Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Carl-Zeiss-Stiftung fördert interdisziplinäre Forschung zu ernsthaften Computerspielen

16.10.2012
Computerspiele sind längst nicht mehr nur eine Freizeitbeschäftigung für Jugendliche. Mittels verschiedener mobiler Endgeräte werden „ernsthafte Spiele“ inzwischen oft und gerne zu Lernzwecken eingesetzt – zum Beispiel im Bildungsbereich und in der Gesundheitsförderung. An der Universität Ulm sollen so genannte Serious Games künftig erforscht werden. Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert eine bereits bestehende Projektgruppe bis 2016 mit einer Million Euro.
Damit wird das Forschungsteam um eine Juniorprofessur ergänzt, deren Themen Prozesse des Spielens, des Wissenserwerbs und des emotionalen Erlebens umfassen. Der Schwerpunkt liegt auf der Grundlagenforschung.

Um Spiele zur Kompetenzförderung zu entwickeln und zu verbessern, gilt es Expertise aus Technik-, Sozial- sowie Verhaltenswissenschaften zu bündeln. Dementsprechend wird die von der Zeiss-Stiftung finanzierte Juniorprofessur Teil der Arbeitsgruppe Serious Games, in der sich Informatiker, Ingenieure und Psychologen mit Forschungsverbünden sowie anwendungsorientierten Einrichtungen der Universität vernetzen und austauschen.
Die interdisziplinäre Ausrichtung der Arbeitsgruppe sowie der Juniorprofessur „Serious Games – Kompetenzförderung durch adaptive Systeme“ ist deutschlandweit einmalig. Bisher sind vor allem technische Aspekte der ernsthaften Spiele erforscht worden. „Der Forschungsbereich Serious Games schlägt an der Universität Ulm eine Brücke zwischen der Informatik, den Ingenieurwissenschaften und der Psychologie“, sagt Professor Michael Weber, Direktor des Instituts für Medieninformatik. Über den Schwerpunkt Kognitive Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion füge er sich perfekt in die Fakultät für Ingenieurwissenschaften und Informatik ein.

Auf spielerische Art und Weise sollen sich Nutzer von Serious Games mit dem Ausbildungsgegenstand auseinandersetzen. Praktische Anwendungen ergeben sich etwa in der Ausbildung von Medizinern, die Behandlungsabläufe einüben und überall dort, wo reale Situationen Gefahren bergen oder nur selten eintreten. Beispiele sind bestimmte Polizei- oder Feuerwehreinsätze sowie gefährliche Laborarbeiten, die gezielt erlernt werden sollen.

Generell können Serious Games vielfältig zur Weiterbildung von Personen jedes Alters eingesetzt werden. Gerade die massenhafte Verbreitung von Smartphones, sozialen Netzwerken und Videospiel-Konsolen eröffnet neue, oft zeit- und ortsunabhängige Nutzungsmöglichkeiten.

An der Universität Ulm sollen etwa die Urteilsbildung des Spielers, seine Entscheidungen sowie die Entwicklung von Strategien und Techniken untersucht werden. Auf psychologischer Seite stehen Informationsverarbeitungs- und Gedächtnisprozesse sowie die Aufmerksamkeitsausrichtung von Nutzern im Mittelpunkt. Wie sich Serious Games der Spiellogik sowie den aktuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten des Nutzers anpassen, sind demgegenüber technikorientierte Fragestellungen.

Die zu besetzende Juniorprofessur Serious Games ist am Institut für Psychologie und Pädagogik angesiedelt, beinhaltet jedoch zahlreiche Schnittmengen mit weiteren universitätsinternen und –externen Einrichtungen. Direkte Anwendungsmöglichkeiten für Serious Games ergeben sich an der Universität Ulm zum Beispiel über das Zentrum für Lehrentwicklung in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und das Zentrum für E-Learning. Dazu kommt in besonderem Maße die Ulmer School of Advanced Professional Studies (SAPS) zur berufsbegleitenden akademischen Weiterbildung.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Michael Weber, Tel.: 0731/50-31300, michael.weber@uni-ulm.de

Annika Bingmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie