Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutscher Studienpreis: Bayreuther Polymerwissenschaftlerin mit Solarenergie-Forschung erfolgreich

06.08.2013
Großer Erfolg für Dr. Ruth Lohwasser, die 2012 an der Universität Bayreuth mit einer Forschungsarbeit zu organischen Solarzellen promoviert hat

Die 29jährige Polymerwissenschaftlerin, die heute als Leiterin eines Forschungslabors bei der BASF in Ludwigshafen tätig ist, zählt zu den Siegern im Wettbewerb um den Deutschen Studienpreis, der als einer der bedeutendsten Preise für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland gilt. Für ihre Dissertation erhält sie den 2. Preis in der Sektion "Natur- und Technikwissenschaften".

Der Deutsche Studienpreis ist eine Initiative der Körber-Stiftung, die in jedem Jahr herausragende Dissertationen aus allen wissenschaftlichen Disziplinen auszeichnet. Fachliche Exzellenz und hohe gesellschaftliche Relevanz sind dabei die wesentlichen Kriterien. Dr. Ruth Lohwasser konnte sich gegenüber rund 160 anderen jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchsetzen, die mit natur- oder technikwissenschaftlichen Forschungsarbeiten ebenfalls am diesjährigen Wettbewerb um den Deutschen Studienpreis teilgenommen haben.

"Über die Auszeichnung freue ich mich sehr – nicht nur persönlich, sondern zugleich auch in wissenschaftspolitischer Hinsicht", erklärt die Preisträgerin. "In meiner Dissertation habe ich mich mit den chemischen Grundlagen von organischen Solarzellen aus Kunststoff auseinandergesetzt. Diese stellen eine sehr interessante Ergänzung zu den klassischen Siliziumzellen dar, wenn es um eine effiziente und kostengünstige Erzeugung von Solarstrom geht. Es freut mich, dass die Körber-Stiftung mit ihrer Preisvergabe daran erinnert, welche wichtigen Beiträge die Chemie auf gesellschaftlich relevanten Forschungsgebieten – wie beispielsweise den erneuerbaren Energien – leisten kann und muss. Leider hat der Begriff ‚chemisch’ in der Öffentlichkeit oftmals einen negativen Bezug, und mir ist wichtig, dass sich dieses Image ändert."

Erneuerbare Energien sind, als Alternativen zu fossilen Brennstoffen, voraussichtlich ein unentbehrlicher Bestandteil der künftigen Energieversorgung. Dabei werden Photovoltaikanlagen – zur Gewinnung von Strom aus Sonnenergie – eine zentrale Rolle spielen. Wenn es gelingen sollte, flexible und leichte Solarzellen aus Kunststoff in einfachen Druckverfahren kostengünstig herzustellen, wäre dies ein bahnbrechender Fortschritt auf dem Gebiet der Photovoltaik.

In ihrer Dissertation ist Dr. Ruth Lohwasser deshalb der Frage nachgegangen, welche Materialien für derartige Solarzellen infrage kommen. Diese Materialien müssen bis auf einige Milliardstel Meter genau strukturiert werden, damit die organischen Solarzellen in der Lage sind, möglichst viel Lichtenergie zu absorbieren und eine möglichst große Menge davon als elektrischen Strom nach außen abzugeben. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten konnte die Bayreuther Doktorandin zukunftsweisende Erkenntnisse zur Herstellung halbleitender Kunststoffe gewinnen. Insbesondere ist es ihr gelungen, auf der Basis einer besonderen Klasse von Makromolekülen, den so genannten "Blockcopolymeren", Nanostrukturen für die organische Photovoltaik zu erzeugen. Dr. Ruth Lohwasser betont dabei die ökologischen Vorzüge dieser neuen Form der Gewinnung von Solarstrom: "Die dabei verwendeten Kunststoffe enthalten keine toxischen Verbindungen, und die Synthese der Stoffe ist mit relativ geringem Energieverbrauch verbunden."

Die Polymerwissenschaftlerin hat bei Prof. Dr. Mukundan Thelakkat promoviert, der an der Universität Bayreuth das internationale, von der Europäischen Kommission geförderte Forschungsvorhaben "LARGECELLS" leitet. Das Projekt zielt darauf ab, auf der Grundlage von großflächigen bedruckbaren Solarzellen aus Kunststoff weltweit eine kostengünstige Versorgung mit Solarstrom zu ermöglichen. "Der Erfolg von Dr. Ruth Lohwasser im Wettbewerb um den Deutschen Studienpreis 2013 zeigt, dass die Universität Bayreuth mit ihrem Profilfeld Polymer- und Kolloidforschung zur Lösung drängender Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft beitragen kann“, erklärt Prof. Thelakkat. „Ich freue mich sehr darüber, dass die Körber-Stiftung unserer Bayreuther Alumna diese Auszeichnung zuerkannt hat. Als ihr ehemaliger Doktorvater habe ich ihr bereits meine herzlichen Glückwünsche übermittelt."

Weitere Informationen:

Eine ausführlichere Darstellung der Forschungsergebnisse, die Dr. Ruth Lohwasser in ihrer Dissertation erzielt hat, enthält die folgende Pressemitteilung der Universität Bayreuth vom Juni 2012:

http://www.uni-bayreuth.de/presse/Aktuelle-Infos/2012/224-Materialien-fuer-neue-Solarzellen.pdf

Christian Wißler | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet
02.12.2016 | Universität zu Lübeck

nachricht Ohne erhöhtes Blutungsrisiko: Schlaganfall innovativ therapieren
02.12.2016 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie