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Bundesforschungsministerium fördert Görlitzer Bodentier-Datenbank mit 4,3 Mio. Euro

02.08.2013
Das Görlitzer Senckenberg Museum für Naturkunde hat wiederum einen großen Forschungsauftrag eingeworben. Mit insgesamt 4,3 Mio. Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung die zweite Phase des bodenzoologischen Datenbankprojektes "Edaphobase" für vier Jahre.

Bei der Übergabe des Förderbescheids betonte Ministerialdirigent Dr. Karl Eugen Huthmacher vom BMBF die besondere Bedeutung bodenbiologischer Untersuchungen im globalen Rahmen.

Insbesondere sei das Senckenberg Museum dafür prädestiniert seine Forschungsergebnisse in die Mitte der Gesellschaft zu tragen. Dies sei eines der Ziele nationaler Forschungsförderung, die zunehmend an Bedeutung gewännen.

Der Görlitzer Bundestagsabgeordnete Michael Kretschmer strich in seinem Grußwort die wissenschaftliche Exzellenz des Görlitzer Senckenberg-Standortes heraus und betonte dessen Bedeutung für die regionale Entwicklung und sächsische Wissenschaftslandschaft.

Von der Fördersumme bleiben rund 2 Mio. EUR beim Görlitzer Forschungsinstitut, der Rest verteilt sich auf fünf weitere Projektpartner: RWTH Aachen - Institut für Umweltforschung, gaiac - Forschungsinstitut für Ökosystemanalyse und -bewertung e.V. Aachen, Botanischer Garten/ Botanisches Museum der FU Berlin, ECT Oekotoxikologie GmbH Flörsheim und Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe.

Edaphobase ist ein wissenschaftliches Datenbank-Projekt zur Verbreitung und Ökologie von Bodentieren. Diese schaffen durch ihre Tätigkeit die Voraussetzung für Bodenfruchtbarkeit und sind somit für den Menschen essenziell.

In der ersten Förderphase von 2009 bis 2012 wurden gemeinsam mit den Projektpartnern des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe und der ECT Oekotoxikologie GmbH in Flörsheim rund 485.000 Datensätze zu Bodentieren aus Publikationen, Sammlungen und Forschungsprojekten erfasst, auf ihre Plausibilität hin überprüft und in eine eigens programmierte Datenbank eingegeben.

In der zweiten Phase stehen nun naturschutzfachliche Anwendungen der Datenbank im Vordergrund, in denen die ökologischen Ansprüche von Bodentierarten sowie die Abhängigkeit der Bodenbiodiversität von Landnutzungsformen in mehreren Bundesländern untersucht werden. In der Datenbank sind zunächst Informationen über ausgewählte Bodentiergruppen in Mitteleuropa enthalten.

Auf diese Daten darf jedermann zugreifen, z.B. für wissenschaftliche Fragestellungen wie die Erstellung Roter Listen für gefährdete Tierarten, aber auch für Untersuchungen zu Auswirkungen von Landschaftsveränderungen oder gar des Klimawandels auf die Bodentiergesellschaften und deren Leistungsfähigkeit. Auch Behörden und Gutachterbüros sollen die Datenbank für ihre Fragestellungen nutzen. Dafür wurden spezielle Ausgabe- und Auswertungsprogramme entwickelt.

Langfristig soll die Datenbank ganz in Federführung Senckenbergs übergehen, da das Museum mit seiner Abteilung Bodenzoologie (Leiter Prof. Dr. Willi Xylander) und den dazu gehörigen sieben Sektionen seit den 1950er Jahren eines der bedeutendsten bodenzoologischen Forschungszentren Europas darstellt. Allein die wissenschaftlichen Sammlungen an Bodentieren des Museums umfassen rund 6,5 Mio. Objekte. Eine Ausweitung der Datenaufnahme über Mitteleuropa hinaus ist geplant.

Edaphobase ist eingebunden in die Global Biodiversity Information Facility (GBIF), eine internationale Initiative, die Daten zur weltweiten Biodiversität über das Internet frei verfügbar machen möchte. Weitere Informationen finden Sie auch unter www.edaphobase.org.

Kontakt
Dr. Christian Düker
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel. 03581 – 4760-5210
christian.dueker@senckenberg.de

Dr. Christian Düker | idw
Weitere Informationen:
http://www.edaphobase.org
http://www.senckenberg.de/presse

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