Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Bremer DFKI-Projekt mit 1,6 Mio. Euro

20.08.2013
Mit einer Fördersumme von 1,6 Millionen Euro unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein neues Projekt im Forschungsbereich Cyber-Physical Systems der Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH am Standort Bremen.

In den nächsten drei Jahren hat das Projekt „SPECifIC“ zum Ziel, einen neuartigen Entwurfsablauf für sogenannte eingebettete und cyber-physikalische Systeme zu entwickeln. Damit sind elektronische Systeme gemeint, die in Geräte eingebettet sind, miteinander kombiniert werden und untereinander kommunizieren. Mit Hilfe des elaborierten Entwurfsablaufs wird festgelegt, wie die einzelnen Komponenten im Zusammenspiel agieren.

Was kompliziert klingt, bestimmt unseren Alltag in zunehmendem Maße. Ob im Auto, Flugzeug, Handy oder Haushalt: Eingebettete Systeme steuern viele Geräte und werden in sich immer komplexer. „Damit steigen auch die Anforderungen an Qualität und Sicherheit dieser Systeme“, beschreibt Professor Dr. Rolf Drechsler, Direktor des Forschungsbereichs am DFKI, die Herausforderung. „Wir wollen einen neuartigen Entwurfsablauf entwickeln, der die Qualität und Sicherheit eingebetteter Systeme erhöht und damit dazu beitragen, neue Methoden und Techniken voranzutreiben.“ Das Projekt der Bremer DFKI-Forscher ist insbesondere für die Chipindustrie von Interesse: Der neue Entwurfsablauf samt Software-Tools könnte künftig helfen, Zeit und Kosten bei der Chipentwicklung zu senken. Denn er ermöglicht, Sicherheit und Funktionalität bereits in der Entwurfsphase zu prüfen.

Das Smartphone illustriert, wie stark eingebettete Systeme unseren Alltag bestimmen. Es ermöglicht neben dem Telefonieren eine Vielzahl von Tätigkeiten – vom Fotografieren über die Kalenderfunktion bis zum Abrufen von E-Mails. Dass alle Funktionen der eingebetteten Systeme möglichst reibungsfrei ablaufen, ist in den hochkomplexen, aber nur daumennagelgroßen Mikroprozessoren hinterlegt. Funktionieren einzelne Komponenten nicht einwandfrei, gleicht das Aufspüren der Fehlerquelle heute oft noch der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Darauf folgen zahlreiche Korrekturen im Gesamtablauf, weil die einzelnen Komponenten in Wechselwirkung zueinander stehen. Das ist zeit- und kostenaufwändig.

Der neue Entwurfsablauf soll dagegen früher ansetzen. „Die Einführung einer zusätzlichen formalen Spezifikationsebene soll künftig ermöglichen, eingebettete Systeme bereits vor ihrer Implementierung auf Korrektheit und Widerspruchsfreiheit zu prüfen“, beschreibt Rolf Drechsler die Aufgabe seines Teams. So können Fehler an der Wurzel aufgespürt und korrigiert werden, bevor sie – anders als bislang – in elektronische Schaltkreise einfließen.

Die neue Spezifikationsebene ist dabei nur ein Teil von „SPECifIC“. Zusätzlich soll ein durchgängiges Änderungsmanagement zur Anwendung kommen, dass eine automatische Fehlerkorrektur im gesamten Entwurfsablauf gewährleistet. Ein weiterer Arbeitsbereich des Forscherteams liegt darin, eine natürlichsprachliche Systemspezifikation zu Beginn des Entwurfs einzubeziehen. Hier geht es um die widerspruchsfreie Übersetzung der Anforderungen an das System in Computersprache.

Das Thema Sicherheit wird Informatiker auch in Zukunft weiter beschäftigen. „Denn klar ist: Eingebettete Systeme werden nicht nur komplexer, sondern auch immer mehr eingesetzt“, so Rolf Drechsler. Und das in Bereichen, in denen die Sicherheit von großer Bedeutung ist: in den Kommunikationsmedien, aber auch in Flugzeugen oder medizinischen Geräten.

Der Forschungsbereich CPS kooperiert bei dem Projekt mit der Universität Bremen, insbesondere dem Reinhart-Koselleck-Projekt „Entwicklung eines durchgängigen Verifikationsablaufes für den ESL Entwurf“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Gefördert vom: Bundesministerium für Bildung und Forschung (Fördernummer: 01IW13001)

Projektdaten auf einen Blick:
• Projekt: SPECifIC – Quality-driven Design Flow using Formal Specifications and Functional Change Management
• Laufzeit: 1.08.2013–31.07.2016
• Fördersumme: 1,6 Mio. Euro
• Fördergeber: Bundesministerium für Bildung und Forschung
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Rolf Drechsler
Direktor DFKI Cyber Physical Systems
E-Mail: rolf.drechsler@dfki.de
Telefon: 0421 – 218 63932
http://www.dfki.de/cps
Team Unternehmenskommunikation Bremen
E-Mail: uk-hb@dfki.de
Telefon: 0421 – 178 45 4121

Daniela Menzel | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfki.de/cps

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht »Die Oberfläche 2018« – Fünf Nominierungen gehen in die Endrunde
18.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht DFG fördert Entwicklung innovativer Forschungssoftware an der Universität Bremen
17.05.2018 | Universität Bremen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics