Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemiker erhält Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis

14.03.2013
Der Chemiker Thomas Lörting von der Universität Innsbruck erhält den mit 45.000 Euro dotierten Friedrich Wilhelm Bessel-Forschungspreis, mit dem die Alexander von Humboldt-Stiftung international anerkannte Wissenschaftler für herausragende Forschungsleistungen auszeichnet. Verbunden mit dem Preis ist ein Forschungsaufenthalt in Deutschland.

Im Zentrum des Interesses von Thomas Lörting steht das Wasser. Es bedeckt über zwei Drittel der Erde und bildet den Grundstoff des Lebens. Wasser ist allgegenwärtig und birgt für die Wissenschaft doch viele Geheimnisse. Heute kennt man über 60 Eigenschaften, in denen sich Wasser von fast allen anderen Flüssigkeiten unterscheidet.

„Je tiefer es unterkühlt wird, desto ausgeprägter werden seine anomalen Eigenschaften“, erzählt Thomas Lörting vom Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck. Erst im vergangenen Jahr konnte der Chemiker mit seinem Team den ersten direkten Nachweis erbringen, dass Wasser bei sehr tiefen Temperaturen aus zwei unterschiedlich dichten Flüssigkeiten bestehen kann. Damit hat Lörting eine seit Jahrzehnten in Fachkreisen heftig diskutierte Frage eindrücklich entschieden.

Mit dem nun von der Alexander von Humboldt-Stiftung verliehenen Preis ist die Möglichkeit verbunden, während eines Zeitraums von bis zu einem Jahr ein selbst gewählte Forschungsvorhaben in Kooperation mit Fachkollegen in Deutschland durchzuführen. Thomas Lörting wird dies nutzen, um gemeinsam mit Roland Böhmer an der TU Dortmund die Dynamik der Wasserstoffbrücken in tief unterkühlten amorphen und in kristallinen Eisphasen zu untersuchen. „Dabei werden sowohl Tieftemperatur-Untersuchungen mit Hilfe der nuklearmagnetischen Kernresonanz (NMR) und dielektrische Relaxationsspektroskopie im Zentrum des Interesses stehen“, sagt Lörting. „Sie ergänzen perfekt die Untersuchungsmethoden, die uns in Innsbruck zur Verfügung stehen.“

Verliehen wird die Auszeichnung morgen, Freitag, im Rahmen des 41. Symposiums der Humboldt-Stiftungspreisträger in Bamberg, Deutschland. Am 6. Juni 2013 wird dann der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck die Preisträgerinnen und Preisträger im Schloss Bellevue in Berlin empfangen.

Zur Person
Thomas Lörting, geboren 1973 in Innsbruck, studierte Chemie an der Universität Innsbruck und promovierte 2000 mit Auszeichnung. Von 2001 bis 2003 war er als Postdoc am Massachusetts Institute of Technology im Labor von Nobelpreisträgers Mario J. Molina. Dort studierte er die Wechselwirkung von Chlor und Eis und entwickelte neue Theorien zur Quantifizierung des Ozonabbaus.

Seit 2004 ist Thomas Lörting am Institut für Physikalische Chemie der Universität Innsbruck tätig, heute als assoziierter Universitätsprofessor. Er ist Sprecher der Forschungsplattform Material- und Nanowissenschaften (Advanced Materials) und wurde bereits vielfach für seine wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnet, unter anderem mit einem ERC-Starting Grant, dem START-Preis, dem Liechtenstein-Preis, dem Ernst-Brandl-Preis und dem Novartis-Preis.

Rückfragehinweis:
Thomas Lörting
Institut für Physikalische Chemie
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507 5062
E-Mail: thomas.loerting@uibk.ac.at
Christian Flatz
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Universität Innsbruck
Tel.: +43 512 507 32022
Mobil: +43 676 872532022
E-Mail: christian.flatz@uibk.ac.at

Dr. Christian Flatz | Universität Innsbruck
Weitere Informationen:
http://www.uibk.ac.at

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit