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Bundespräsident Wulff übergibt 18. Deutschen Umweltpreis

28.10.2010
Festakt am Sonntag in Bremen: Gorbatschow nimmt Ehrenpreis entgegen – Bundesumweltminister Röttgen unter den Gästen

Bundespräsident Christian Wulff wird am Sonntag den 18. Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) übergeben.

Die Auszeichnung geht an die Unternehmer Dr. Winfrid Barkhausen (51) und Edwin Büchter (41), Gründer der Firma Clean-Lasersysteme (Herzogenrath), sowie den Mitgeschäftsführer des Öko-Instituts (Freiburg), Dr. Rainer Grießhammer (57).

Barkhausen und Büchter werden für die Entwicklung einer umweltschonenden Reinigungstechnik mittels Laser geehrt. Grießhammer erhält die Auszeichnung für seinen Einsatz für eine nachhaltige Produkt- und Konsumwelt. Außerdem gibt es in diesem Jahr einen DBU-Ehrenpreis: Der ehemalige Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow (79), wird ihn für sein internationales Umweltschutzengagement persönlich entgegennehmen. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt erstmalig Katrin Bauerfeind. Als Gäste werden unter anderem Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen und Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen erwartet.

Die von Barkhausen und Büchter entwickelte Lasertechnik ermöglicht mithilfe des Reinigungsmediums Licht Anwendungen, für die es bisher unter Umweltschutzaspekten keine befriedigenden Lösungen gegeben hat.

„Umweltfreundlich und gesundheitsschonend lassen sich mit der innovativen Technologie zum Beispiel alte Farbpartikel von Metallstücken entfernen“, erklärt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Außerdem könne mit dem Laserverfahren der Energieverbrauch um bis zu 87 Prozent gesenkt werden, die Kosten um bis zu 70 Prozent. Wegweisend für mehr Nachhaltigkeit in unserem Alltag stehe auch Grießhammer. Seit rund 30 Jahren präge er mit seiner integrierenden Persönlichkeit Lösungsansätze in der umweltpolitischen Debatte. Zudem habe er als „Leitfuchs“ des Öko-Instituts die Einrichtung zu einem der führenden Umweltforschungszentren im Land entwickelt. Grießhammer und das Unternehmer-Duo Barkhausen/Büchter erhalten jeweils 245.000 Euro.

Der Ehrenpreis der DBU ist mit 10.000 Euro dotiert. Seinen Träger Michael Gorbatschow würdigt Brickwedde als „Wegbereiter für eine friedlichere Welt“. Ob seine Schirmherrschaft für das „Grüne Band“, sein Vorsitz bei der Umweltschutzorganisation „Green Cross International“ oder die Nachhaltigkeitsprojekte seiner Stiftung: Gorbatschow habe für den internationalen Umweltschutz viel geleistet.

Zu dem feierlichen Festakt am Sonntag im Bremer Musical Theater werden 1.300 Gäste erwartet – darunter auch der ehemalige Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, Prof. Dr. Klaus Töpfer, der den Deutschen Umweltpreis 2002 erhielt. Durch die Veranstaltung führt in diesem Jahr Katrin Bauerfeind. Die 28-Jährige ist bekannt aus ihrem eigenen Magazin „Bauerfeind“ – zu sehen jeden ersten Mittwochabend im Monat auf 3sat – sowie als witzige und wortgewandte Reporterin bei „Harald Schmidt“. Zu ihren Gesprächspartnern bei der Umweltpreis-Verleihung werden unter anderem Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen sowie Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen zählen. Für die musikalische Unterhaltung wird die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und das damit verbundene Jugendmusikprojekt „Melodie des Lebens“ sorgen. Als eines der führenden Kammerorchester weltweit erstreckt sich sein Repertoire vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik.

Wer die Höhepunkte der Veranstaltung am Bildschirm verfolgen möchte, kann dies direkt am Sonntagabend tun. Um 18.30 Uhr sendet 3sat eine „spezial“-Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „nano“. Darin wird Moderator Ingolf Baur vom Festakt in Bremen berichten, die Preisträger 2010 vorstellen und der Bedeutung der Auszeichnung für ehemalige Preisträger auf den Grund gehen.

Der Deutsche Umweltpreis ist mit 500.000 Euro der höchstdotierte Umweltpreis Europas. Die DBU würdigt mit der Auszeichnung in jedem Jahr Einsatz und Leistungen, die entscheidend und vorbildlich dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. Auch Projekte, die künftig eine deutliche Umweltentlastung fördern, stehen im Fokus. Die Auszeichnung soll Personen, Unternehmen und Organisationen „anstiften“, Umweltprobleme rechtzeitig zu erkennen und mit Hilfe geeigneter Strategien zu lösen.

Der Ehrenpreis der DBU dagegen wird nicht regelmäßig vergeben. In den
18 Jahren seit der ersten Verleihung des Deutschen Umweltpreises 1993 ist das erst zweimal geschehen: 2004 an Hannelore „Loki“ Schmidt und 2005 an Heinz Sielmann.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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