Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Business-Preis für DKFZ-Ausgründung

17.07.2009
Das junge Unternehmen PEPperPRINT hat den mit 30.000 Euro dotierten ersten Preis des Science4Life Wettbewerbs für Businesspläne 2009 erhalten. Die Gründung von PEPperPRINT basiert auf der Idee, Peptidchips mit einem Laserdrucker herzustellen.

Das Verfahren wurde von Wissenschaftlern im Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt und ist um ein vielfaches kostengünstiger als alle bisherigen vergleichbaren Methoden.

PEPperPRINT entstand 2001 als Ausgründung aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, ist aber erst seit Anfang dieses Jahres geschäftlich aktiv. Die Gründer des Start-Up Unternehmens - Dr. Volker Stadler, Dr. Ralf Bischoff und Dr. Frank Breitling aus der Nachwuchsgruppe Chipbasierte Peptidbibliotheken - hatten gemeinsam ein neuartiges Verfahren entwickelt, mit dessen Hilfe Peptidchips schneller und günstiger hergestellt werden können als mit herkömmlichen Methoden.

Jetzt bietet das Unternehmen sein Know-How als Dienstleistung für andere Forscher an. Neben dem Verkauf von speziell für den Kunden angefertigten Peptidchips produziert PEPperPRINT auch komplexere Peptidbibliotheken, die im Rahmen von Forschungskooperationen zum Einsatz kommen.

Das Konzept überzeugte auch die Jury des diesjährigen Science4Life Venture Cup, bei dem PEPperPRINT von insgesamt 98 eingereichten Geschäftsideen den ersten Platz belegte und ein Preisgeld von 30.000 Euro gewann. Neben den Vorteilen des Verfahrens waren vor allem die gute Geschäftsidee und der zielgerichtete Unternehmergeist ausschlaggebend. Beim Science4Life Cup werden seit 1998 jedes Jahr Erfolg versprechende Unternehmenskonzepte aus dem Bereich der Lebenswissenschaften ausgezeichnet und in ihrer Umsetzung gefördert. Für PEPperPRINT ist es nach dem "Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft e. V." und dem "Ausgewählten Ort im Land der Ideen 2009" bereits die dritte Auszeichnung in den vergangenen 14 Monaten.

Peptidchips sind für zahlreiche biochemische und diagnostische Nachweisverfahren unverzichtbar. Mit dem PEPperPRINT-Verfahren wurde die Herstellung solcher Chips revolutioniert: Der Peptidlaserdrucker ermöglicht es, bis zu 160.000 Peptide auf einen Chip zu packen, im Gegensatz zu maximal 10 000 Peptiden, die mit herkömmlichen Methoden möglich sind. Außerdem senkt das neue Verfahren die Kosten um mehrere Größenordnungen. "Mit unserer Technik werden Forschungsvorhaben möglich, die vorher einfach zu teuer gewesen wären" erklärt Ralf Bischoff.

Neben der Forschung können die Peptidchips vor allem in der medizinischen Diagnostik eingesetzt werden. So sind sie zum Beispiel in der Lage, im Blut von Patienten Antikörper nachzuweisen, die Aufschluss darüber geben, welche Erkrankung vorliegt. Die Chips lassen sich auch dafür verwenden, gezielt nach Peptiden zu suchen, die für die Krebstherapie eingesetzt werden könnten oder die bei der Entwicklung von Impfstoffen eine wichtige Rolle spielen.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.

Dr. Stefanie Seltmann
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
D-69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2854
F: +49 6221 42 2968
presse@dkfz.de

Dr. Stefanie Seltmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de/pressemitteilungen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro
21.02.2018 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2018 für Tübinger Neurowissenschaftler
21.02.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Von Hefe für Demenzerkrankungen lernen

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Sektorenkopplung: Die Energiesysteme wachsen zusammen

22.02.2018 | Seminare Workshops

Die Entschlüsselung der Struktur des Huntingtin Proteins

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics