Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2 - vom Klimakiller zum Wertstoff für eine dezentrale Energieversorgung

26.08.2014

„Chemische Energiespeicher zur dezentralen Energieversorgung“ ist der Name eines neuen Verbundvorhabens, das vom Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Das Gesamtvolumen des Projektes, an dem Forscher des Leibniz-Instituts für Katalyse zusammen mit der EXYTRON® GmbH arbeiten, beträgt 2,4 Millionen Euro.

Die ausreichende, sichere und umweltverträgliche Bereitstellung von Energie ist Grundvoraussetzung für eine zufriedenstellende Lebensqualität der Menschen und stellt gegenwärtig und zukünftig eine der größten globalen Herausforderungen dar.

Vor dem Hintergrund weltweit knapper werdender Rohstoffe und herkömmlicher Energiequellen ist die Anwendung optimierter, energieeffizienter Produktionsprozesse und innovativer Verfahren eine Grundvoraussetzung, um die Versorgung mit Energie abzusichern. Ein neues Verbundvorhaben „Chemische Energiespeicher zur dezentralen Energieversorgung“ befasst sich daher mit der Entwicklung eines dezentralen und vielseitig einsetzbaren Energieversorgungssystems.

Dazu soll ein neuartiger chemischer Energiespeicher, der in einer zentralen Einheit ein Gemisch aus Kohlendioxid und Wasserstoff unter Zuhilfenahme eines Katalysators in Methan (sozusagen synthetisches Erdgas) umwandelt, entwickelt werden. 

Die Vision der Forscher und Ingenieure: Der Energiespeicher ist völlig unabhängig und beispielsweise in Ein- oder Mehrfamilienhäusern oder im maritimen Bereich zur Eigenversorgung nutzbar. Geplant ist eine elektrische Anschlussleistung von 5 bis zu etwa 500 kW.

Das Energieversorgungssystem basiert auf der Wasserstofferzeugung in einer Elektrolysezelle unter Nutzung von Elektroenergie aus Wind- oder Sonnenkraft. Der erzeugte Wasserstoff wird mit Kohlendioxid in einem katalytischen Prozess weiter zu Methan und Wasser umgesetzt.

Ein perfekter Kreislauf, denn das entstehende Wasser soll wieder zu Wasserstoff umgewandelt werden. Das erzeugte Methan ersetzt fossiles Erdgas als Energiequelle. Bei der Verbrennung wird Kohlendioxid gebildet, das in dem angedachten Kreislauf ebenfalls wieder verwendet werden soll. Die ablaufenden chemischen Prozesse liefern Wärme, die auch genutzt werden kann.

Für die Durchführung des Projektes werden im Leibniz-Institut für Katalyse drei bis fünf Kollegen an der Entwicklung passender Katalysatoren, chemischer Hilfsstoffe, die die geplanten Reaktionen möglich machen und nur in winzigen Mengen dem System zugesetzt wird, forschen.

Die technische Seite des Projektes wird im 2013 neu gegründeten Rostocker Unternehmen EXYTRON® GmbH von zehn bis zwölf Mitarbeitern bearbeitet. Nach erfolgreichem Projektabschluss Ende 2015 sollen mehr als 30 Personen damit beginnen, die angedachten dezentralen Energieversorgungssysteme herzustellen und zu vermarkten. Und – so die Hoffnung – viele Haushalte oder auch Sportboote oder andere mobile Anwendungen können in Zukunft das neue System nutzen.

Weitere Informationen:

http://www.catalysis.de


Dr. Barbara Heller 
0381 1281 146 oder 0162 177 5013 
barbara.heller@catalysis.de

Dr. Barbara Heller | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE