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Design-Studenten gewinnen Kreativ-Preis mit virtuell-realem Farmer-Spiel

09.11.2011
Design-Studenten der Hochschule Niederrhein haben ein virtuelles Spiel mit realen Konsequenzen entwickelt und damit die Runde der letzten 30 Arbeiten des bundesweiten ADCFieldworks Forschungsprojekts gewonnen.

Kreativwirtschaft Clustermanagement „Creative NRW“ und Art Directors Club für Deutschland hatten angehende Designer an deutschen Hochschulen gefragt, in welcher Welt sie leben wollen. Ziel war es, das enorme soziale und wirtschaftliche Potenzial der kreativen Branche zu entdecken.

Bundesweit beteiligten sich an dem ADCFieldworks Forschungsprojekt 25 Hochschulen, 50 Professoren und 430 Studenten mit 247 Arbeiten. Die siegreichen Designstudenten Martin Stappen, Alexander Kryska und Diana Schmitz unter der Leitung von Prof. Richard Jung erhielten 1500 Euro.

Das virtuelle Spiel, das die Studierenden des Fachbereichs Design der Hochschule Niederrhein entwickelt haben, heißt „Seeders – Mach` Dich auf den Acker“. Es erinnert zunächst an Farmville, eines der erfolgreichsten Social-Media-Spiele, bei dem im vergangenen Jahr weltweit rund 100 Millionen Spieler 140 Millionen echte Euro investierten, um virtuelle Felder bewirtschaften und Pixel ernten zu können.

Die Idee der Krefelder Jung-Designer geht einen Schritt weiter – sie verbinden das virtuelle Spiel mit der Wirklichkeit: „Seeders säen virtuell und ernten real“, sagt Martin Stappen. Und Design-Professor Richard Jung, der die Studierenden im Rahmen einer Lehrveranstaltung fünf Monate lang betreute, fügt hinzu: „Wir nutzen die starke Motivation hinter dem wachsenden virtuellen Spieltrieb der Onlinecommunity, um eine ganze Reihe von echten Problemen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft zu lösen.“

Ausgangspunkt der Überlegungen der Nachwuchsdesigner war die Beobachtung, dass sich Städter immer mehr von dem Ort entfernen, wo die Nahrung ihren Ursprung hat, dem Land. Vor allem das sei der Grund dafür, dass kaum jemand mehr weiß woher die Lebensmittel kommen, was drin steckt und wie gesund sie wirklich sind. Diese Unwissenheit führe zu ungesunder Ernährung und dem Kauf von Lebensmitteln, die von weit her in die heimischen Supermärkte transportiert werden müssen.

Im Gegensatz dazu steht der Erfolg des Internetspiels „Farmville“. Was jedoch passiert, wenn die virtuelle Saat echte Ernte hervorbringt, fragten sich die Design-Studenten und kreierten eine virtuelle Plattform, auf der man spielerisch eigenen Acker bewirtschaften kann. Das virtuell Angebaute wird analog zur digitalen Welt von regionalen Bauern im wirklichen Leben gesät, gehegt, schließlich geerntet und dem Spieler anteilsmäßig via Lieferservice, im ortsansässigen SEEDERS-Laden oder am SEEDERS-Marktwagen, ausgehändigt.

„Diese Idee, auf der Basis intensiver Recherche, gründlicher Analyse, durchdachter Konzeption, innovativer Technik und professioneller Gestaltung zeigt eindrucksvoll, wozu Designer heute in der Lage sind, wenn man sie lässt“, begründete die Jury die Entscheidung.

„Leider wird das kreative Potential immer noch viel zu wenig genutzt. Noch existiert das längst überholte Klischee, Designer seien eine Art Künstler oder kreative Schöngeister, deren Aufgabe es sei, bestenfalls Medien oder andere Dinge hübsch zu gestalten. Dass schränkt den Gestaltungsspielraum und damit die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wertschöpfungsmöglichkeiten dieses kreativen Berufsstandes stark ein. Das Projekt ADCFieldworks ist ein erster, richtiger Schritt dieses Potential nutzbar zu machen“, sagt Prof. Richard Jung.

Die Gewinnerarbeit im Netz: http://weareseeders.de/

Dr. Christian Sonntag | idw
Weitere Informationen:
http://weareseeders.de/

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