Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Damit die eigene Erfindung kein Mythos bleibt

03.02.2010
Wissenschaftler der Fachhochschule Jena wurden Preisträger bei Erfindermesse
(2. Februar 2010) Für viele Wissenschaftler der FH Jena gehört die angewandte Forschung zum Alltag. Viele Erfindungen werden in enger Zusammenarbeit mit Partnern aus der Industrie und häufig bis nah zur Produktreife entwickelt.

Zwei Professoren und ein junger Doktorand wurden heute von Prof. Dr. Bruno Spessert, Prorektor für Forschung und Entwicklung der Hochschule, ausgezeichnet. Ihre Erfindungen hatten bei der internationalen Erfindermesse "Ideen-Erfindungen-Neuheiten" (IENA) 2009 in Nürnberg Preise erhalten. Von den sieben ausgezeichneten der insgesamt acht Thüringer Erfindungen kamen drei aus der FH Jena:

Der Laserspezialist Prof. Dr. Jens Bliedtner, Fachbereich SciTec, erhielt gemeinsam mit seinem Industriepartner Stephan Rinck von Rinck elektronik Jena, eine Silbermedaille für ein Verfahren zum Ermitteln der Dehnung und Stauchung eines faseroptischen Gitters. Für die Messungen in seinem Forschungsprojekt, das sich speziell auf das Punktschweißen richtete, nutzte Prof. Bliedtner ein Faser-Bragg-Gitter. Krankheitsbedingt konnte er die Gratulation des Prorektors leider nicht entgegennehmen.

Für die Entwicklung eines "Mehrkoordinaten-Reibantriebes mit multiblem Abtrieb" wurde Prof. Dr. Peter Dittrich mit einer Bronzemedaille ausgezeichnet. Prof. Dittrich lehrt im Fachbereich Elektrotechnik/Informationstechnik die Gebiete Elektrische Antriebe, Aktorik und Leistungselektronik. Seine Erfindung, die er am Beispiel eines Schachtisches bildhaft erläuterte, ist für den Bereich der Antriebstechnik von großer Bedeutung. Mehrere Lasten können in ihren Bahnen (sogenannten "Trajektorien") auf einer Ebene gleichzeitig und auch umeinander bewegt werden.

Die dritte Auszeichnung lässt vermutlich einige Handybesitzer aufhorchen: Martin Reuter erhielt eine Ehrenurkunde für die Anbindung einer Fresnel-Linse am Mobiltelefon. Diese Linse ist schnell und einfach an viele unterschiedliche Geräte anzubringen. Ohne das Volumen des Telefons wesentlich zu vergrößern, hat sie vor allem zwei Vorteile: sie ist eine Hilfe für Sehschwache und gleichzeitig ein wirkungsvoller Tastaturschutz. Der junge Erfinder war bereits als Student an der FH Jena in Forschungsprojekte eingebunden. Zum Jahresende 2008 schloss er sein Masterstudium im Bereich der Laser- und Optotechnologien ab.

Derzeit arbeitet er an seiner Promotion (kooperierende Universität: TU Ilmenau) sowie gleichzeitig im Fachbereich Maschinenbau der FH Jena in einem Pro Exzellenz-Förderprojekt der Mechatronik. Für Martin Reuter ist es wichtig, dass die Studenten zeitig an das Thema "Erfindungen" herangeführt werden: "Eine Idee, die vorher niemand hatte, als Patent anmelden zu können, ist wirklich ein Erfolgserlebnis".

Allerdings gibt es dabei auch einiges zu bedenken und ein Procedere, das eingehalten werden muss. Hier hilft das Patentinformationszentrum, das über die Hochschulbibliothek an die FH Jena angegliedert ist. Lothar Löbnitz, Bibliotheksleiter und Patentverantwortlicher der Hochschule, unterstützt Wissenschaftler und Studierende bei der Anmeldung und Vermarktung von Patenten.

Auch für Professor Dittrich ist die Einbeziehung seiner Studenten in die Forschungsarbeit ein unbedingtes "Muss". Darüber hinaus wird das Patentwesen in Kreativ-Workshops für Studenten angeboten, "damit", so der Wissenschaftler, "die eigene Erfindung kein Mythos bleibt."

Sigrid Neef

Sigrid Neef | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-jena.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Deutscher Mobilitätspreis geht an Projekt des KIT
29.06.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Umfangreiche Fördermaßnahmen für Forschung an Chromatin, Nebenniere und Krebstherapie
28.06.2017 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften

Wellen schlagen

29.06.2017 | Informationstechnologie