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Deutscher Innovationspreis Medizin geht an Jülicher Wissenschaftler

24.11.2011
Herbert-Worch-Stiftung ehrt damit die Entwicklung einer innovativen Tinnitus-Therapie

Der Deutsche Innovationspreis für Medizin geht in diesem Jahr an den Jülicher Wissenschaftler Prof. Peter Tass. Der Forscher erhielt den mit 100.000 Euro dotierten Preis der Herbert-Worch-Stiftung für seine Entwicklung der Akustischen CR®-Neuromodulation zur Behandlung von chronisch-tonalem Tinnitus. Die Verleihung der Auszeichnung fand kürzlich in Bonn statt.

Tass Arbeiten wurden aus mehr als 100 Nominierungen bundesweit ausgewählt. "Der Neurostimulator ist ein bedeutender therapeutischer Fortschritt und ein anschauliches Beispiel für die Leistungsfähigkeit der Grundlagenforschung und ihren Beitrag zur medizinischen Innovation", heißt es in der Begründung der Jury.

Die Grundlage für die innovative Therapie gegen Tinnitus ist der patentierte Coordinated Reset® (CR), den der Jülicher Mediziner, Mathematiker und Physiker Tass entwickelt hat. CR steht dabei für einen komplexen mathematischen Stimulationsalgorithmus: Dieser steuert gezielt und individuell angepasste Therapiesignale an Nervenzellen in Tinnitus assoziierte Bereiche im Gehirn an. Bei der Tinnitusbehandlung sendet ein nur Streichholzschachtelgroßes Gerät, der T30 CR®-Neurostimulator, über medizinische Kopfhörer diese CR®-Signale als koordinierte Therapietonfolge.

Professor Tass ist Direktor des Instituts für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich und Lehrstuhlinhaber an der Universität zu Köln. Zusammen mit Volker Sturm von der Universität Köln erhielt er 2005 den Schrödinger-Preis. Im folgenden Jahr waren beide für den Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert. Für seine Forschungen zur CR®-Behandlung bei Parkinson erhielt er 2009 und 2010 zusammen mit Dr. Wassilios Meissner von der Universitätsklinik Bordeaux den "Rapid Response Innovation Award" der Michael J. Fox Foundation (MJFF).

Der erfolgreiche Technologietransfer aus der Grundlagenforschung des Forschungszentrums Jülich in die praktische Anwendung wurde über eine Ausgründung - die ANM Adaptive Neuromodulation GmbH - 2005 realisiert. Das Medizintechnologie-Unternehmen ANM erhielt im Februar 2010 nach erfolgreicher Prüfung der europäischen Behörden die CE-Zertifizierung als Medizinprodukt für den T30 CR®-Neurostimulator. Seitdem bewährt sich die Therapie mit der akustischen CR®-Neuromodulation, die von spezialisierten HNO-Fachärzten durchgeführt wird, im praktischen Einsatz bei Tinnitus-Betroffenen.

Die gemeinnützige Herbert-Worch-Stiftung fördert die Forschung in der Medizin und den Biowissenschaften. Der Deutsche Innovationspreis Medizin zeichnet vorbildliche Wissenschaftler für hervor¬ragende medizinische Forschungsergebnisse und den erfolgreichen Transfer in die medizinische Praxis aus. Zudem wird die Öffentlichkeit über die Leistungsfähigkeit der deutschen medizinischen Forschung und den Zusammenhang zwischen Grundlagenforschung und medizinischer Innovation informiert.

Herbert Worch war der Gründer der Deutscher Herold-Versicherungsgruppe. Die Stiftung wurde 1997 durch seine Familie gegründet.

Weitere Informationen:

Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Neuromodulation (INM-7): http://www.fz-juelich.de/inm/inm-7/DE/Home/home_node.html

Tinnitus-Therapie mit dem Neurostimulator:
http://www.anm-medical.com
Herbert-Worch-Stiftung:
www.forschen-foerdern.org
Ansprechpartner:
Forschungszentrum Jülich
Prof. Dr. Dr. Peter A. Tass
Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Neuromodulation Tel: 02461 61-2087

E-mail: p.tass@fz-juelich.de

Herbert-Worch-Stiftung
Dr. Roland Alexander
Tel. 0228 249 843
E-mail: r.alexander@forschen-foerdern.org
Pressekontakt:
Annette Stettien, Dr. Barbara Schunk
Tel. 02461 61-2388/-8031,
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de, b.schunk@fz-juelich.de

Annette Stettien | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

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