Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bremer Team B-Human gewinnt zum siebten Mal infolge bei den RoboCup German Open

27.04.2015

Das Team B-Human der Universität Bremen und des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) Human hat bei den RoboCup German Open 2015 erfolgreich seine beiden Vorjahrestitel in der Standard Platform League verteidigt. Zudem erhielt es wieder den Titel des „Besten Spielers“

Das gemeinsame Team der Universität Bremen und des Forschungsbereichs Cyber-Physical Systems des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) siegte in einem packenden Finale gegen den amtierenden Vizeweltmeister, Nao-Team HTWK aus Leipzig, mit 4:1. Damit hat B-Human seit sieben Jahren alle seine Spiele bei den RoboCup German Open gewonnen. Außerdem konnte wieder der Titel des „Besten Spielers“ nach Bremen geholt werden. Die Meisterschaften fanden am Wochenende vom 24. bis 26. April 2015 in Magdeburg statt.


WilWheaton vom Team B-Human im Zweikampf um den Ball

"Universität Bremen / DFKI GmbH / Team B-Human, Foto: Judith Müller"

Bis zur Halbzeitpause war alles offen

Das Finale war eine Neuauflage des Endspiels des Vorjahres und sein Ergebnis eine gewisse Genugtuung für das erfolgsverwöhnte Bremer Team. Es hatte bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr nur den dritten Platz hinter den Leipzigern erreicht, dort aber nie gegen sie gespielt. Bis zur Halbzeitpause war der Ausgang des Finales völlig offen. Beide Teams hatten ihre Halbfinale mit 7:0 gewonnen.

Die jeweiligen Gegner Berlin United (Humboldt Universität zu Berlin) und die Nao Devils (Technische Universität Dortmund) hatten zuvor erst im Elfmeterschießen eine Entscheidung über den dritten Platz erreicht (4:3 für Berlin). In der ersten Halbzeit ging B-Human schnell mit 1:0 in Führung.

Das Leipziger Nao-Team HTWK konnte aber noch vor der Pause zum 1:1 ausgleichen. In der zweiten Hälfte zog dann aber B-Human mit drei weiteren Toren uneinholbar davon. Dabei bewiesen die Spieler einmal mehr ihre Zweikampfstärke, gute Koordination und dass sie für jede Situation vor dem generischen Tor den richtigen Schuss parat haben.

Niveau im Wettbewerb hat sich erhöht

Neben dem normalen Fußballturnier wird seit zwei Jahren bei den RoboCup German Open auch der Auswahlmannschaftswettbewerb ausgetragen. Hier wird in gemischten Teams mit wechselnden Zusammenstellungen der NAO-Roboter gespielt. Jedes teilnehmende Team stellt nur einen Spieler, der mit Robotern aus anderen Teams zusammenspielen muss.

Bei diesem Wettbewerb geht es zwar auch darum, die Spiele zu gewinnen, viel stärker wird aber berücksichtigt, wie gut sich ein Roboter als Mitspieler verhält und ob er die Regeln befolgt. Dies wird von Punktrichtern bewertet. Auch hier konnte B-Human seinen Vorjahrestitel knapp vor dem Leipziger Team verteidigen. Insgesamt hat sich das Niveau in diesem Wettbewerb gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht.

Warum heißt es „Standard Platform League“?

Die Standard Platform League verdankt ihren Namen der Tatsache, dass alle Fußball-Teams dasselbe Robotermodell verwenden, nämlich den humanoiden Roboter NAO der französischen Firma Aldebaran Robotics. Die Teams unterscheiden sich allein in der Software, die sie für die Roboter entwickeln. Dank ihrer Hilfe agieren die NAOs im Spiel vollständig autonom. Sie müssen ihre Umgebung erkennen, Entscheidungen fällen und diese dann gemeinsam umsetzen. In den Fußballspielen treten jeweils fünf Roboter gegeneinander an.

Über das Team B-Human

Das Team B-Human besteht aktuell aus 11 Studierenden der Universität Bremen sowie den Betreuern Dr. Thomas Röfer vom DFKI-Forschungsbereich Cyber-Physical Systems, der von Professor Rolf Drechsler geleitet wird, und Dr. Tim Laue von der Universität Bremen. B-Human tritt seit 2009 bei den RoboCup German Open und der Weltmeisterschaft in der Standard Platform League an und hat siebenmal die deutschen Meisterschaften gewonnen sowie viermal den Weltmeistertitel errungen.

Drei Neuerungen im Wettbewerb

Im diesjährigen Wettbewerb gab es drei zentrale Neuerungen: Die Tore waren weiß statt wie bisher gelb, wodurch sie viel schwieriger für die Roboter auszumachen waren, da Weiß in der Umgebung wesentlich häufiger vorkommt und die NAOs selbst auch weiß sind. Zudem durften die einzelnen Teams eigene Trikots entwerfen und verwenden, wodurch es für das Publikum deutlicher war, welche Teams gerade gegeneinander gespielt haben.

Die Roboter mussten aber auch die verschiedenen Variationen an Trikots erkennen. B-Human und das Leipziger Nao-Team HTWK haben diese Möglichkeit genutzt und traten in ihren traditionellen Farben Schwarz bzw. Blau an. Die dritte neue Herausforderung bestand darin, dass die NAOs ab dem Halbfinale das Pfeifen des Schiedsrichters selbst erkennen mussten. B-Human, das Nao-Team HTWK und Berlin United hatten damit keine Probleme.

Über den RoboCup

Hinter dem Wettbewerb steht eine internationale Initiative zur Förderung der Forschung in den Bereichen Künstliche Intelligenz und Robotik. Gemeinsames wissenschaftliches Ziel ist, bis zum Jahre 2050 ein Team von autonomen, humanoiden Robotern zu entwickeln, das in der Lage ist, den zu diesem Zeitpunkt amtierenden menschlichen Fußballweltmeister zu schlagen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in verschiedenen Ligen unterschiedliche Forschungsschwerpunkte gesetzt und die Anforderungen an die Teams kontinuierlich erhöht.

Kontakt:

Universität Bremen
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) GmbH
Forschungsbereich Cyber-Physical Systems
Dr. Thomas Röfer
Telefon: 0421 218 64200
E-Mail: Thomas.Roefer@dfki.de

DFKI-Pressekontakt:
Franziska Martin, M.A.
Team Unternehmenskommunikation DFKI Bremen
Telefon: 0421 17845-4111
E-Mail: uk-hb@dfki.de

Weitere Informationen:

http://www.b-human.de
http://www.robocupgermanopen.de
http://www.informatik.uni-bremen.de/spl/bin/view/Website/GermanOpenResults2015
http://www.dfki.de/cps

Eberhard Scholz | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie