Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Crafoord-Preis in Astronomie geht 2012 an Reinhard Genzel

19.01.2012
Die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften gab heute bekannt, dass der Crafoord-Preis in Astronomie 2012 gemeinsam an Reinhard Genzel vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Garching, und Andrea Ghez von der University of California, Los Angeles, USA, verliehen wird "für ihre Beobachtungen der Sterne, die das galaktische Zentrum umkreisen und damit auf ein massereiches Schwarzes Loch hinweisen".

Die offizielle Begründung hält fest, dass die beiden Preisträger die zuverlässigsten Hinweise darauf gefunden haben, dass supermassive Schwarze Löcher tatsächlich existieren.

Schon seit vielen Jahren beobachten Reinhard Genzel und Andrea Ghez mit ihren jeweiligen Forschungsteams die Sterne um das Zentrum der Milchstraße. Unabhängig voneinander kamen beide zu dem gleichen Ergebnis: in unserer Heimatgalaxie befindet sich ein riesiges schwarzes Loch namens Sagittarius A*.

Schwarze Löcher kann man nicht direkt beobachten - alles in ihrer Nähe wird von ihnen verschluckt und bleibt verschwunden. Die einzige Möglichkeit Schwarze Löcher zu untersuchen besteht darin, die Wirkungen der Gravitation auf ihre Umgebung zu studieren. Aufgehend von der Bewegung der Sterne um das Zentrum der Milchstraße schätzen Reinhard Genzel und Andrea Ghez und ihre Kollegen, dass die Masse von Sagittarius A* rund vier Millionen Sonnenmassen beträgt. Sagittarius A* ist das nächstgelegene, supermassereiche Schwarze Loch. Es ermöglicht den Astronomen, die Schwerkraft besser zu erforschen und die Grenzen der Relativitätstheorie auszuloten.

Der Crafoord Prize in Astronomie und Mathematik, Biowissenschaften, Geowissenschaften oder Polyarthritis-Forschung wird von der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften jährlich nach einem rotierenden System vergeben. Der erste Preis wurde im Jahr 1982 verliehen und ab 2012 gibt es zwei getrennte Preise in Astronomie und Mathematik zur selben Zeit, die jeweils mit einer Preissumme von 4 Mio. SEK dotiert sind.

Der Preis wird im April/Mai im Rahmen des "Crafoord Day" offiziell von Seiner Majestät, dem König von Schweden überreicht. In Verbindung mit dem Crafoord Day wird ein Symposium zum jeweiligen Forschungsgebiet der Preisträger von der Königlichen Schwedischen Akademie der Wissenschaften veranstaltet.

Reinhard Genzel wurde 1952 in Bad Homburg vor der Höhe geboren. Er promovierte im Jahre 1978 an der Universität Bonn. Seit 1986 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München (seit 1988) und ordentlicher Professor für Physik an der University of California, Berkeley (seit 1999).

Dr. Hannelore Hämmerle
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
MPI für Astrophysik
MPI für extraterrestrische Physik
Karl-Schwarzschildstr. 1
85748 Garching
+49 (89) 30 000 3980
hhaemmerle@mpa-garching.mpg.de

Dr. Hannelore Hämmerle | MPI
Weitere Informationen:
http://www.mpe.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht ERC Grant: Wie sich Pflanzen an vielfältige Umweltbedingungen anpassen
09.04.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Im Focus: Basler Forschern gelingt die Züchtung von Knorpel aus Stammzellen

Aus Stammzellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen lassen sich stabile Gelenkknorpel herstellen. Diese Zellen können so gesteuert werden, dass sie molekulare Prozesse der embryonalen Entwicklung des Knorpelgewebes durchlaufen, wie Forschende des Departements Biomedizin von Universität und Universitätsspital Basel im Fachmagazin PNAS berichten.

Bestimmte mesenchymale Stamm-/Stromazellen aus dem Knochenmark von Erwachsenen gelten als äusserst viel versprechend für die Regeneration von Skelettgewebe....

Im Focus: Basel researchers succeed in cultivating cartilage from stem cells

Stable joint cartilage can be produced from adult stem cells originating from bone marrow. This is made possible by inducing specific molecular processes occurring during embryonic cartilage formation, as researchers from the University and University Hospital of Basel report in the scientific journal PNAS.

Certain mesenchymal stem/stromal cells from the bone marrow of adults are considered extremely promising for skeletal tissue regeneration. These adult stem...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

Stralsunder IT-Sicherheitskonferenz im Mai zum 7. Mal an der Hochschule Stralsund

12.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Aus dem Labor auf die Schiene: Forscher des HI-ERN planen Wasserstoffzüge mit LOHC-Technologie

19.04.2018 | Verkehr Logistik

Neuer Wirkmechanismus von Tumortherapeutikum entdeckt

19.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics