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DFG fördert DICE-Projekt "Market Power in Vertically Related Industries" für weitere drei Jahre

23.01.2013
Die DFG fördert für weitere drei Jahre mit 400.471 Euro das Projekt „Market Power in Vertically Related Industries“ des Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE).
Prof. Dr. Christian Wey und Prof. Dr. Hans-Theo Normann, beide Professoren am DICE, sowie Dr. Claire Chambolle (INRA, ALISS, Nationales Institut für Agronomieforschung, Frankreich) hatten den Verlängerungsantrag gestellt. Das binationale Projekt wird in Frankreich von der L'Agence Nationale de la Recherche (ANR) mit weiteren 300.000 Euro unterstützt. Den Erstantrag hatten im Jahre 2008 Prof. Dr. Christian Wey (damals noch TU Berlin und DIW Berlin) und Prof. Dr. Roland Strausz (Humboldt Universität zu Berlin) gestellt.

Das Projekt betrachtet Zwischenproduktmärkte (insbesondere Zulieferermärkte des Einzelhandels), bei denen Marktmacht sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite vorliegt. So stehen sich beispielsweise auf dem Kaffeemarkt einige wenige Anbieter (insbes. Tchibo und Aldi mit einem Marktanteil von mehr als vierfünftel) und ebenfalls wenige Einzelhandelsketten (mit den Marktführern Edeka, Rewe, Schwarz-Gruppe und Aldi-Nord und -Süd) gegenüber.

Untersucht wird die gegenseitige Abhängigkeit zwischen der Konzentration im Handel sowie der Effizienz von Zwischenproduktmärkten, auf denen Transaktionen das Ergebnis von Verhandlungen sind. Speziell geht es um die Einschätzung der Einkaufsmacht des Handels, die Wirkungen ökonomischer Abhängigkeit von Herstellern und die Wettbewerbseffekte von Eigenmarken des Handels.
Die Analyse bilateraler Marktmacht verwendet sowohl mikroökonomische Modelle als auch empirisch-ökonometrische und experimentelle Ansätze. Die besondere Herausforderung liegt in der Verbindung der Verhandlungs- und Vertragsbeziehungen zwischen Herstellern und Handel mit der Theorie des unvollständigen Wettbewerbs zwischen Oligopolisten.
Während die Oligopolstrukturen empirisch gut dokumentiert sind, bleiben die bilateralen Verhandlungen zwischen Herstellern und Handel prinzipiell im Verborgenen. Letztere sind nicht nur Geschäftsgeheimnisse, sondern auch hochgradig komplex bezüglich des Leistungsaustausches.
Die Forschung des Projekts überbrückt diese empirische Lücke durch theoretische Modelle und experimentelle Versuchsreihen, die ihrerseits Hypothesen erzeugen, die durch Mikrodaten des Einzelhandels sowie weiterer Kontrollvariablen empirischen getestet werden sollen.

Prof. Dr. Christian Wey:„Hauptergebnis unserer bisherigen Forschung ist, dass eine gewisse Konzentration im Handel positive Anreizeffekte auf die Effizienz der Wertschöpfung hat, solange der Wettbewerb auf den Endkundenmärkten keinen Schaden nimmt. Kurz gesagt, bewirken mächtige Handelsketten, dass die Hersteller um Effizienz und Innovationen bemüht sind, um ihre Verhandlungspositionen zu stärken. Die praktische Bedeutung dieser Forschung offenbart sich in den aktuellen Politikdebatten in Europa um die zunehmende Konzentration des Handels. Zum Beispiel führt das Bundeskartellamt seit 2011 eine intensive Sektoruntersuchung durch, und die Europäische Kommission (Generaldirektion Wettbewerb) hat aktuell eine Ausschreibung veröffentlicht, in der die Wirkungen von Eigenmarken des Handels auf die Innovationstätigkeit von Markenherstellern empirisch anhand von Mikrodaten untersucht werden sollen.“

Kontakt:
Prof. Dr. Christian Wey
Professor Volkswirtschaftslehre, insbes. Wettbewerbs- und Regulierungsökonomie
Düsseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Tel: 0211-81-15055
E.Mail: wey@dice.hhu.de

Prof. Dr. Hans-Theo Normann
Professor für Spieltheorie und experimentelle Wirtschaftsforschung
Duesseldorf Institute for Competition Economics (DICE)
Tel: +49 211- 81 15 297
E.Mail: normann@dice.hhu.de

Carolin Grape | idw
Weitere Informationen:
http://www.dice.hhu.de

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