schwerpunktprogramm „Materialsynthese nahe Raumtemperatur“ gefördert.

Das Senftenberger Forschungsteam hatte sich im Auswahlverfahren erfolgreich durchgesetzt und im April 2014 den Zuschlag über eine Fördersumme von 250 T€ erhalten. Die Projektlaufzeit beträgt insgesamt sechs Jahre.

In dem Schwerpunktprogramm sollen Lösungen zu den aktuellen Herausforderungen der synthetischen Materialchemie erarbeitet werden. So fordert beispielsweise die Energiewende die Entwicklung völlig neuer Materialien mit herausragenden Eigenschaften – insbesondere effiziente Energiespeichermaterialien, Materialien für Energiekonversion oder effektive Fotokatalysatoren.

In gleicher Weise sind nachhaltige chemische Prozesse zu entwickeln, die bei niedrigerer Temperatur ablaufen, höhere Reinheit und Ausbeute der Produkte ermöglichen und weniger Abfall produzieren. Damit wird der Notwendigkeit des ressourcenschonenden Einsatzes von Rohstoffen und Energie durch eine effizientere Herstellung bekannter und bereits verwendeter Materialien begegnet.

Eine erfolgversprechende Option für energie- und ressourceneffiziente Synthesen ist die Nutzung von Ionischen Flüssigkeiten (engl. Ionic Liquids, ILs). Die Eigenschaften dieser neuartigen „Designer-Lösungsmittel“, die oftmals schon bei Raumtemperatur als polare Flüssigkeiten vorliegen, lassen sich durch Variation ihrer chemischen Zusammensetzung hervorragend an das jeweilige Synthesesystem anpassen.

Die ersten Ergebnisse solcher Syntheseverfahren zeigen, dass unter Nutzung von Ionischen Flüssigkeiten eine große Vielzahl von Materialklassen erhalten werden kann (Metalle, Legierungen, Halbleiter, Hartstoffe, Funktionswerkstoffe etc.).

Ziel der Arbeitsgruppe von Peer Schmidt ist es nun, ein Verständnis für die Mechanismen der chemischen Stoffwandlung und Produktbildung bei diesen Synthesen zu entwickeln. Dazu nutzen die Chemiker vor allem ihre hohe Expertise bei der thermochemischen Charakterisierung von Reaktionsabläufen und der Bestimmung thermischer Stabilitäten von Materialien der Tieftemperatursynthesen.

Das Projekt ergänzt damit sinnvoll die laufenden Forschungen der Arbeitsgruppe, so die Untersuchungen zu Mechanismen der Strukturbildung in „Kristallinen Nichtgleichgewichtsphasen“, die in einem anderen Schwerpunktprogramm der DFG durchgeführt werden.

Schwerpunktprogramme sind ein Instrument der DFG zur Förderung der koordinierten Forschung auf besonders aktuellen Arbeitsgebieten. Damit wird eine deutschlandweite Bündelung des wissenschaftlichen Potentials durch überregionale Kooperation und Strukturbildung angestrebt.

Iris Mrosk | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.b-tu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften