Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundespräsident Köhler überreicht Deutschen Umweltpreis an Bremer Meeresforscher

27.10.2009
Bundespräsident Horst Köhler überreichte in der Augsburger Kongresshalle den diesjährigen Deutschen Umweltpreis an die vier Preisträger, darunter den Bremer Meeresforscher Pro. Dr. Bo Barker Jørgensen.

Den mit 500.000 Euro höchstdotierten Umweltpreis Europas teilt sich der Direktor des Bremer Max-Planck-Institutes für Marine Mikrobiologie und Leiter des Zentrums Geomikrobiologie in Aarhus, Dänemark, mit den Unternehmern Petra Bültmann-Steffin und Dr. Carsten Bührer und der Ehrenvorsitzenden des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), Dr. Angelika Zahrnt.

Für den Bundespräsidenten Horst Köhler geht es um Ökologie und Nachhaltigkeit. Er lobte die kluge Wahl der Preisträger: "Die diesjährigen Preisträger stehen für die drei Schlüsselbereiche, die für unsere Zukunft ein große Rolle spielen: Wissenschaft, Technologie und gesellschaftliche Veränderung." Der Bundespräsident appellierte in seiner Ansprache auf unser aller Verantwortung vor der Schöpfung, auf das Gleichgewicht der Welt zu achten. "Die Transformation in eine postkarbone Gesellschaft bedeutet für uns alle Veränderung und Umstellung, die zu einer besseren Lebensqualität führen wird. Nachhaltigkeit muss Kult werden, das Energiesparhaus ein Statussymbol."

Die vier Preisträger bekamen den Preis vom Bundespräsidenten überreicht, eingerahmt von den Repräsentanten der DBU, Hubert Weinzierl und Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Mehr als 1000 Gäste aus der Politik, Wirtschaft und Wissenschaft nahmen regen Anteil an den Laudationen, den vom Moderator Stefan Schulze-Hausmann geführten Interviews mit den Preisträgern, der Gesprächsrunde zwischen Michael Müller, Staatssekretär beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Markus Söder, Bayrischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit, und Hubert Weinzierl, dem Kuratoriumsvorsitzenden der DBU und der Preisübergabe. Das Bayrische Staatsballett sorgte für hochkarätige künstlerische Unterbrechungen, welches mit seinem Ensemble schon als "Botschafter der Wildnis" auf Freilichtbühnen mitten in der Natur des Bayrischen Waldes getanzt hat.

"Prof. Jørgensen hat mit seiner Aufklärungsarbeit über die von Mikroorganismen beeinflussten Kreisläufe von Kohlenstoff und Schwefel elementare Wissenslücken geschlossen und damit maßgeblich zum Verständnis des globalen Klimageschehens beigetragen. Wir müssen die Klimadiskussion weiter fassen und auch indirekte Wirkungen der globalen Erwärmung wie die mögliche Freisetzung von Methan aus dem Meeresboden berücksichtigen," würdigte der Laudator Prof. Dr. Michael Schmidt, Jurymitglied und Lehrstuhlinhaber an der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus, den dänischen Wissenschaftler.

Die Forschungsschwerpunkte um die mikrobiellen Umsetzungsprozesse von Kohlenstoff und Schwefel im Meeresboden, dem Sediment, verfolgte der Ausnahme-Wissenschaftler schon seit Beginn der Siebziger Jahre, seinem Karrierestart nach seiner Promotion in Aarhus, Dänemark. Auch jetzt ist er noch auf den Weltmeeren und im Labor unterwegs, hat niemals den Bezug zur Praxis verloren. Viele angehende Wissenschaftler profitierten und profitieren noch heute von seiner Einsatzbereitschaft, Vielseitigkeit und Offenheit - auch das ist ein wichtiger Beitrag für die zukünftige Forschungsqualität in Deutschland, Europa und weltweit.

Auf die Frage, wie er die Klimaentwicklung sehe, betonte Prof. Jørgensen die Notwendigkeit, die im Meer ablaufenden Prozesse in ihrer Komlexität besser zu verstehen, um in der Zukunft bessere Prognosen und darauf basierende politische Entscheidungen für den Klimaschutz leisten zu können.

In einem abschließendem Ausblick dankte der Generalsekretaät der DBU, Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde, allen Beteiligten und Anwesenden. Er verwies auf die Nobelpreisträger und internationalen Preisträger in der DBU - mit Bo B. Jørgensen nun schon drei- von denen einer Umweltminister von Polen geworden ist. "Prof. Jørgensen könne sich ja in der Zukunft entscheiden, ob er lieber Nobelpreisträger oder Umweltminister werden möchte", sagte Brickwedde augenzwinkernd. Der Deutsche Umweltpreis 2010 wird im kommenden Jahr in Bremen verliehen.

Susanne Borgwardt

Rückfragen an die Pressesprecher:

Dr. Manfred Schlösser, Tel: 0421 2028 - 704, mschloes@mpi-bremen.de
Dr. Susanne Borgwardt, Tel: 0421 2028 - 704, sborgwar@mpi-bremen.de

Dr. Manfred Schloesser | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de
http://www.dbu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Berührungslose Ladesysteme
16.11.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Studenten nehmen mit Frühwarnsystem für Geisterfahrer an internationalem Wettbewerb in Peking teil
15.11.2017 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie