Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Briese-Preis für Meeresforschung 2014 geht an Frau Dr. Cathleen Schlundt

28.04.2015

Jury würdigt neue Erkenntnisse zur Rolle mariner biogener Gase im Klimasystem.
Am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde wird am 28. April 2015 zum fünften Mal der „Briese-Preis für Meeresforschung“ verliehen.

Biogene Spurengase sind durch biologische Prozesse entstandene Gase geringer Konzentration. Vier Vertreter dieser Stoffe standen im Fokus der Doktorarbeit von Frau Dr. Schlundt: Dimethylsulfid (DMS), Isopren, Aceton und Acetaldehyd.

Das Besondere an diesen Stoffen ist ihre Bedeutung für die Atmosphärenchemie mit Auswirkungen auf unser Klimasystem: Von einigen – wie Aceton und Acetaldehyd- ist bekannt, dass sie in der Atmosphäre Prozesse auslösen, die Schad-stoffe aus der Luft entfernen oder in der höheren Atmosphäre zur Ozonproduktion beitragen.

Das schwefelhaltige DMS oder die Koh-lenstoffverbindung Isopren können wiederum Aerosole bilden, die entweder direkt oder durch Wolkenbildung, die durch sie ausgelöst wird, kühlend auf die Atmosphäre und damit auf unser Klima wirken.

„Die Besonderheit der Arbeit von Cathleen Schlundt ist, dass sie sowohl im Bereich der innovativen Entwicklung meereschemischer Analytik als auch in der Interpretation gewonnener Daten im Kontext der Umweltforschung Hervorragendes leistet. Eine solche wissenschaftliche Tiefe und Exzellenz in beiden Bereichen ist im Rahmen einer Dissertation höchst ungewöhnlich, zumal für die Entwicklung der umweltwissenschaftlichen Bedeutung der Ergebnisse Ansätze verwendet wurden, die von der klassischen Meeresbiologie bis zur Atmosphärenphysik reichen “, kommentiert Gregor Rehder, Mitglied der Jury.

Der mit 5.000 Euro dotierte BRIESE-Preis für Meeresforschung wird durch die Reederei Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG (Leer/Ostfriesland) gestiftet, die für die Bereederung der mittelgroßen deutschen Forschungsschiffe sowie der großen For-schungsschiffe METEOR und SONNE zuständig ist. Die wissenschaftliche Betreuung der Preisvergabe erfolgt durch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW).

Mit dem Preis, der seit 2010 jährlich vergeben wird, werden herausragende Promotionen der Meeresforschung prämiert, deren Ergebnisse in engem Zusammenhang mit dem Einsatz von For-schungsschiffen und der Verwendung und Entwicklung von Technik und/oder Datenerhebung auf See stehen.

Frau Dr. Schlundt untersuchte während einer Schiffskampagne im Oktober 2009 die Verteilung von DMS im westlichen Pazifik, aus dem bislang noch keine entsprechenden Daten vorlagen. Eine Forschungsfahrt im November 2008 diente der Erfassung der Vertei-lung von DMS und Isopren im östlichen Atlantik. In der Ostsee und im äquatorialen Atlantik führte sie schließlich Inkubationsexperimente zu den Produktions –und Abbauprozessen von Aceton und Acetaldehyd durch.

Im westlichen Pazifik konnte Frau Schlundt zeigen, dass diese Region weltweit eine der höchsten Konzentrationen an DMSO – einem Oxidationsprodukt von DMS – aufweist. Sie identifizierte zwei Phyto-planktongruppen, die für diese hohe Konzentration verantwortlich waren und die bislang nicht als DMSO Produzenten bekannt waren.

Sie konnte zeigen, dass im östlichen Pazifik DMSO und DMSP Verbindungen zu Methan abgebaut wurden – eine bislang noch unbekannte und daher unberücksichtigte zusätzliche Methanquelle. Ihre Berechnungen zur Verteilung des DMS in der Atmosphäre belegten, dass durch die tropische Konvektion ein Transport von DMS bis in die obere Troposphäre und darüber hinaus möglich ist.

Damit kommt DMS als eine weitere Quelle zur Speisung einer natürlich vorkommenden schwefelhaltigen Schicht innerhalb der Stratosphäre in Frage, die wesentlich zur Abkühlung unseres Klimas beiträgt. Sie konnte zeigen, dass die Konzentration von Isopren durch Nährstoff- und DMS-Gehalte abgeschätzt werden können.

Ihre Experimente zeigten, dass Aceton und Acetaldehyd in den Untersuchungsgebieten in viel geringerem Ausmaß durch photochemische Prozesse und biologische Aktivitäten produziert wurden, als dass sie durch chemischen Zerfall und Aufnahme durch Phytoplankton und Bakterien abnahmen.

Kontakt:
Dr. Barbara Hentzsch, Öffentlichkeitsarbeit, Leibniz-Institut für Ostseefor-schung Warnemünde, Tel.: 0381 5197 102, barbara.hentzsch@io-warnemuende.de

Sabine Kruse, Briese Schiffahrts GmbH & Co. KG, Abteilung Forschungsschiff-fahrt, Leer, Tel.: 0491 92520 164, sabine.kruse@briese.de


Informationen zur Preisträgerin:

Der Briese-Preis 2014 geht an:

Dr. Cathleen Schlundt für ihre Promotion „Short-lived trace gases (DMS, isoprene acetaldehyde and acetone) in the surface waters of the western Pacific and eastern Atlantic Oceans“

Promotion mit “magna cum laude” im April 2013 an der Mathema-tisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel. (Betreuer: Prof. Dr. Christa Marandino, Prof. Dr. Hermann Bange)

Weitere Informationen:

http://www.briese.de/briese-foerderpreis.html?&L=2
http://www.io-warnemuende.de/briese-preis-fuer-meeresforschung.html

Dr. Barbara Hentzsch | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik