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Deutscher Wissenschaftler Heino Falcke erhält höchsten Wissenschaftspreis in den Niederlanden

20.07.2011
Prof. Dr. Heino Falcke, Professor für Astroteilchenphysik und Radioastronomie an der Radboud Universiteit Nijmegen, hat am Montag, den 6. Juni 2011, den Spinozapreis der Niederländischen Organisation für wissenschaftliche Forschung (NWO) erhalten. Der Spinozapreis ist die höchste niederländische Auszeichnung in der Wissenschaft. Falcke erhält den mit 2,5 Millionen Euro dotierten Preis für seine Forschung auf dem Gebiet von Schwarzen Löchern und kosmischen Teilchen.

Heino Falcke erforscht Schwarze Löcher, über deren Funktionsweise bisher wenig bekannt ist. Nach jetzigem Stand der Forschung ist die Schwerkraft in einem Schwarzen Loch so groß, dass ihr sogar Licht nicht entfliehen kann. Ebenso wird von einem Schwarzen Loch Materie auf noch unbekannte Weise in Energie umgesetzt.

Falcke beschäftigt sich sowohl mit theoretischer Forschung als auch mit beobachtender und experimenteller Astronomie. Dabei basieren seine Schlussfolgerungen auf der Theorie und Beobachtung des extrem schweren Schwarzen Loches im Zentrum der Milchstraße und der Radiostrahlung, die daraus hervorgeht. Anhand von Berechnungen zeigte Falck auf, wie sich die Entwicklung des Rands eines Schwarzen Loches (der ’Ereignishorizont’), der mit speziellen Radioteleskopen aufzuspüren sein müsste, vollziehen könnte. Bisher konnten seine Untersuchungsergebnisse mehrfach wiederholt werden.

In den letzten Jahren beschäftigte sich Falcke vor allem mit der neuen Generation von Radioteleskopen wie dem 'Low Frequency Array (LOFAR)-Teleskop'. LOFAR ist ein revolutionäres neues Radioteleskop, das aus vielen Radioantennen besteht, die über die Niederlande und den Rest von Europa verteilt und alle mit einem Supercomputer verbunden sind. Falcke arbeitete mit an der Entwicklung des Teleskops, er ist Vorsitzender des niederländischen LOFAR Astronomy Consortiums und Vorsitzender des Steuerungsgremiums des "International LOFAR Telescopes".

Falcke hat dazu beigetragen aus dem niederländischen LOFAR-Projekt ein europäisches Projekt zu machen. Im Juni 2010 weihte Königin Beatrix LOFAR ein.

Kosmische Teilchen sind Falcke zufolge dabei am besten auf dem Mond zu messen. Sein Ziel ist es daher, Messungen mit Hilfe eines Radioteleskops auf dem Mond durchzuführen. Zur Realisierung seines Ziels arbeitet der Wissenschaftler eng mit amerikanischen Forschern, der NASA und dem Europäischen Raumfahrtprogramm ESA zusammen. Aufgrund aktueller Sparmaßnahmen wird in absehbarer Zeit jedoch kein großes Teleskop auf dem Mond errichtet werden können. Momentan laufen jedoch die Vorbereitungen für eine europäische Mondmission. Eine endgültige Entscheidung über dieses Vorhaben erfolgt indessen erst auf der nächsten Versammlung des EU-Ministerrats im Jahr 2012.

Bei dieser Nachricht handelt es sich um eine gekürzte und leicht modifzierte Version einer Pressemitteilung der Radboud Universität Nijmegen vom 6. Juni 2011.

Quelle: Radboud Universität Nijmegen

| Kooperation International
Weitere Informationen:
http://www.ru.nl/deutsch/radboud_universiteit/vm/deutscher/
http://www.kooperation-international.de

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