Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Design-Preis für High-Tech-Helm

19.04.2012
Freiburger Forscherteam erhält das international anerkannte Gütesiegel „red dot award“

So schön kann Medizintechnik sein: Ein Helm für die Magnetresonanztomographie (MRT), den Freiburger Forscherinnen und Forscher zusammen mit dem Stuttgarter Designbüro „ipdd“ entwickelt haben, ist mit dem „red dot award“ in der Kategorie „design concept“ ausgezeichnet worden. Damit geht der als internationales Gütesiegel etablierte Design-Preis erstmals an ein Team der Universität Freiburg.


Grafik: IMTEK

Der Helm wurde am Lehrstuhl für Simulation von Prof. Dr. Jan G. Korvink, Institut für Mikrosystemtechnik (IMTEK), in einem Projekt zur Molekularen Bildgebung in der Medizin entwickelt, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wurde. Forscher des IMTEK, der Röntgendiagnostik des Freiburger Universitätsklinikums um Prof. Dr. Jürgen Hennig sowie Industriepartner haben sich an der Arbeit beteiligt. Die Gruppe hat Hochfeld-MRT-Verfahren und neue Kontrastmittel für die Diagnostik neurologischer Erkrankungen erforscht.

Die Idee eines Helms für bildgebende Messverfahren ist nicht neu – doch im Vergleich zu herkömmlichen Geräten ist der prämierte Helm mit mehr als 500 Sensorknoten ausgestattet und liefert dadurch die Bilder schneller und in höherer Auflösung. Die Forscher haben dafür fünf- und sechseckige Magnetspulen entwickelt, die als so genannte Phased Arrays auf einer Leiterplatte angeordnet sind. Sie nehmen, ähnlich wie das Facettenauge eines Insekts, Informationen zeitgleich und unabhängig voneinander auf und verarbeiten sie. Aufgrund ihrer Anordnung, die der Oberfläche eines Fußballs ähnelt, lassen sie sich eng am Kopf des Patienten platzieren.

Die Kernspintomographie kann bis zu einer Stunde dauern und wird oft als unangenehm empfunden. „Wir wollen kranke Menschen nicht weiter kränken, indem wir ihnen unbequeme und Angst einflößende Technik zumuten. Wichtig waren uns vor allem Tragekomfort und Optik des Helms“, sagt Korvink. Die Schale ist innen gepolstert, für Ablenkung sorgt ein audiovisuelles System: Patienten können während der Untersuchung Filme anschauen, Musik hören oder jederzeit Kontakt zum medizinischen Personal herstellen. Das Design des Displays nimmt die wabenartige Anordnung der Sensorchips auf. Im Unterschied zu Klinik-weißen medizinischen Geräten ist der Helm in den Farben Silber, Grau und Gelb gehalten.

Eine Jury aus 17 international renommierten Designexperten hat die 3.500 Einsendungen in den Kategorien Innovationsgrad, emotionaler und ästhetischer Gehalt, Funktionalität, Realisierbarkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilt. Der Wettbewerb für Designkonzepte und Prototypen ist ein Gradmesser für Markttauglichkeit. Er wird jährlich in Singapur ausgerichtet. Dort findet am 25. November 2011 die offizielle Preisverleihung im „red dot design museum“ statt, wo der Helm ein Jahr lang ausgestellt sein wird.

Weitere Informationen:

www.red-dot.sg/concept/index.htm
www.simulation.uni-freiburg.de
Kontakt:
Katrin Grötzinger
Institut für Mikrosystemtechnik – IMTEK
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-7252
E-Mail: katrin.groetzinger@imtek.uni-freiburg.de

Nicolas Scherger | Uni Freiburg
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Berichte zu: Design-Preis Gütesiegel High-Tech-Helm IMTEK Mikrosystemtechnik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungen

Physikerinnen und Physiker diskutieren in Bremen über aktuelle Grenzen der Physik

21.02.2017 | Veranstaltungen

Kniffe mit Wirkung in der Biotechnik

21.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit den Betriebsräten Sozialpläne

21.02.2017 | Unternehmensmeldung

Der Lkw der Zukunft kommt ohne Fahrer aus

21.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zur Sprache gebracht: Und das intelligente Haus „hört zu“

21.02.2017 | Messenachrichten