Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert das Forschungszentrum „Matheon“ weitere vier Jahre

30.04.2010
Berliner Einrichtung auch in der zweiten Zwischenevaluation erfolgreich

Das DFG-Forschungszentrum „Matheon: Mathematik für Schlüsseltechnologien“ in Berlin wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) weitere vier Jahre mit insgesamt rund 27 Millionen Euro gefördert.

Das entschied der Hauptausschuss der DFG am 30. April 2010. Auch in der zweiten Fortsetzungsbegutachtung überzeugte das 2002 eingerichtete Forschungszentrum durch seine wissenschaftlichen Leistungen und das attraktive Umfeld für Mathematikerinnen und Mathematiker. Zudem prägt das Matheon durch seine umfangreiche Schul- und Öffentlichkeitsarbeit das Bild der Mathematik als moderne und spannende wissenschaftliche Disziplin.

Das DFG-Forschungszentrum wird von den drei Berliner Universitäten, dem Konrad-Zuse-Zentrum für Informationstechnik sowie dem Weierstraß-Institut für angewandte Analysis und Stochastik gemeinsam getragen, die es mit großem Engagement und klarer Perspektive unterstützen. Insgesamt vereint das Matheon über 50 Arbeitsgruppen unter seinem Dach.

Mathematik verstehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Matheon als zentralen Erfolgsfaktor für alle Anwendungsgebiete, in denen es auf Abstraktion und Flexibilität ankommt. In Zeiten immer komplexerer Technologien und immer kürzerer Innovationszyklen setzen sie auf mathematische Methoden als entscheidende Schlüssel zum Erfolg. Denn Mathematik trägt durch effiziente Algorithmen, optimale Lösungen und nicht zuletzt fundierte theoretische Erkenntnis zur Wertschöpfung bei.

Vor diesem Hintergrund vereint das Matheon zahlreiche mathematische Disziplinen und untersucht in insgesamt sieben Anwendungsfeldern praxisorientierte Problemstellungen aus den verschiedensten Bereichen: von den Lebenswissenschaften über Produktionsprozesse bis zu den Finanzwissenschaften. So wenden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Kenntnisse und Methoden beispielsweise auf die Identifikation von Wirkstoffen in Medikamenten, das Kristallwachstum, das für Beschichtungen aller Arten hochrelevant ist, die Optimierung von U-Bahn-Fahrplänen, bessere Handynetze oder die Effizienzsteigerung am Hamburger Containerhafen an. Dabei kooperieren sie in vielen Projekten mit Industrie, Wirtschaft und öffentlicher Hand. Das Matheon stellt ein echtes Erfolgsmodell dar und zeigt, wie befruchtend das Zusammenspiel von Grundlagenwissenschaft und Anwendung sein kann. Denn aus den Fragestellungen der Praxis entstehen immer wieder herausfordernde Aufgaben für die Theorie, aus denen neue mathematische Methoden erwachsen.

Schulen und Öffentlichkeit sind für das Matheon wichtige Zielgruppen. Mit regelmäßigen Vorträgen für Schulklassen und Weiterbildungsangeboten für Lehrer trägt es zu einem modernen Bild der Mathematik an Schulen bei. Der Matheon-Adventskalender lädt regelmäßig im Dezember mit großem Erfolg Schüler und Erwachsene im Internet zum Knobeln ein, und Filmtagebücher auf www.dfg-science-tv.de erzählen von der Arbeit der Mathematikerinnen und Mathematiker. Zusätzlich informiert das Forschungszentrum in etlichen Veranstaltungen und Kooperationen die Öffentlichkeit und zeigt: Mathe macht Spaß!

Das Matheon ist eines von sechs DFG-Forschungszentren. Die Zentren „Der Ozean im Erdsystem“ in Bremen, „Funktionelle Nanostrukturen“ in Karlsruhe und „Experimentelle Biomedizin“ in Würzburg wurden bereits 2001 eingerichtet und nach zwei sehr erfolgreichen Förderperioden im April dieses Jahres für eine dritte Förderperiode bis Mitte 2013 verlängert. Neben dem Matheon wurde auch das Zentrum „Molekularphysiologie des Gehirns“ in Göttingen 2002 eingerichtet und die zweite Fortsetzungsbegutachtung steht für 2010 an. Das DFG-Forschungszentrum „Regenerative Therapien“ in Dresden (CRTD) entstand 2006 und wird nach der Zwischenevaluation im Jahr 2009 weitere vier Jahre gefördert.

Als völlig neuartiges und besonders strategisch angelegtes Förderinstrument eingeführt, wurden die Forschungszentren mit ihrer gebündelten wissenschaftlichen Kompetenz und ihren Kooperationen zwischen universitären und außeruniversitären Einrichtungen nicht zuletzt auch zum Modell für die Exzellenzcluster in der Exzellenzinitiative. So werden insgesamt vier der sechs Forschungszentren nach entsprechenden Aufstockungsanträgen inzwischen auch als Exzellenzcluster gefördert.

Cornelia Pretzer | idw
Weitere Informationen:
http://www.matheon.de
http://www.dfg.de/foerderung/programme/koordinierte_programme/forschungszentren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Atome rennen sehen - Phasenübergang live beobachtet

Ein Wimpernschlag ist unendlich lang dagegen – innerhalb von 350 Billiardsteln einer Sekunde arrangieren sich die Atome neu. Das renommierte Fachmagazin Nature berichtet in seiner aktuellen Ausgabe*: Wissenschaftler vom Center for Nanointegration (CENIDE) der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Bewegungen eines eindimensionalen Materials erstmals live verfolgen können. Dazu arbeiteten sie mit Kollegen der Universität Paderborn zusammen. Die Forscher fanden heraus, dass die Beschleunigung der Atome jeden Porsche stehenlässt.

Egal wie klein sie sind, die uns im Alltag umgebenden Dinge sind dreidimensional: Salzkristalle, Pollen, Staub. Selbst Alufolie hat eine gewisse Dicke. Das...

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Nierentransplantationen: Weisse Blutzellen kontrollieren Virusvermehrung

30.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zuckerrübenschnitzel: der neue Rohstoff für Werkstoffe?

30.03.2017 | Materialwissenschaften

Integrating Light – Your Partner LZH: Das LZH auf der Hannover Messe 2017

30.03.2017 | HANNOVER MESSE