Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CO2-Reduktion: Endspurt beim ALTRAN Innovationspreis 2008

29.10.2008
Finalisten stehen fest - Preis im Gegenwert von 1 Mio. Euro

Wie können wir das CO2-Problem in den Griff bekommen? Kaum eine Frage beschäftigt derzeit die Gemüter weltweit mehr als diese. Die "ALTRAN oundation for Innovation" hat ihren Innovationspreis in diesem Jahr zum Thema "CO2-Reduktion - die technologische Herausforderung unserer Zeit" ausgeschrieben. Dem Gewinner-Projekt inken Beratungs-Leistungen durch die ALTRAN-Experten im Gegenwert von bis zu einer Million Euro.

Jetzt stehen die sechs Finalisten aus vier Ländern fest (Einzelheiten s.u.). "Die Auswahl fiel der Jury angesichts der vielfach exzellenten und sehr innovativen Einreichungen wirklich schwer", so Christian Le Liepvre, Direktor der ALTRAN Foundation. Zum diesjährigen Innovationspreis hatte es 159 Einreichungen aus der ganzen Welt gegeben, von denen die aus elf Experten bestehende internationale Jury in einem ersten Schritt die 28 vielversprechendsten in die engere Wahl genommen hatte. Aus Deutschland kommen die Jury-Mitglieder Prof. Dr. Dieter Oesterwind, Leiter des Zentrums für Innovative Energiesysteme in Düsseldorf sowie Prof. Dr. Peter Czermak, Direktor des Instituts für Biopharmazeutische Technologie in Gießen. Nun werden die ausgewählten Finalisten in Paris der Jury ihre Projekte detailliert vorstellen. "Die breite thematische Spanne hat uns besonders beeindruckt", betont Le Liepvre. "Sie reicht von der CO2-Speicherung über innovative Technologien in der Architektur bis hin zu klimaneutralen Kühlverfahren." Bis zum Jahresende wird die Jury über das Siegerprojekt abstimmen, das dann im Januar 2009 auf einer abschließenden Preisverleihung ausgezeichnet wird.

ALTRAN, der europäische Marktführer unter den Technologieberatungen, beschäftigt sich im Kundenauftrag schon seit vielen Jahren mit konkreten Lösungsmöglichkeiten für eine Verringerung von Kohlenstoffdioxid. Beispiele dafür sind die Entwicklung von Hybridmotoren und Technologie zur Bremsenergie-Rückgewinnung für mehrere namhafte Automobilhersteller oder die Optimierung der Energieeffizienz bei Gebäuden. "Das weltweite Bewusstsein für die Problematik des Treibhauseffekts ist stark gestiegen", erläutert Christian Le Liepvre. "Auch wenn natürlich noch viel zu tun ist, so hat sich die Erkenntnis durchgesetzt: Wir haben keine andere Wahl mehr, als das CO2 in der Atmosphäre massiv zu verringern. Und dazu wollen wir mit diesem Innovationspreis beitragen, indem wir ein herausragendes Projekt auswählen und ein ganzes Jahr lang intensiv fördern."

Die Projekte der Finalisten im Einzelnen

Arnaud Muller-Feuga, Microphyt (Montpellier, Frankreich)

Biofixierung von CO2 durch Photobioreaktor-Sammelbecken

Ziel des Projektes "RUBISCO2" ist die Nutzung photosynthetischer Systeme als umfassende CO2-Sammelbecken, die wirksam das CO2 binden (Biofixierung). Jede produzierte Tonne Trockenbiomasse bindet zwei Tonnen CO2; das Biofixierungspotenzial steigt mit der Produktion von Mikroalgen in geschlossenen Photobioreaktoren noch weiter an. Zukünftige Anwendungen gibt es insbesondere im Bereich der Biokraftstoffe. Hierbei kommt es zur Biofixierung des gesamten, in die geschlossenen photosynthetischen Produktionssysteme eingeführten Kohlenstoffdioxids; im Gegensatz zur heutigen Praxis wird also nicht nur ein Teil des CO2 gebunden und verwendet.

Francisco Gallo Mejía, Universidad del País Vasco UPV/EHU (San Sebastián/Donostia, Spanien)

Nachhaltiger Hausbau durch Baustoffe aus Bambus

Im Mittelpunkt dieses Projektes steht die Gewinnung von im Hausbau verwendbaren Bio-Verbundstoffen aus der Bambusart Guadua angustifolia kunth. Die Verwendung dieses Verbundstofftyps ermöglicht einen niedrigeren Energie- und Wasserverbrauch als der anderer Baustoffe wie z.B. Holz, Metall und Ziegel. Auch die Herstellungs- und Transportkosten sind geringer. Diese deutlich umweltfreundlichere Bauweise zeichnet sich durch Recyclingfähigkeit, Haltbarkeit, gute Isoliereigenschaften, niedriges Gewicht sowie hohe CO2-Bindungsfähigkeit aus.

Olivier Lépine, AlgoSource Technologies (Nantes, Frankreich)

Nutzung von Mikroalgen als CO2-Speicher

Bei dem "AlgoSource Technologies"-Projekt wird in industriellen Prozessen anfallendes CO2 gesammelt und ohne vorherige Konzentration in Mikroalgen-Kultursysteme eingebracht. Hieraus entsteht eine in verschiedenen Branchen - u.a. Lebensmittel, "Green Chemistry" und Energie - einsetzbare, wertvolle Biomasse. Diese wird in Bioraffinerien verarbeitet, in denen die Ressource umfassend genutzt wird. Durch industrielle Produktion von Mikroalgen wird es möglich, fossilen Kohlenstoff - der die CO2-Konzentration in der Atmosphäre erhöht - durch eine erneuerbare, klimaneutrale Ressource zu ersetzen.

Casper van Oosten, Eindhoven University of Technology, Peer+ Company (Eindhoven, Niederlande)

"Switchable Window"-Fenstertechnologie

"Smart Energy-Glas" ist eine neue Variante der "Switchable Window-Technologie", bei der nicht nur die Menge des eintretenden Lichts dosiert, sondern auch Solarenergie gespeichert wird. Am Fenster sind drei Modi einstellbar: dunkel, hell und "Privacy"-Modus (starke Tönung). Das vom Fenster absorbierte Licht wird in Energie umgewandelt. Wichtiger Vorteil ist, dass laufend - und architektonisch "unsichtbar" - Solarenergie gesammelt wird. Daraus, dass Klimaanlagen durch den natürlichen Beleuchtungszyklus wesentlich seltener genutzt werden, resultieren beträchtliche Energie- wie auch Kosteneinsparungen.

Christian Muller, Holtzheim, Cooltech Applications (Holtzheim, Frankreich)

"MagCool": Magnetokalorische Klimatechnologie für den Hausbau

Das Projekt beinhaltet die Weiterentwicklung eines reversiblen Auto-Klimasystems auf Basis einer technologischen Innovation, die als "magnetokalorischer Effekt" bekannt ist. Durch eine Änderung der Magnetisierung erwärmt sich die betreffende Intermetalllegierung und kühlt dann wieder ab; dies wird über mehrere Zyklen wiederholt. Diese innovative Technologie basiert auf einem reversiblen System magnetokalorischer und hochgradig ökologischer Klimatechnologie bei hoher Energieeffizienz. Im Zuge des "MagCool"-Projekts wird diese Anwendung so angepasst, dass sie für Klimaanlagen im Hausbau einsetzbar ist. Auf den Einsatz von Kühlgasen kann völlig verzichtet werden. Der Nutzen: Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emission.

Siglinda Perathoner, Universität Messina (Messina, Italien)

Rückumwandlung von CO2 in Kraftstoff

Ziel dieses Projektes ist die Entwicklung einer photoelektrokatalytischen (PEC) Vorrichtung, die CO2 bei Raumtemperatur und unter Druck mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser wieder in Kraftstoff verwandeln kann. Der Einsatz dieses Gerätes ermöglicht dann die Entwicklung "künstlicher Bäume", die das CO2 sammeln und es in Flüssigkraftstoffe (Kohlenwasserstoffe, Alkohole) zurückverwandeln können. So kann der CO2-Gehalt in der Atmosphäre gesenkt und gleichzeitig eine erneuerbare Energiequelle (Sonnenstrahlen) dafür genutzt werden, das CO2 in Flüssigkraftstoffe umzuwandeln, die sich speichern, nutzen und umwandeln lassen.

Über ALTRAN

Die ALTRAN Group wurde 1982 in Paris gegründet und ist heute mit zahlreichen Standorten in 20 Ländern und 18.000 Mitarbeitern europäischer Marktführer im Technologie- und Innovationsconsulting. ALTRAN berät seine Kunden in allen Phasen des Projektlebenszyklus und betreut Innovationen von der Entwicklung bis zur Serienreife in den drei Bereichen Technology and R&D Consulting, Information Systems Consulting und Strategy and Management Consulting. Im Geschäftsjahr 2007 hat die Gruppe einen Gesamtumsatz von 1,591 Milliarden Euro erwirtschaftet. In Deutschland zählt die Technologieberatung rund 1.400 Mitarbeiter. Der deutsche Unternehmenssitz befindet sich in Frankfurt am Main.

Über die ALTRAN Foundation for Innovation

Die gemeinnützige Stiftung wurde 1996 in Paris gegründet und schreibt jährlich zu einem aktuellen Thema einen internationalen Preis aus. Damit möchte ALTRAN seiner gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen, technologische Entwicklungen im Dienste der Allgemeinheit zu fördern. Die Weiterentwicklung des Siegerprojekts wird von Consultants der Technologieberatung über die Dauer von einem Jahr fachlich und strategisch unterstützt. Außerdem erhalten die Sieger eine Prämie von 16.000 Euro.

Aussender:
ALTRAN Deutschland GmbH
Ansprechpartner: Stefanie Bandau
email: stefanie.bandau@altran.com
Tel. +49 89 46 16 91 14

Stefanie Bandau | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.altran.com
http://www.altran-foundation.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie