Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Claudia Höbartner erhält Preis der Hellmut-Bredereck-Stiftung

05.09.2013
Die Chemikerin Claudia Höbartner vom Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie erhält die Auszeichnung für ihre herausragenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Nukleinsäurechemie.

Der Preis wurde ihr im Rahmen des „Molecules of Life – Molecules in Life“-Symposiums beim Wissenschaftsforum Chemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker am 4. September in Darmstadt feierlich überreicht.

Der Forschungsschwerpunkt der Max-Planck-Wissenschaftlerin sind die Nukleinsäuren DNA und RNA, die in allen Organismen die genetische Information speichern und übertragen. Doch Nukleinsäuren können noch weit mehr.

Sie erledigen Aufgaben, die Forscher sonst von Proteinen kennen: die Katalyse chemischer Reaktionen. Claudia Höbartner habe neue Zugangswege gefunden, um Nukleinsäuren gezielt zu verändern und innovative Methoden entwickelt, um katalytisch aktive DNA zu untersuchen, so die Begründung der Jury für die Verleihung des Preises.

Claudia Höbartner, seit 2008 Leiterin der Max-Planck-Forschungsgruppe "Nukleinsäurechemie" am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, erklärt: "RNA katalysiert beispielsweise als Ribozym chemische Reaktionen im Körper und steuert die Aktivität von Genen. Dabei spielen auch natürliche modifizierte Nukleotide eine wichtige Rolle. Wir wollen die molekularen Mechanismen verstehen, die hier dahinterstecken. Um diese zu untersuchen, bauen wir zunächst zielgenau sichtbare Markierungen in die RNA ein. Die Eigenschaften dieser veränderten RNA analysieren wir dann zusammen mit anderen Arbeitsgruppen am Institut."

Auch künstlich hergestellte DNA-Enzyme (sogenannte Desoxyribozyme) können chemische Reaktionen beschleunigen. Einige DNA-Enzyme werden bereits in der Grundlagenforschung eingesetzt und dienen als Biosensoren. Höbartners Ziel ist es, die noch verborgenen Möglichkeiten auszuschöpfen, die DNA als Werkzeug bietet, um chemische Reaktionen zu katalysieren und dabei Biomoleküle gezielt zu beeinflussen. "Solche maßgeschneiderten Werkzeuge lassen sich allerdings nur bauen, wenn man im Detail versteht, wie diese funktionieren. Wir analysieren deshalb auf molekularer Ebene die Struktur, Funktion und Mechanismen von DNA-Enzymen und nutzen dazu verschiedene Methoden aus der Chemie, Biochemie und Biophysik." Mit ihren Erkenntnissen erhofft sich die Wissenschaftlerin, neue Anwendungsgebiete für DNA-Enzyme zu erschließen.

Zur Person

Claudia Höbartner studierte Technische Chemie an der Technischen Universität Wien und an der ETH Zürich und promovierte 2004 an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck in Organischer Chemie. Von 2005 bis 2007 forschte sie als Erwin-Schrödinger-Stipendiatin an der University of Illinois in Urbana-Champaign (USA). Im Jahr 2007 kehrte sie, unterstützt durch das Hertha-Firnberg-Programm, an die Universität Innsbruck zurück. Seit 2008 leitet sie am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie die Max-Planck-Forschungsgruppe "Nukleinsäurechemie". Für ihre erfolgreichen Arbeiten wurde sie im Jahr 2011 mit dem Forschungspreis der Peter und Traudl Engelhorn-Stiftung geehrt.

Über die Hellmut-Bredereck-Stiftung

Die Hellmut-Bredereck-Stiftung wurde 1995 bei der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) eingerichtet, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern, die auf früheren Arbeitsgebieten von Hellmut Bredereck tätig sind. Der ehemalige Präsident der GDCh forschte auf dem Gebiet der organischen und bioorganischen Chemie mit Schwerpunkt auf Kohlenhydraten, Heterozyklen, Proteinen und Nukleotiden. Die Auszeichnung ist mit einem Anerkennungsbetrag von 2000 Euro verbunden.

Kontakt:

Dr. Claudia Höbartner
Max-Planck-Forschungsgruppe „Nukleinsäurechemie“
Telefon: +49 551 201-1685
E-Mail: claudia.hoebartner@mpibpc.mpg.de
Dr. Carmen Rotte
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Göttingen
Telefon: +49 551 201-1304
E-Mail: carmen.rotte@​mpibpc.mpg.de
Weitere Informationen:
http://www.mpibpc.mpg.de/11559173/pr_1326
- Originalpressemitteilung mit druckfähigem Bildmaterial
http://www.mpibpc.mpg.de/de/hoebartner
- Webseite der Max-Planck-Forschungsgruppe Nukleinsäurechemie

Dr. Carmen Rotte | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpibpc.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie