Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesministerium fördert die Suche nach neuen Antibiotika

18.03.2010
Tübinger Forscher erhalten 1,2 Millionen Euro im Verbundprojekt GenBioCom

In dem Verbundprojekt GenBioCom sollen mit neuesten Verfahren aus der Genforschung, der Bioinformatik und der Biotechnologie Methoden etabliert und eingesetzt werden, die zum Auffinden neuer und zur Verbesserung bekannter Wirkstoffe für die Medizin führen sollen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellt für das Projekt in den kommenden drei Jahren mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung, wovon 1,2 Millionen Euro an Tübinger Forscher gehen. Koordiniert wird der deutschlandweite BMBF-Verbund von Prof. Dr. Wolfgang Wohlleben vom Interfakultären Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT) der Eberhard Karls Universität Tübingen.

Infektionskrankheiten sind weltweit die Todesursache Nummer eins. Dies ist nicht nur in der Dritten Welt ein Problem. Auch in den Industrienationen sind Infektionen auf dem Vormarsch, die vielfach durch multiresistente Erreger verursacht werden und kaum mit verfügbaren Antibiotika therapiert werden können. Deshalb besteht ein großer Bedarf an neuen und optimierten Medikamenten. Die meisten Antibiotika im klinischen Einsatz stammen von Naturstoffen ab, die von Lebewesen produziert werden. Besonders Mikroorganismen haben sich in der Vergangenheit als wichtige Hersteller für bioaktive Naturstoffe bewährt. Tübinger Wissenschaftler um Prof. Wolfgang Wohlleben vom Lehrstuhl für Mikrobiologie/Biotechnologie nutzen das Erbgut von Bodenbakterien, um darin die Herstellungsanleitungen für neue Wirkstoffe, insbesondere Antibiotika, zu identifizieren. Mit Hilfe neuer Sequenziertechnologien ist es nun erstmals möglich, jeweils das gesamte Erbgut einer Vielzahl von Bakterienstämmen auf die Fähigkeit zur Herstellung derartiger Substanzen zu untersuchen. Die Forscher können außerdem durch genetische Veränderung der Mikroorganismen bewirken, dass diese auch neue, veränderte Substanzen und damit potenziell geeignete Wirkstoffe produzieren. Dies wäre über eine chemische Herstellung häufig nicht möglich oder zumindest unwirtschaftlich.

Neben der Arbeitsgruppe von Prof. Wohlleben sind am Projekt GenBioCom die Tübinger Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Stephanie Grond aus der Organischen Chemie, von Prof. Dr. Lutz Heide aus der Pharmazie sowie von Dr. Tilmann Weber aus der Mikrobiologie beteiligt. Der Verbund umfasst darüber hinaus Forscher der Universitäten Bielefeld, Bonn, Freiburg sowie der Hochschule Esslingen, dem Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung Jena sowie der Industrieunternehmen Insilico Biotechnology AG, Stuttgart und Bioviotica GmbH, Dransfeld.

Kontakt und weitere Informationen:

Prof. Dr. Wolfgang Wohlleben
Interfakultäres Institut für Mikrobiologie und Infektionsmedizin (IMIT)
Lehrstuhl für Mikrobiologie/Biotechnologie
Auf der Morgenstelle 28
72076 Tübingen
T. 0 70 71/29-7 69 45
E-Mail wolfgang.wohlleben[at]biotech.uni-tuebingen.de
Eberhard Karls Universität Tübingen
Hochschulkommunikation
Abteilung Presse und Forschungsberichterstattung
Michael Seifert
Wilhelmstr. 5 · 72074 Tübingen
Tel.: 0 70 71 · 29 · 7 67 89 · Fax: 0 70 71 · 29 · 5566
E-Mail: michael.seifert[at]uni-tuebingen.de

Michael Seifert | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-tuebingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

Luftfahrt der Zukunft

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

In Deutschland wächst die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus

23.02.2017 | Medizin Gesundheit

Viren unterstützen Fotosynthese bei Bakterien – Vorteil in der Evolution?

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Katalyse in der Maus

23.02.2017 | Biowissenschaften Chemie