Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CRTD erhält 1.56 Millionen Euro BMBF-Förderung für Forschung zu degenerativen Netzhauterkrankungen

24.05.2017

Die Forschergruppen Prof. Dr. Elly Tanaka , Prof. Dr. Marius Ader und Dr. Mike Karl am DFG-Forschungszentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) – Exzellenzcluster der TU Dresden, erhalten eine Forschungsförderung im Rahmen der BMBF-Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ für ihr CLEANSIGHT Forschungsprojekt, in dem Verfahren zur schnellen und effizienten Identifizierung von Wirkstoffen gegen Netzhauterkrankungen entwickelt werden.

Mit über 150 Millionen Betroffenen sind degenerative Erkrankungen der Netzhaut eine der weltweit häufigsten Ursachen für Sehbehinderungen. Beispiele sind die erbliche Retinitis Pigmentosa (RP) und die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), die sich durch die immer älter werdende Bevölkerung zur Epidemie ausweitet.


Retinale Pigmentepithelzell-Kultur und das Team von CLEANSIGHT (v.l.n.r.): Prof. Dr. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader, Dr. Mike Karl, Dr. Seba Almedawar, Dr. Sven Schreiter und Dr. Dominic Eberle

© CRTD, Dominic Eberle

Bislang sind keine wirksamen Therapien zur Behandlung dieser Erkrankungen etabliert. Zu einer Schädigung der Netzhaut kommt es unter anderem dadurch, dass die Retinalen Pigmentepithelzellen (RPE), die der Netzhaut anliegen, beeinträchtigt sind, natürliche „Abfallprodukte“ der Netzhaut aufzunehmen und zu recyceln.

Dieser Prozess – die sogenannte Phagozytose – ist aber für die Funktion und das Überleben der lichtsensitiven Nervenzellen der Retina, den Photorezeptoren, essentiell. Eine gestörte Funktion der RPE Zellen führt zur Degeneration der Netzhaut und somit zu Sehbehinderungen bis zur Erblindung.

Substanzen, die die Funktion von RPE Zellen verbessern, zum Beispiel eine erhöhte Stoffaufnahme stimulieren, könnten in der Lage sein, solche Störungen therapeutisch zu beheben und den Sehverlust zu vermindern.

„Das CLEANSIGHT-Projekt basiert auf einer seit 2013 von uns entwickelten Plattformtechnologie, die durch die Entwicklung eines Verfahrens zur gezielten Herstellung von humanen RPE Zellen aus Stammzellen in der Zellkulturschale möglich wurde. Dadurch können Hochdurchsatz-Testungen (sogenannte „Screens“) für die Suche nach geeigneten Wirkstoffen durchgeführt werden, die dann als Grundlage für die Entwicklung neuartiger Therapien gegen Netzhaut-Erkrankungen dienen sollen“, so das Forscherteam, bestehend aus Dr. Seba Almedawar (Projektleiterin), Dr. Sven Schreiter und Dr. Dominic Eberle.

Sie werden in ihrem Projekt unterstützt und begleitet von Prof. Dr. Elly Tanaka, Prof. Dr. Marius Ader und Dr. Mike Karl. Ein von Prof. Dr. Tanaka patentiertes Verfahren ermöglicht die Herstellung großer Mengen an humanen RPE Zellen von gleichbleibend hoher Qualität im Labor und stellt einen entscheidenden Fortschritt zum Aufbau einer Screening-Plattform für Wirkstoffe dar.

Die Unterstützung des CLEANSIGHT Projektes ist Teil der neuen Hightech-Strategie „Innovationen für Deutschland“ der Bundesregierung. Durch die schnelle Überführung innovativer Ideen in Produkte und Dienstleistungen, soll die Spitzenposition Deutschlands als größte Wirtschafts- und Exportnation in Europa gestärkt werden.

Das CMCB Grant Office (Serviceeinrichtung, die Wissenschaftler des CRTD, BIOTEC, B CUBE bei der Einwerbung von Drittmitteln unterstützt) und das Technology Transfer Office haben entscheidend bei der Antragstellung dieser Förderung mitgewirkt und werden die Wissenschaftler auch künftig während der Durchführung des Projektes unterstützen.

Weitere Informationen zu CLEANSIGHT (Dresdner Transferbrief, Ausgabe 2.16)
http://www.qucosa.de/fileadmin/data/qucosa/documents/20367/transferbrief_ausgabe... (Seiten 10-11)

Pressekontakt

Franziska Clauß, M.A.
Pressesprecherin
Tel.: +49 351 458 82065
E-Mail: franziska.clauss@crt-dresden.de

Das 2006 gegründete Zentrum für Regenerative Therapien Dresden (CRTD) der Technischen Universität konnte sich in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative erneut als Exzellenzcluster und DFG-Forschungszentrum durchsetzen. Ziel des CRTD ist es, das Selbstheilungspotential des Körpers zu erforschen und völlig neuartige, regenerative Therapien für bisher unheilbare Krankheiten zu entwickeln. Die Forschungsschwerpunkte des Zentrums konzentrieren sich auf Hämatologie und Immunologie, Diabetes, neurodegenerative Erkrankungen sowie Knochenregeneration. Zurzeit arbeiten acht Professoren und zehn Forschungsgruppenleiter am CRTD, die in einem interdisziplinären Netzwerk von über 90 Mitgliedern sieben verschiedener Institutionen Dresdens eingebunden sind. Zusätzlich unterstützen 21 Partner aus der Wirtschaft das Netzwerk. Synergien im Netzwerk erlauben eine schnelle Übertragung von Ergebnissen aus der Grundlagenforschung in klinische Anwendungen.

www.crt-dresden.de

Franziska Clauß | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

23. Baltic Sea Forum am 11. und 12. Oktober nimmt Wirtschaftspartner Finnland in den Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

6. Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Zeichen von Smart Home

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

OLED auf hauchdünnem Edelstahl

21.09.2017 | Messenachrichten

Weniger (Flug-)Lärm dank Mathematik

21.09.2017 | Physik Astronomie

In Zeiten des Klimawandels: Was die Farbe eines Sees über seinen Zustand verrät

21.09.2017 | Geowissenschaften