Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert Informatik-Forschung an der BTU Cottbus-Senftenberg

18.07.2013
Der Lehrstuhl Technische Informatik erhält insgesamt 450.000 Euro für die Forschung zu hoch-zuverlässiger Mikroelektronik

Anfang Juli 2013 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) dem Lehrstuhl Technische Informatik der BTU Cottbus-Senftenberg für die Forschung zu hoch-zuverlässigen Systemen in der Mikroelektronik Mittel in Höhe von 280.000 Euro. Damit erhält der Lehrstuhl von Prof. Vierhaus bereits die zweite Förderung in diesem Bereich.

Der Antrag, der maßgeblich von Dr. Mario Schölzel verfasst wurde, behandelt das Thema „Kombination von On-Line-Test und Selbstreparatur für hoch-zuverlässige Prozessor-basierte nanoelektronische Systeme“. Schon im Mai 2013 hatte die DFG dem Projekt des Lehrstuhls zum Thema „Synthese-Verfahren für digitale Logik-Schaltungen mit gezielter Optimierung für Zuverlässigkeit und Lebensdauer“ mit einer Fördersumme 170.000 Euro den Zuschlag erteilt.

Die Entwicklung von Rechnern und von Geräten für die mobile Kommunikation wird seit Jahren getrieben durch die Integration immer komplexerer Baugruppen auf einem Mikrochip. Heute kann man bei minimalen Strukturgrößen von 20 Nanometern (das entspricht etwa 1/1000 der Dicke eines Haares) bis zu 50 Milliarden Transistoren auf einem Quadratzentimeter herstellen. Und vor allem der Bedarf an komplexen Diensten bei der mobilen Kommunikation treibt diese Entwicklung. Dass die Basis-Bausteine bei laufender Verkleinerung störanfälliger und kurzlebiger werden, ist ein unerwünschter, aber unvermeidbarer Nebeneffekt. Während ein Mikroprozessor in „groben“ Technologien mit Strukturgrößen um 500 Nanometer mit Nutzungsdauern von 20 Jahren und mehr aufwarten konnte, schrumpft die Nutzungsdauer nun bis zum Ausfall durch Ermüdung absehbar auf zwei Jahre und weniger. Die Hersteller der Elektronik für sicherheitskritische und langlebige Produkte, wie z. B. die Autoelektronik-Industrie, sind deshalb mit dem Übergang auf minimale Strukturgrößen unter 50 Nanometern eher zögerlich.

Trotzdem ergibt sich langfristig die Notwendigkeit, hoch-zuverlässige rechnerbasierte Systeme aus nicht sehr zuverlässigen Basis-Bausteinen zu bauen. Das ist auch ein Anliegen der Fachklasse „ZUSYS“ (zuverlässige Hardware-Software-Systeme) der Doktoranden-Schule der BTU Cottbus-Senftenberg, die in Kooperation mit dem Leibniz-Institut IHP (Frankfurt / Oder), dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (Dresden) und den Technischen Universitäten in Tallinn (Estland), Liberec (Tschechien) und Poznan (Polen)und mit Förderung durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) organisiert wird.

Der Lehrstuhl „Technische Informatik“ arbeitet seit Jahren an Verfahren, welche durch den Einbau vorher ruhender „Ersatzteile“ für verschlissene Bausteine die Lebensdauer komplexer Schaltkreise signifikant verlängern können. Intensiv wird nun an Verfahren gearbeitet, mit denen man zusätzlich und mit minimalem Aufwand Fehler auch schon im laufenden Betrieb erkennen und kompensieren kann, bis in einer Ruhepause des Systems die Reparaturfunktion eingreift.

Weitere Informationen
Prof. Heinrich T. Vierhaus, Lehrstuhl Technische Informatik,
E-Mail: htv@informatik.tu-cottbus.de

Iris Mrosk | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

nachricht Förderung Technologietransfer im technologischen Ressourcenschutz mit über 500.000 Euro
20.04.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Im Focus: Tief im Inneren von M87

Die Galaxie M87 enthält ein supermassereiches Schwarzes Loch von sechs Milliarden Sonnenmassen im Zentrum. Ihr leuchtkräftiger Jet dominiert das beobachtete Spektrum über einen Frequenzbereich von 10 Größenordnungen. Aufgrund ihrer Nähe, des ausgeprägten Jets und des sehr massereichen Schwarzen Lochs stellt M87 ein ideales Laboratorium dar, um die Entstehung, Beschleunigung und Bündelung der Materie in relativistischen Jets zu erforschen. Ein Forscherteam unter der Leitung von Silke Britzen vom MPIfR Bonn liefert Hinweise für die Verbindung von Akkretionsscheibe und Jet von M87 durch turbulente Prozesse und damit neue Erkenntnisse für das Problem des Ursprungs von astrophysikalischen Jets.

Supermassereiche Schwarze Löcher in den Zentren von Galaxien sind eines der rätselhaftesten Phänomene in der modernen Astrophysik. Ihr gewaltiger...

Im Focus: Deep inside Galaxy M87

The nearby, giant radio galaxy M87 hosts a supermassive black hole (BH) and is well-known for its bright jet dominating the spectrum over ten orders of magnitude in frequency. Due to its proximity, jet prominence, and the large black hole mass, M87 is the best laboratory for investigating the formation, acceleration, and collimation of relativistic jets. A research team led by Silke Britzen from the Max Planck Institute for Radio Astronomy in Bonn, Germany, has found strong indication for turbulent processes connecting the accretion disk and the jet of that galaxy providing insights into the longstanding problem of the origin of astrophysical jets.

Supermassive black holes form some of the most enigmatic phenomena in astrophysics. Their enormous energy output is supposed to be generated by the...

Im Focus: Neu entdeckter Exoplanet könnte bester Kandidat für die Suche nach Leben sein

Supererde in bewohnbarer Zone um aktivitätsschwachen roten Zwergstern gefunden

Ein Exoplanet, der 40 Lichtjahre von der Erde entfernt einen roten Zwergstern umkreist, könnte in naher Zukunft der beste Ort sein, um außerhalb des...

Im Focus: Resistiver Schaltmechanismus aufgeklärt

Sie erlauben energiesparendes Schalten innerhalb von Nanosekunden, und die gespeicherten Informationen bleiben auf Dauer erhalten: ReRAM-Speicher gelten als Hoffnungsträger für die Datenspeicher der Zukunft.

Wie ReRAM-Zellen genau funktionieren, ist jedoch bisher nicht vollständig verstanden. Insbesondere die Details der ablaufenden chemischen Reaktionen geben den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

Baukultur: Mehr Qualität durch Gestaltungsbeiräte

21.04.2017 | Veranstaltungen

Licht - ein Werkzeug für die Laborbranche

20.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligenter Werkstattwagen unterstützt Mensch in der Produktion

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Forschungszentrum Jülich auf der Hannover Messe 2017

21.04.2017 | HANNOVER MESSE

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungsnachrichten