Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016

500 Kilometer Reichweite in zehn Minuten laden: So lautet das ehrgeizige Ziel der Forschenden der TU Clausthal und des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Instituts auf dem Gebiet der Elektromobilität. Dazu ist jetzt das Projekt „MoBat“ gestartet, das im Batterie- und Sensoriktestzentrum des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN) in Goslar umgesetzt wird. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Verbundvorhaben mit insgesamt 2,5 Millionen Euro, hinzukommen rund eine Million Euro Industriemittel.

In „MoBat“ werden die Ergebnisse aus Vorarbeiten, zum Beispiel für batterieelektrische Schwerlastfahrzeuge am Hamburger Hafen, auf die industrielle Technik übertragen. Geleitet wird das Projekt vom Clausthaler Professor Hans-Peter Beck.


Harzer Forscher arbeiten an einer sicheren Schnellladetechnik für Hochleistungsanwendungen.

TU Clausthal

Im Zentrum steht die Entwicklung eines sicheren, modularen Batteriesystems für Hochleistungsanwendungen, etwa für Elektrobusse. Das in vorausgegangenen Forschungen gewonnene Know-how zur lebensdauerneutralen Schnellladung von Lithium-Ionen-Batterien soll auf Batteriesysteme für industrielle Einsatzzwecke übertragen werden.

Dazu werden Ladegerät, Ladetechnik, Batteriesystem und Sicherheits- bzw. Messtechnik in einem Gesamtsystem integriert und deren Funktion im Batterie- und Sensoriktestzentrum des EFZN getestet. „Die Herausforderungen liegen dabei erstens im Bereitstellen hoher elektrischer Leistungen mit einer neu entwickelten, angepassten Ladetechnik, zweitens in den mit Schnellladungen verbundenen extremen elektrischen und thermischen Belastungen der Batterie sowie drittens in der damit einhergehenden Sicherheits- und Lebensdauerproblematik“, erläutert Projektkoordinator Marcel Thiele, M. Eng.

Hierbei soll vor allem das Zusammenwirken von vergleichsweise kleinen, aber besonders leistungsstarken Lithium-Batterien und effizienter Ladetechnik optimiert werden. Dadurch lassen sich die Vorteile für den Einsatz einer Schnellladestrategie in Hochleistungsanwendungen – neben Elektrobussen kommen auch andere Schwerlastbereiche in Frage – herausarbeiten. Schwerpunkte der Untersuchungen bilden der Einfluss von Schnellladungen auf die Batteriealterung sowie die unter Sicherheitsaspekten automatisierte Ladetechnik.

Für diese Forschungsarbeiten bietet der EnergieCampus der TU Clausthal in Goslar ideale Voraussetzungen. Denn mit dem 2015 in Betrieb genommenen Batterie- und Sensoriktestzentrum des EFZN steht eine optimale Testinfrastruktur zur Verfügung. Die Prüfstände erlauben neben Leistungstests die Simulation kritischer Betriebssituationen, da Untersuchungen von kompletten Batteriesystemen im industriellen Maßstab sowohl in elektrischen als auch thermischen Grenzbereichen durchgeführt werden können.

Die Harzer Wissenschaftler setzen das anwendungsnahe Forschungsprojekt mit Industriepartnern um. So lassen sich die Chancen für den wirtschaftlichen Einsatz der Elektromobilität am Beispiel des Schwerlastverkehrs zielgerichteter untersuchen und die Markteinführung von E-Fahrzeugen verbessern. Das gemeinsam entwickelte Konzept überzeugte auch im Bundeswirtschaftsministerium. Die Gesamtförderung in Höhe von 2,5 Millionen Euro erstreckt sich über eine Laufzeit von drei Jahren. Davon entfallen rund 1,6 Millionen Euro allein auf die Grundlagenforschung.

Von Seiten der Industrie bringen die Akasol GmbH (Batteriesysteme), Schunk Bahn- und Industrietechnik GmbH (Stromübertragungstechnik), die Stöbich technology GmbH (Sicherheitstechnik) sowie die Wolfsburg AG (Wirtschaft- und Technologieförderung) ihre Expertise und weitere annähernd eine Million Euro in das Vorhaben ein.

Christian Ernst | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.tu-clausthal.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student
24.11.2017 | Universität des Saarlandes

nachricht Signal-Shaping macht Bits und Bytes Beine
23.11.2017 | VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie