Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit aus Visionen Fortschritte werden

22.01.2014
European Research Council (ERC) fördert Laserphysiker der Uni Jena mit fast 2 Mio. Euro

Ein Automobil samt zugehörigem Getriebe, hydraulische Maschinen, Kriegsgerät und sogar ein Vorläufer des modernen Helikopters – die Liste der Erfindungen, die auf Leonardo da Vinci zurückgehen, ist lang.

Die Umsetzung in die Praxis der meisten seiner bahnbrechenden Innovationen hat das Universalgenie der Renaissance freilich nicht erlebt. Die Zeit war noch nicht reif dafür. „Auch heute steht zu Beginn innovativer Technologien zunächst eine Vision, die weit über die bestehenden technologischen Möglichkeiten hinausgeht“, sagt Prof. Dr. Jens Limpert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

„Und bis heute ist die Umsetzung visionärer Projekte nicht nur risikobehaftet und teuer. Sie kostet meist auch viel Zeit“, so der Juniorprofessor vom Institut für Angewandte Physik (IAP) weiter.

Um genau solchen ambitionierten Forschungsvorhaben den notwendigen „langen Atem“ zu verleihen, unterstützt der European Research Council (ERC) exzellente Nachwuchsforscher und deren Teams. So wie die Gruppe um Prof. Limpert: Das internationale Gutachterkonsortium des ERC hat dem Jenaer Physiker jetzt 1,88 Millionen EUR in Form eines „Consolidator Grants“ bewilligt, mit dem das Projekt „Advanced Coherent Ultrafast Laser Pulse Stacking (ACOPS)“ verwirklicht werden soll. Als bisher einzigem Forscher in Thüringen ist es Prof. Limpert damit gelungen, gleich zwei Mal von dem europäischen Gremium eine Förderung einzuwerben. Bereits 2009 konnte der Physiker von der Jenaer Universität den ERC von seinen Ideen überzeugen und wurde über ein „Starting Grant“ vier Jahre lang gefördert.

Über diese außergewöhnliche Anerkennung seiner bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten freut sich Limpert: „Der Vorschuss an Vertrauen in unser Projekt durch das ERC freut mich sehr. Daraus sind spannende Ergebnisse zu erwarten, die Jena noch fester im Spitzenfeld der Laserforschung verankern werden“, ist sich der Leiter der Arbeitsgruppe „Fiber and Waveguide Lasers“ sicher.

Ziel von ACOPS ist die Entwicklung von Hochleistungs-Ultrakurzpulslaserkonzepten, mit denen sich Teilchen beschleunigen lassen, um sie zur Kollision zu bringen, um bekannte und gar noch unbekannte Elementarteilchen und Materiezustände zu erzeugen und zu untersuchen. „Doch anders als etwa bei großen Teilchenbeschleunigern wie dem CERN in Genf, lassen sich durch die Verwendung von Lasern die Beschleunigungswege um ein Vielfaches verringern und kilometerlange Tunnel werden überflüssig“, nennt Limpert den Vorteil dieses Konzepts. Er verweist auf das derzeit leistungsfähigste Lasersystem, welches zur Teilchenbeschleunigung verwendet wird: den „Berkeley Lab Laser Accelerator“ – kurz BELLA. Dieser Laserbeschleuniger erzeugt Lichtpulse von 30 Femtosekunden mit 40 Joule Pulsenergie und erreicht dabei Spitzenleistungen von über einem Petawatt.

Allerdings schafft BELLA bislang nur etwa einen Puls pro Sekunde und ist zudem alles andere als handlich: Der Laser hat etwa die Größe eines Einfamilienhauses. Solche Lasersysteme kompakter, effizienter, skalierbarer und kosteneffektiver zu machen, das will das Jenaer Team um Prof. Limpert nun in den kommenden fünf Jahren dank der Förderung durch den European Research Council in Angriff nehmen. „Wir wollen nicht nur die Größe dieses außergewöhnlichen Lasersystems unterbieten, sondern auch dessen Wiederholrate um den Faktor 10.000 steigern“, kündigt Limpert an.

Kontakt:
Junior-Prof. Dr. Jens Limpert
Institut für Angewandte Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Max-Wien-Platz 1, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947800
E-Mail: jens.limpert[at]uni-jena.de

Dr. Ute Schönfelder | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit