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Demenzforschung ausgezeichnet: Neuroscience Price der Fondazione Gino Galletti geht an Klinikum rechts der Isar

23.02.2010
PD Dr. Robert Perneczky, Leiter des neurobiologischen Labors der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar wurde heute mit dem Neuroscience Price der italienischen Fondazione Gino Galletti ausgezeichnet.

Der mit 10.000 EUR dotierte Preis wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung am Institut für neurologische Wissenschaften der Universität von Bologna überreicht. Der Preis würdigt Perneczkys Arbeiten auf dem Gebiet der funktionellen Bildgebung bei Patienten mit neurodegenerativen Demenzen wie der Alzheimer-Demenz und der frontotemporalen Demenz.

Im Mittelpunkt dieser Arbeiten stand der Zusammenhang zwischen hirnfunktionellen Veränderungen und Skalen des geriatrischen Assessments. Außerdem wurden hirnfunktionelle Veränderungen von nicht-kognitiven Demenzsymptomen wie optischen Halluzinationen und wahnhaftem Erleben untersucht.

Geriatrisches Assessment spielt eine zentrale Rolle bei der Therapieplanung und -durchführung bei Menschen mit Demenz. Durch die möglichst genaue Einschätzung des aktuellen Funktionsniveaus und möglicher Faktoren mit negativem Einfluss auf die Autonomie des älteren Patienten kann nicht nur der funktionelle, emotionale und kognitive Zustand verbessert, sondern auch die Mortalität gesenkt werden. Die prämierten Arbeiten zeigen eindrücklich das hirnfunktionelle Korrelat von Skalen zur Beurteilung der Alltagskompetenz auf. Sie belegen außerdem, dass das Phänomen der kognitiven Reservekapazität auch im Rahmen des geriatrischen Assessments berücksichtigt werden muss. Patienten mit geschätzter höherer kognitiver Reserve haben dabei bei gleichem Grad der funktionellen Einschränkung ein stärker geschädigtes Gehirn als Individuen mit niedrigerer Reserve. Weiterhin ergeben sich aus den Studien direkte Hinweise darauf, dass übliche einfache kognitive Tests mit passender fokaler Hirnpathologie assoziiert sind. Außerdem liefern die Arbeiten Evidenz für hirnfunktionelle Veränderungen im Rahmen von wahnhaften und halluzinatorischen Phänomen bei neurodegenerativen Demenzen.

PD Dr. Robert Perneczky studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität und der Technischen Universität München Medizin und arbeitet seit 2002 an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum rechts der Isar. Seine Forschungsinteressen auf dem Gebiet der Demenzerkrankungen decken ein breites Spektrum ab, das neben bildgebenden Studien auch Untersuchungen zur Liquordiagnostik und Genetik umfasst. Die Qualität der Forschung spiegelt sich in zahlreichen hochrangigen internationalen Veröffentlichungen und drei weiteren angesehen Forschungspreisen im vergangenen Jahr. Perneczky ist gerade von einem mehrmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität von Cambridge, England zurückgekehrt.

Tanja Schmidhofer | idw
Weitere Informationen:
http://www.med.tu-muenchen.de

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