Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesweit jetzt zwölf Onkologische Spitzenzentren

22.05.2013
Deutsche Krebshilfe investiert hohe Fördergelder zur besseren Versorgung von Krebspatienten

Die Deutsche Krebshilfe hat die Ergebnisse ihrer jüngsten Begutachtung von Onkologischen Spitzenzentren bekannt gegeben. An jetzt zwölf universitären Standorten sorgt die Organisation mit ihrem Förderschwerpunkt-Programm zur Zentrums- und Netzwerkbildung dafür, dass Patienten eine Krebsmedizin auf höchstem Niveau erhalten.

Das Universitätstumorzentrum Düsseldorf (UTZ) erhielt erstmals eine Förderzusage für drei Jahre. Dabei sind auch die Standorte Berlin, Erlangen, Essen, Frankfurt, Freiburg und Hamburg. Die Onkologischen Spitzenzentren in Dresden, Heidelberg, Köln/Bonn, Tübingen und Würzburg werden zurzeit gefördert. Die nächste Ausschreibung für eine Fortführung der Förderung erfolgt in Kürze. Jedes Zentrum wird von der Deutschen Krebshilfe mit jeweils einer Million Euro pro Jahr für drei Jahre gefördert.

Um die Krebsmedizin bundesweit zu verbessern und auf ein Spitzen-Niveau zu bringen, fördert die Deutsche Krebshilfe bereits seit 2007 im Rahmen eines Schwerpunkt-Programms so genannte „Onkologische Spitzenzentren“. In diesen Zentren/ Netzwerken werden Tumorpatienten nach aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen interdisziplinär versorgt und psychosozial begleitet, unter Einbeziehung des ambulanten Bereiches in der jeweiligen Region. Auch die Krebsforschung ist ein wesentliches Aufgabenfeld von Onkologischen Spitzenzentren.

„Diese Zentren sind regional vernetzt mit den Kliniken und niedergelassenen Ärzten der Umgebung und haben in den letzten Jahren bereits zur Verbesserung der Versorgung von krebskranken Menschen in Deutschland beigetragen“, sagte Prof. Dr. Walter Jonat, Direktor der Universitätsfrauenklinik Kiel und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebshilfe. Die in den Spitzenzentren erarbeiteten Standards für die Versorgung sowie die Erkenntnisse aus der Krebsforschung sollen auch anderen Versorgungsstrukturen zur Verfügung gestellt werden und letztlich allen Krebspatienten zugute kommen. „Die Spitzenzentren sowie die von der Deutschen Krebsgesellschaft initiierten Onkologischen Zentren und Organkrebszentren sind daher auch als Gesamtkonzept zu sehen. Durch diese Strukturen sollen künftig alle Krebspatienten flächendeckend in Deutschland auf höchstem qualitätsgesicherten Niveau behandelt und versorgt werden“, so Jonat.

Die Deutsche Krebshilfe e.V. setzt sich seit mehr als 38 Jahren für die Belange krebskranker Menschen ein. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 490.000 Menschen, davon 1.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, neu an Krebs. Den Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, ist das wichtigste Anliegen der Deutschen Krebshilfe. Nach dem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ fördert die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Die Deutsche Krebshilfe e.V. finanziert ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. Sie erhält keine öffentlichen Mittel. Weitere Informationen im Internet unter www.krebshilfe.de.
Spendenkonto: 82 82 82 bei der Kreissparkasse Köln (BLZ 370 502 99).

Hintergrund-Informationen: Onkologische Spitzenzentren
Alle Spitzenzentren, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden, müssen folgende Kriterien erfüllen:
• Fachübergreifende interdisziplinäre Onkologie für alle Tumorerkrankungen mit zentraler Anlaufstelle für Krebspatienten.
• Einrichtung von interdisziplinären Konferenzen („Tumor Boards“) und Tumorsprechstunden.
• Entwicklung und/oder Umsetzung von Behandlungspfaden im Sinne von Leitlinien.
• Einbringung von Patienten in klinische Studien und Entwicklung von Forschungsprogrammen zur engen Verzahnung von Forschung und Klinik.
• Nachweis eines Qualitätssicherungssystems.
• Dokumentation durch klinische Krebsregister.
• Psychoonkologische und palliative Betreuung.
• Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen.
• Interaktion mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern der Umgebung.
• Regelmäßige Überprüfung der Qualitätsstandards.

Die zentralen Anlaufstellen und Tumorkonferenzen berücksichtigen den zwingend notwendigen interdisziplinären Charakter der Krebsbehandlung. Die psychoonkologische Betreuung sowie die Zusammenarbeit mit der Krebs-Selbsthilfe ist ebenfalls Teil der Versorgung in einem Onkologischen Spitzenzentrum. Sowohl die Patienten als auch ihre Angehörigen können mit einem Psychologen ihre Ängste und Sorgen besprechen. Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, kümmert sich das palliativmedizinische Team um den Patienten. Zudem ist die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Klinik, die so genannte „Translationale Forschung“, ein wesentliches Aufgabenfeld von Onkologischen Spitzenzentren. Denn nicht nur die Versorgung von Krebspatienten soll verbessert, auch die Krebsforschung in Deutschland muss weiter vorangebracht werden – ohne Forschung ist kein Fortschritt in der Medizin möglich. Trotz der unbestritten großen Erfolge der letzten Jahre ist der Bedarf an neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung weiterhin groß – Krebsmediziner und -forscher verstehen bisher nur zu einem Teil die Ursachen der Entstehung von Tumoren. Durch kurze Wege zwischen Labor und Krankenbett können Krebspatienten rasch von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren.

Christiana Tschoepe | idw
Weitere Informationen:
http://www.ccc-netzwerk.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikroben hinterlassen "Fingerabdrücke" auf Mars-Gestein

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Vorhersagen bestätigt: Schwere Elemente bei Neutronensternverschmelzungen nachgewiesen

17.10.2017 | Physik Astronomie

Kaiserschnitt-Risiko ist vererbbar

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie