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Deutscher Ärztinnenbund verleiht Wissenschaftspreis an Privatdozentin Dr. Katharina Domschke

21.09.2009
UKM-Medizinerin untersucht genetische Grundlagen von Panikstörung und Depression bei Frauen

Privatdozentin Dr. Katharina Domschke, M.A. (USA), Ärztin an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Münster (UKM), ist Trägerin des Wissenschaftspreises 2009 des Deutschen Ärztinnenbundes (DÄB) und der Dr.-Edith-Grünheit-Stiftung.

Der mit 4.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre für herausragende Ergebnisse in der Geschlechter-differenzierenden biomedizinischen Forschung verliehen. Dr. Katharina Domschke wurde anlässlich des Jahreskongresses des DÄB in Leipzig für ihre Arbeiten zur Rolle einer funktionellen Variante im "Catechol-O-Methyltransferase" (COMT) Gen bei der Entstehung und Behandlung von Panikstörung und Depression vor allem bei weiblichen Patienten ausgezeichnet.

Hintergrund ihrer Arbeit: Angsterkrankungen und Depression gehören mit einer Lebenszeitprävalenz (Krankheitshäufigkeit) von 15 bis 25 Prozent zu den häufigsten psychischen Störungen. Frauen sind zwei bis drei Mal häufiger betroffen als Männer. Die Entstehung der Panikstörung und der Depression wird als "multifaktoriell" angenommen mit einer Interaktion von Umwelteinflüssen und biologischen Faktoren, wobei hier der Genetik eine zentrale Rolle zuzukommen scheint.

Die UKM-Medizinerin befasste sich mit der Fragestellung, ob bestimmte genetische Varianten das Erkrankungsrisiko für Panikstörung und Depression insbesondere bei Frauen erhöhen bzw. geschlechtsgebunden die Ansprechrate auf eine pharmakologische Therapie beeinflussen. Spezifisch bei weiblichen Patienten wurde das aktivere Allel (eine spezielle Gen-Ausprägung) einer funktionellen Variante (val158met) im Catechol-O-Methyltransferase (COMT) Gen mit der Pathogenese der Panikstörung in einer deutschen Studie sowie im Rahmen einer Metaanalyse in mehreren Stichproben assoziiert gefunden.

Zudem wiesen weibliche Patienten mit Depression, die Trägerinnen des aktiveren Allels waren, einen ausgeprägteren Schweregrad der Depression auf und sprachen schlechter auf eine antidepressive Pharmakotherapie an. Allerdings scheinen gerade diese Patientinnen besonders gut von einer antidepressiven Behandlung mittels Elektrokrampftherapie zu profitieren.

Dr. Katharina Domschke: "Die Befunde weisen auf einen frauenspezifischen Einfluss des COMT Gens auf die Entstehung und Entwicklung der Panikstörung und der Depression wie auch die antidepressive Therapieantwort hin, so dass in Zukunft bei der Behandlung der bei Frauen häufiger auftretenden Panikstörung und Depression die Rolle des weiblichen Geschlechts noch stärker mitberücksichtigt werden sollte. Weiterhin lassen diese Ergebnisse über den innovativen Ansatz einer individuellen, Genotyp-basierten und geschlechtsspezifischen Behandlung der Panikstörung und Depression nachdenken, was in diesem Fall gerade für weibliche Patienten eine erhebliche Verkürzung der Leidenszeit bedeuten könnte."

Die preisgekrönten Arbeiten von Dr. Katharina Domschke wurden im "International Journal of Neuropsychopharmacology", in "Neuropsychopharmacology" und im "American Journal of Medical Genetics" veröffentlicht.

Privatdozentin Dr. Katharina Domschke (31) arbeitet an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie des UKM und leitet dort die Arbeitsgruppe "Molekulare Genetik" und eine Arbeitsgruppe zur Neurobiologie von Angst im Rahmen des SFB-TRR-58 "Furcht, Angst, Angsterkrankungen".

Simone Hoffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.aerztinnenbund.de

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