Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG fördert deutsch-afrikanische Kooperationsprojekte in der Infektiologie

19.11.2008
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fordert zur Antragstellung für gemeinsame Forschungsvorhaben mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Afrika auf dem Gebiet der Erforschung von Infektionskrankheiten und deren sozialen Auswirkungen auf.

Gefördert werden Kooperationsprojekte deutscher und afrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zur Erforschung von Infektionskrankheiten bei Mensch und Tier sowie begleitende sozialwissenschaftliche Forschung (Stichwort: Armutskrankheiten).

In gleichgewichtiger Partnerschaft sollen die Projekte zu gegenseitigem Nutzen angelegt sein und langfristig der deutschen Wissenschaft in Afrika Forschungsmöglichkeiten erschließen, die für die Infektiologie bedeutsam sind und für die in Europa die Voraussetzungen fehlen, zum Beispiel in der Epidemiologie, Infektionsgenetik und Immunologie an Mensch und Tier. Antragsteller ist grundsätzlich der deutsche Partner.

Für die Konzeption und Durchführung der Projekte kommt es entscheidend darauf an, die Kooperation mit ausgewiesenen Zentren in Afrika zu suchen. Diese sind in der Regel durch die finanzstarken internationalen Programme zu AIDS, Malaria und Tuberkulose gefördert, während die Forschung an anderen schwerwiegenden Infektionskrankheiten einschließlich der Infektionskrankheiten von Nutztieren unterproportional bleibt. Die DFG will daher Forscherinnen und Forscher im humanmedizinischen Bereich ermutigen, neben der Erforschung der großen Infektionskrankheiten eine besondere Aufmerksamkeit der Erforschung dieser vernachlässigten Krankheiten zu widmen. Ausdrücklich nicht gefördert werden sollen klinische Studien.

Die Projekte sollen auch dazu dienen, die akademischen und beruflichen Karrieren junger afrikanischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ihren Heimatländern zu fördern und zu unterstützen. Die DFG erwartet daher, dass der Weiterbildungsaspekt und der Beitrag für die akademische Kapazitätsbildung in den Projekten explizit ausgeführt und erläutert wird.

Zunächst sollen Projektvorschläge als Skizze (maximal fünf Seiten, gegebenenfalls plus maximal zweiseitige Lebensläufe und antragsrelevante Publikationslisten der Projektbeteiligten (je maximal drei Seiten)) eingereicht werden. Daraus sollte neben der wissenschaftlichen Beschreibung des Projekts vor allem die Konzeption der Zusammenarbeit deutlich werden. Dies beinhaltet auch eine Darstellung der in Afrika vorhandenen Infrastruktur sowie Konzepte zur Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Afrika. Erwünscht ist eine Beteiligung mehrerer deutscher und afrikanischer Projektpartner. Eine Detaillierung der zu erwartenden Kosten ist bei den Voranträgen nicht erforderlich .

Die Finanzierung der Projekte ist für jeweils bis zu acht Jahren geplant. Die Anträge sollen zunächst für drei Jahre gestellt werden. Mittel können auch zugunsten der afrikanischen Projektpartner beantragt werden. Die Projektskizzen werden zunächst von einer internationalen Gutachtergruppe evaluiert. Auf der Basis dieser Empfehlungen wird die DFG zur Einreichung von Vollanträgen auffordern. In dieser Phase können auch Reisemittel zur Vorbereitung der Anträge zur Verfügung gestellt werden (Aufenthalt der afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland ebenso wie der Besuch an Instituten der afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Stichtag für die Einreichung der Konzepte ist der 30. Januar 2009. Die Voranträge müssen zwingend von den deutschen Projektpartnern eingereicht werden, Projekteinreichungen der afrikanischen Kooperationspartner können aus rechtlichen Gründen nicht akzeptiert werden. Voranträge sollen digital an die E-Mail-Adresse infectiology@dfg.de eingereicht werden.

Nach Abschluss der Konzeptbegutachtung ist eine Frist von drei Monaten für die Einreichung der Vollanträge vorgesehen.

Anmerkungen zur akademischen Weiterbildung junger Afrikaner

In den Industrieländern ausgebildete Postdoktoranden kommen nach Rückkehr in ihren Heimatländern schnell in leitende Positionen, somit stehen Sie ihrerseits für die Ausbildung einheimischer Postdoktoranden nicht zur Verfügung. Das verhindert eine selbsttragende afrikanische Postdoktoranden-Kultur. Die Kette bricht immer wieder ab.

Die Gehälter auf der Ebene der Postdoktoranden sind zu niedrig im Verhältnis zu den Ausgaben (zum Beispiel Schulgeld für die Kinder usw.), sodass eine Rückkehr erst gar nicht erwogen wird.

Die in den Projekten arbeitenden Doktoranden sollten ihre Abschlüsse nicht in Deutschland, sondern an ihren Heimatuniversitäten machen, um dem Braindrain entgegenzuwirken („Sandwich“-Prinzip des Wellcome Trust und der Japaner).

Anmerkungen zur Vernetzung afrikanischer Forschung

Die afrikanischen Wissenschaftler aus den verschiedenen afrikanischen Ländern kennen sich untereinander kaum, haben aber sehr gute Verbindung zu ihren Partnern in den jeweiligen Industrieländern. Eine Vernetzung der Afrikaner untereinander wäre wünschenswert, im Anfangsstadium der DFG-Förderung aber noch nicht umsetzbar.

Kontakt:
Dr. Andreas Strecker
Tel. +49 228 885-2530,
Christoph Mühlberg
Tel. +49 228 885-2347
E-Mail: infectiology@dfg.de

Dr. Andreas Strecker | DFG
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie