Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DBU fördert Untersuchungen für eine optimierte Fischzucht mit 237.000 Euro

27.08.2013
Bloß kein Stress – Sauberes Wasser für entspannte Fische

Für die Fischzucht hat das Wohlbefinden der Tiere eine große Bedeutung. „Sauberes Wasser ist Voraussetzung für gesundes Wachstum, von dem letztlich auch der wirtschaftliche Erfolg abhängt“, sagt Dr. Alexander Brinker, Leiter der Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg in Langenargen.


Wie sich Feinstpartikel in der Fischzucht auf die Gesundheit und das Wachstum von Forellen und Saiblingen auswirken, untersucht die Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg in Langenargen. Die DBU fördert das Projekt mit 237.000 Euro.

© Fischereiforschungsstelle des Landes Baden-Württemberg

Doch kleinste ungelöste Partikel im Wasser, die sich mit herkömmlicher Technik nicht effektiv herausfiltern lassen, könnten Stress verursachen. Welche Partikelkonzentrationen Fische tolerieren können und ab wann die „Stress-Grenze“ überschritten wird, sei bisher nicht erforscht.

„Wir wollen untersuchen, wie sich Feinstpartikel auf die Gesundheit, die Futterverwertung und das Wachstum von Forellen und Saiblingen auswirken. Auch ihr Einfluss auf Biofilter für die geschlossene Fischzucht in Kreislaufanlagen wird untersucht“, so Brinker. Die Ergebnisse sollen in einen Leitfaden fließen und eine tiergerechtere, umweltschonendere und ökonomischere Zucht ermöglichen. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gibt 237.000 Euro.

Kreislaufanlagen in der Aquakultur seien eine umweltschonende Alternative zur traditionellen Fischzucht, in der Futterreste und andere Partikel zum Teil ungefiltert in die angrenzenden Gewässer gelangen und das Ökosystem beeinträchtigen könnten. Die geschlossene Aquakultur sei zudem wassersparend, da sie das Ablaufwasser säubere und wiederverwende, so DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Um diese Anlagen weiter zu etablieren, müssten sie wirtschaftlich arbeiten und eine bessere Ökobilanz als herkömmliche Systeme sowie tiergerechte Haltungsbedingungen aufweisen, ergänzt Brinker.

„Für die Fischzucht in Kreislaufanlagen ist die Wasserqualität von zentraler Bedeutung und immer noch der am schwierigsten zu kontrollierende Faktor. Das wesentliche Problem taucht auf, wenn sich Futtermittelreste und Fischexkremente nicht effektiv herausfiltern lassen und das Wasser verunreinigen“, so Brinker weiter. Denn die daraus resultierenden Kleinstpartikel blieben in den Kiemen haften und führten in höherer Konzentration zu Stress und verminderter Nahrungsaufnahme. Mit dem Risiko von Krankheiten stiegen auch die Kosten für medizinische Maßnahmen. Nur wenn die Fische artgerecht gehalten würden, sei optimales Wachstum bei maximaler Futterverwertung möglich.

Um zu ermitteln, ab welcher Konzentration die Partikelmengen den tolerierbaren Bereich bei Forellen und Saiblingen übersteigen, nehme die Fischereiforschungsstelle Langenargen nun eine Risikobewertung vor, sagt Brinker. „Der Schwerpunkt der Untersuchungen liegt auf den Feinstpartikeln, die vom Trommelfilter nicht zurückgehalten werden, in der biologischen Wasserreinigung nur unzureichend zersetzt werden und sich beim Wiedernutzen des Wassers anreichern. Wie stark sich die Schwebstoffbelastung auf die Gesundheit der Fische und die Kreislaufanlagen auswirkt, hängt von der Menge der Partikel, ihrer Größe und Struktur und ihrer chemischen Zusammensetzung ab. Auch die Dauer, der die Fische diesen Partikeln ausgesetzt sind, muss dabei berücksichtigt werden.“

Die Ergebnisse sollen in einen Leitfaden fließen und Fischzüchtern praxisorientierte Empfehlungen zum Optimieren der Forellenzucht geben. „Mit den Ergebnissen werden Wissenslücken gefüllt, die entscheidend für ein zukünftiges Entwickeln der Aquakultur von forellenartigen Fischen sein könnten“, betont Brickwedde. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland etwa 19.600 Tonnen Fisch in Fischzuchten erzeugt worden – damit sei die Produktion im Vergleich zu 2011 um rund sieben Prozent gestiegen. Grund genug für eine optimierte Fischzucht, die zum einen den Tieren und der Umwelt gerecht werde und zum anderen ein Faktor für wirtschaftlichen Erfolg sei.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/index.php?menuecms_optik=&menuecms=123&objektid=34726&vorschau=1

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie