Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DBU-Förderinitiative Aquakultur: neues Projekt initiiert

21.08.2012
Frisches Wasser, gesunde Fische: Aquakultur soll nachhaltiger werden
Gelsenkirchener Firma entwickelt umweltbewusste Kreislaufanlagen – DBU fördert mit 420.000 Euro

Die Artenvielfalt der Meere ist bedroht. Allein die europäischen Gewässer sind zu mehr als 80 Prozent überfischt. Nachhaltige Aquakultur soll den Fischbestand und gleichzeitig einen Teil der Nahrung für die wachsende Erdbevölkerung in Zukunft sichern.
„In wassersparenden Kreislaufanlagen entstehen jedoch hohe Nitrat- und Partikelkonzentrationen. Sie gefährden die Gesundheit der Fische“, sagt Steffen Richter, Mitarbeiter der MaxFlow Membran Filtration (MMF) aus Gelsenkirchen. Um die Wasseraufbereitung in der Fischhaltung zu verbessern, entwickelt die MMF einen neuen Reaktortyp zur Nitrat- und Partikelentfernung mit eingebautem Membranreinigungsverfahren. Nachdem in einer ersten Phase das Verfahren mit Laborreaktoren und Karpfenbesatz erfolgreich untersucht worden war, sieht die nun anlaufende zweite Phase Langzeitversuche mit einer größeren Anlage vor. Insgesamt fördert die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) das Projekt mit rund 420.000 Euro.

„Für eine optimale Nutzung des Kreislaufwassers und die Gesundheit der Fische ist die Wasserqualität sehr wichtig. Aber tierärztliche Vorgaben für die Reinigung werden in der Praxis oft nur unzureichend erfüllt“, betont DBU-Experte Franz-Peter Heidenreich. „Herkömmliche Aufbereitungsverfahren vermindern zwar die Bakterienzahl im Kreislaufwasser, vollständig entfernt werden sie aber nicht“, ergänzt Diplomingenieur Richter von der MMF. Aus diesem Grund sollten nun Membranen mit kleineren Poren eingesetzt werden. Doch auch die setzten sich durch Biofilme zu und müssten gereinigt werden. Als Lösungsansatz zeichneten sich spezielle offenporige bewegte Granulate als Trägermaterial für Mikroorganismen ab. Durch Wasserströmung wirbelten sie gegen die Membranen und rieben so den Biofilm ab. Gleichzeitig entfernten die Mikroorganismen die sich im Wasser befindlichen Nitrate biologisch.

Zum einen werde untersucht, wie sich die biologische Kreislaufwasserreinigung mit den neuen Granulaten über die Membranen technisch umsetzen lasse. Zum anderen werde beurteilt, wie wirksam die Membranmodule in dieser neuen Anwendung sind, so Richter weiter. Verlaufen die Langzeitversuche erfolgreich, soll das entwickelte Membran-Granulat-System in einer kommerziellen Fischproduktionsanlage, z.B. für Flussbarsche, Zander, Welse oder Tilapia, getestet werden.

Heidenreich: „Die geplante Technologie ist nicht nur fisch-, sondern auch umweltfreundlich. Sie verbraucht weniger Frischwasser und steigert die Energieeffizienz. Zudem brauchen Betriebe eine einfach zu bedienende und sichere Technik, um die Fische in Kreislaufanlagen aufzuziehen.“ Kooperationspartner des Projekts sind der Arbeitsbereich Hydrobiologie und Organische Spurenanalytik des Instituts für Siedlungswasserbau, Wassergüte- und Abfallwirtschaft der Universität Stuttgart und die Abteilung Fischkrankheiten im Zentrum für Infektionsmedizin an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de
http://www.dbu.de/123artikel33328_335.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten