Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

„Brücken bauen“ mit ionischen Flüssigkeiten

11.10.2017

Forschungsarbeit aus Rostock und Novosibirsk mit „Prädikat“ und Titelseite ausgezeichnet

Die einjährige Zusammenarbeit zwischen der Forschergruppe aus dem Institut für Chemie der Universität Rostock um Professor Ralf Ludwig und Forscherkollegen aus Novosibirsk trägt erste Früchte. Gemeinsam entlocken sie ionischen Flüssigkeiten ihre Geheimnisse. Die besitzen nämlich interessante Eigenschaften, die für einen möglichen industriellen Einsatz genutzt werden können.


Professor Ralf Ludwig hat vor einem Jahr die Zusammenarbeit mit Forscherkollegen aus Novosibirsk angeschoben. Jetzt trägt sie bereits erste Früchte.

Foto: Universität Rostock

Die Chemiker aus beiden Ländern zeigen in gemeinsamen Versuchen, das das Geheimnis der Eigenschaften ionischer Flüssigkeiten auf der Bildung von Wasserstoffbrücken zwischen den Ionen beruht und es eine empfindliche Sonde für diese Art der Wechselwirkung gibt, die sich deutlich von denen in Wasser und Biomolekülen unterscheidet.

Für diese Erkenntnisse sind die Forscher in der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ mit Prädikat und Titelseite ausgezeichnet worden. Die Titelseite prämiert Arbeiten in dem hochaktuellen Forschungsgebiet der ionischen Flüssigkeiten.

Die so genannten flüssigen Salze bestehen ausschließlich aus geladenen Teilchen und sind im Gegensatz zu Kochsalz bei Raumtemperatur flüssig. „Es ist eine Binsenweisheit, dass sich positiv und negativ geladene Teilchen anziehen. Gleichzeitig werden aber die von Wasser und Alkoholen bekannten Wasserstoffbrücken ausgebildet“, so Ludwig. Diese Wasserstoffbrücken haben einen entscheidenden Einfluss auf die makroskopischen Eigenschaften der ionischen Flüssigkeiten. Diffusion, Viskosität und Leitfähigkeiten sind für die industrielle Anwendung von großer Bedeutung.

Nur ein Fünftel der bei dieser Zeitschrift eingereichten Arbeiten wird veröffentlicht und davon werden wiederum nur fünf Prozent mit dem Prädikat „VIP“ ausgezeichnet. „Darauf sind wir sehr stolz, denn die Zeitschrift ist eine der wichtigsten in der Chemie weltweit“, erklärt Ludwig, Als „VIP“ werden sehr interessante Arbeiten in einem hochaktuellen Forschungsgebiet ausgezeichnet, die von den Gutachtern als „sehr wichtig“ eingestuft werden.

Gemeinsam haben die Wissenschaftler nämlich gezeigt, dass die Wasserstoffbrücken zwischen geladenen Teilchen deutlich stärker sind als die in Wasser oder Biomolekülen. Dabei haben die Forscher eine experimentelle Methode eingesetzt, die bald auch in Rostock zur Verfügung stehen wird: Die sogenannte Festkörper NMR-Spektroskopie. Diese liefert Informationen über Heterogenitäten in ionischen Flüssigkeiten. Es gibt einen Temperaturbereich, in dem sich eine ionische Flüssigkeit ähnlich wie wie Glas verhält. Diese glasartige Substanz besteht aus verschiedenen Strukturelementen. Auch dabei spielen die Wasserstoffbrücken eine besondere Rolle.

Brücken im übertragenen Sinne wurden mit dieser Arbeit auch zwischen den Wissenschaftlern aus Rostock und Novosibirsk gebaut. Die vor einem Jahr erfolgreich begonnene Kooperation soll unbedingt fortgesetzt werden. Zur finanziellen Unterstützung der weiteren gemeinsamen Arbeit haben die Rostocker Chemiker einen Forschungsantrag bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft gestellt.

Kontakt:
Prof. Dr. Ralf Ludwig
University of Rostock
Institute of Chemistry
Physical and Theoretical Chemistry
Tel.: +49-(0)381-498-6517
Fax: +49-(0)381-498-6524
Web: www.ludwig.chemie.uni-rostock.de

Ingrid Rieck | Universität Rostock
Weitere Informationen:
http://www.uni-rostock.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DRIVE-E 2017: Angetrieben von der Zukunft
13.10.2017 | Fraunhofer IISB

nachricht Preis des Zukunftsforums Biotechnologie 2018 - jetzt bewerben
11.10.2017 | DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Im Focus: Additive Fertigung revolutioniert die Produktionstechnik

Additive Verfahren sind das große Zukunftsthema der Produktionstechnik. Die Anwendungen reichen von der Herstellung von Maschinenteilen aus Metall bis hin zum 3D-Druck von Beton. Zwei internationale Fachkonferenzen, die derzeit an der Technischen Universität München (TUM) stattfinden, verdeutlichen die Bandbreite der Additiven Hightech-Fertigung und vermitteln Einblicke in die vielfältigen an der TUM vorhandenen Expertisen.

Komplexe Metallteile, die nicht von einer spezialisierten Maschine gefräst, sondern mit einem Laser sukzessive in Windeseile aus Metallpulver aufgebaut werden;...

Im Focus: Mit dem Laser durchs Gestein: Verfahren für Bohrungen in großer Tiefe senkt Kosten der Geothermie

Der Einsatz regenerativer Energien umfasst nicht nur die Erzeugung von Strom aus Sonne, Wind, Wasserkraft oder Biomasse, sondern auch von Geothermie zur Gewinnung von Wärme, Kälte oder Strom durch Kraft-Wärme-Kopplung. Besonders ertragreich sind Geothermiebohrungen in tieferen Schichten der Erdkruste. Doch mit zunehmender Tiefe steigen die Kosten der Bohrungen durch den Verschleiß der Bohrwerkzeuge und niedrige Vortriebsraten überproportional – und damit auch das wirtschaftliche Risiko.

Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen entwickelt gemeinsam mit Partnern im BMWi-geförderten Forschungsprojekt »LaserJetDrilling«...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

Windenergieanlagen - der Baugrund als Fundament und Basis!

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

IVAM-Produktmarkt präsentiert intelligente Medizintechnik der Zukunft auf der COMPAMED

13.10.2017 | Messenachrichten

DRIVE-E 2017: Angetrieben von der Zukunft

13.10.2017 | Förderungen Preise

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten